Griechenland
Keine Arbeit, nirgendwo

Wären nicht etliche Existenzen bedroht, könnte die Geschichte als skurrile Anekdote gelten: Auf 390 Stellen eines griechischen Telefonie-Konzerns bewerben sich fast 20.000 Personen. Sie sehen kaum Perspektiven für sich.
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Ansturm auf die wenigen Arbeitsplätze in Griechenland: Nachdem der größte Telefon- und Internet-Anbieter OTE 390 Stellen ausgeschrieben hatte, gingen im zuständigen Personalbüro rund 18.000 Bewerbungen ein. „Und die Zahl wächst“, sagte ein OTE-Mitarbeiter am Donnerstag in Athen.

Es geht in den meisten Fällen um Verkäufer und Techniker, die mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 586,08 Euro brutto pro Monat bezahlt werden. „Ich weiß, ich habe wenig Chancen. Aber es gibt auch wenig Aussichten“, sagte der 27-jährige Elektrotechniker Nikolaos Kassapis und meint damit die Lage am Arbeitsmarkt.

Am Mittwoch hatte Griechenlands nationale Statistikbehörde für den vergangenen September eine Arbeitslosenquote von 27,4 Prozent gemeldet. Nach dem Ende der Tourismussaison wird mit einem neuen Rekord in den letzten drei Monaten des Jahres gerechnet. Details dazu werden erst Anfang 2014 vorliegen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Viele dieser arbeitslosen Menschen hätten längst Arbeit haben können, wenn ihre Landsleute endlich Investoren ins Land ließen.
    Für die meisten Griechen - allen voran die Gewerkschaften - sind Investoren eine Art “Besatzer”. Sie gehen davon aus, dass die Investoren ihnen ihr Land wegnehmen wollen. Zudem wollen sie an jeder einzelnen Investition persönlich beteiligt werden. Sie bringen bei den Verhandlungen ihre Familien ins Spiel und sind dann überrascht, wenn sich die Investoren allein schon deshalb wieder zurückziehen.
    Schafft es ein Investor über die Verhandlungsklippe, steht noch der Marathonlauf durch die Behörden aus. Spätestens hier wird er ausgebremst. Er muss nicht nur monatelang auf diverse Genehmigungen warten, sondern man präsentiert ihm auch ständig neue Vorschriften, die wie Schikane anmuten. Oft zu spät merkt der Investor, dass man von ihm erwartet hatte, die entsprechenden Stellen zu schmieren... “Misa” (“Zündung”) nennt man diese Variation der Fakelaki bei den Behörden.
    Solange das so bleibt und die Allmacht der Gewerkschaften, die sich längst gegen Arbeitnehmerinteressen wenden, nicht gebrochen wird, solange wird es auch massenhaft Arbeitslose geben.

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!

    Vielleicht dient es der Schonung unserer aller Nerven, wenn die Jugendarbeitslosigkeit im Artikel nicht gesondert ausgewiesen wurde. Gleichviel, an den genannten befürchteten Argumenten einer AfD geht kein Weg vorbei.
    Selbst in den miesen Jahren 2011 und 2012 toppt Griechenland im Kalenderjahr 2013 mit einem Minus von 18% bei den Investitionen und einem Rückgang der Kreditaufnahme von 20% (Angaben nach Y. Varoufakis, Universtität Athen) das nicht enden wollende Staatsdesaster.
    Bei den derzeitigen Bemühungen eines transatlantischen Bündnisses (TTIP) und dem zu erwartenden miserablen Folgen für die deutsche Bevölkerung kann sich der griechische Bürger schon heute ausmalen, dass eine Freihandelszone für sein Land noch desaströser wäre. Die Rückkehr zu einer eigenen Währung ist lediglich

    EINE FRAGE DER ZEIT.

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