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Griechenland: Juncker: EU muss für IWF-Kredite einspringen

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker befürchtet, dass der IWF die nächste Kredittranche für Griechenland nicht auszahlen wird. In dem Fall müssten die Europäer entsprechend mehr zahlen. Die Märkte reagieren prompt.

Der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker. Quelle: dpa
Der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker. Quelle: dpa

Der Internationale Währungsfonds wird Jean-Claude Juncker zufolge möglicherweise die nächste Kredittranche an Griechenland nicht auszahlen. "Wenn die Europäer zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Auszahlung vom IWF am 29. Juni nicht operativ gestaltet werden kann, ist die Erwartung des IWF, dass dann die Europäer an die Stelle des IWF treten müssen und den Ausfall des IWF-Finanzierungsanteils auf ihre Kappe nehmen müssen", sagte der luxemburgische Premier und Chef der Euro-Gruppe auf einer Konferenz in Luxemburg.
Europäische Union (EU), Europäische Zentralbank (EZB) und IWF überprüfen derzeit, ob Griechenland alle Voraussetzungen erfüllt, um weitere Hilfen aus dem Rettungspaket zu erhalten.

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Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert Juncker weiter mit den Worten: "Es gibt bestimmte IWF-Regeln. Und eine dieser Regeln besagt, dass der IWF nur aktiv werden kann, wenn für die nächsten zwölf Monate eine Refinanzierungsgarantie gegeben ist. Ich glaube nicht, dass die Troika zu dem Schluss kommen wird, dass diese gegeben ist."

Am Freitag hatte Fitch Ratings die Bonitätsnote für Griechenland um drei Stufen reduziert und erklärt, dass die mögliche Verlängerung der Bonds-Rückzahlungsfristen mit einem Zahlungsausfall gleichzusetzen wäre. Über eine solche Verlängerung war zuletzt spekuliert worden.

Junckers Worte wirkten sich sofort auf Euro und Dax aus. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich in einer ersten Reaktion auf 1,4140 Dollar von zuvor 1,4197 Dollar. Der Dax weitete seine Verluste aus und verlor 0,9 Prozent auf 7107 Punkte. Im Gegenzug baute der Bund-Future seine Gewinne aus und notierte 36 Ticks fester bei 125,37 Zählern. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel erstmals seit Januar unter drei Prozent.

"Der Druck auf Griechenland nimmt offenbar zu, weitere Sparmaßnahmen einzuleiten", sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

  • 26.05.2011, 16:41 UhrRealist

    NEIN, NEIN, NEIN!

    Wenn der IWF nicht zahlt, dann hat das einen Grund: Griechenland kooperiert nicht. Warum sollten wir dann zahlen? Eher sollten wir dann auch NICHT zahlen!

    Und was fällt Juncker ein, täglich neuen unverschämte Forderungen zu stellen, die am Ende nur den Banken nützen - von denen Luxemburg ja bekanntlich lebt?

  • 26.05.2011, 16:44 UhrManfred

    Und das verlogene Theater geht weiter......
    Lasst euch nicht für dumm verkaufen !
    Jagt diese ganzen korrupten Politiker und Bankster zum Teufel......sie bluten euch aus und zerstören eure Zukunft und die eurer Kinder !

  • 26.05.2011, 16:46 UhrBuffett

    Wenn der IWF bei GR aussteigt, muß Deutschland sofort aus dem EURO austreten. Die Mitwirkung des IWF war eine der Bedingungen, damit Hilfe von D fließen kann.

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