Griechenland-Krise

BDI warnt vor risikoreichem Kredithebel

Mehr Hilfszahlungen, ein größerer Schuldenschnitt: Dem griechischen IWF-Vertreter Roumeliotis zufolge braucht Athen weitere Unterstützung. Der BDI warnt vor Änderungen am Rettungsschirm und auch das Wort Insolvenz fällt.
Update: 08.10.2011 - 15:28 Uhr 31 Kommentare
Griechenlands Geldbedarf ist laut dem griechischen IWF-Vertreter höher als erwartet. Quelle: dapd

Griechenlands Geldbedarf ist laut dem griechischen IWF-Vertreter höher als erwartet.

(Foto: dapd)

Athen/BerlinDer griechische Vertreter beim Internationalen Währungsfonds (IWF) hält mehr Finanzhilfen oder einen größeren Schuldenschnitt für das hoch verschuldete Land für notwendig. Der Geldbedarf Griechenlands sei wegen der stärker als erwartet ausgefallenen Rezession größer als bisher angenommen, sagte Panagiotis Roumeliotis der Zeitung „Imerisia“ vom Samstag. „Die Finanzierungslücke muss entweder durch eine Erhöhung des am 21. Juli vereinbarten Kredits über 109 Milliarden Euro oder durch eine Restrukturierung der Verbindlichkeiten an private Gläubiger geschlossen werden“, sagte er. Der IWF unterstützt laut Roumeliotis die zweite Option. Eine Restrukturierung der Schulden könnte einen tieferen Schuldenschnitt bei den Staatsanleihen oder eine Verlängerung der Laufzeiten bedeuten.

Teil des zweiten Milliarden-Rettungspakets für das von der Staatspleite bedrohten Griechenland ist bereits die Beteiligung privater Gläubiger. Im zweiten Quartal haben die Banken europaweit mindestens 21 Prozent auf ihre griechischen Anleihen abgeschrieben.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht unkalkulierbare Risiken, sollte der Euro-Rettungsschirm EFSF mittels eines sogenannten Kredithebels ausgeweitet werden. „Wir sollten die Konstruktion des EFSF bezüglich der Finanzmittelausstattung noch einmal überdenken und nicht vorschnell auf ein Bankmodell einengen“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Aus einem Hebel könne eine echte Zahlungsverpflichtung in kaum zu leistender Höhe werden.

Das Thema könnte auch eine Rolle beim Besuch von Frankreich Präsident Nicolas Sarkozy am Sonntag bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) spielen. Paris steht einem Hebel offen gegenüber - so könnte das von Frankreich angeblich befürwortete Anzapfen des Rettungsschirms für seine notleidenden Banken einfacher werden.

Kerber kritisiert Deregulierung
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31 Kommentare zu "Griechenland-Krise: BDI warnt vor risikoreichem Kredithebel"

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  • "Eine einheitliche Währung funktioniert nur, wenn überhaupt, unter gleichen Partnern. Was hier jedoch gemacht wurde, konnte nicht gut gehen. Die 5 Professoren haben in allem Recht behalten!"

    Ein eindeutiges Nein! Das wäre ein idealer Zustand, der in einem pluralistischen und geologisch stark unterschiedlichen Europa nie zu erreichen wäre. Hier geht es - wenn es idealistisch gesehen wird - auch ein Stück weit um Solidarität zu anderen Kulturen und Gegebenheiten, sodass Differenzen erwünscht und fruchtbar sind, aber nicht zu weit auseinander klaffen dürfen. Es müssen Instrumente geschaffen werden, die ein Ausreißen, wie es in manchen PIIGS-Staaten teils selber verursacht gibt, verhindern. ABER nicht um jeden Preis wie es derzeit geschieht UND nicht auf Kosten des Volks.

    Die Idee eines wirtschaftlich / monetär und SOZIAL vereinten Europas - nicht wie sie derzeit noch läuft - mit weitestgehend souveränen Staaten ist die Zukunft und muss sie bleiben! Es kann nicht angehen, dass wir wieder ein Stück weit in die Urzeit fallen und wieder unsere eigenen, egomanischen "Stammessüppchen" brauen.

    Aber das ist ein eigenes Thema, Egonmanie und Mensch ...

  • Dieser "Rücktausch" wird wohl auch nur mit einem Verlust der Sparvermögen zu machen sein. Und dann wahrscheinlich höchstens 1 : 1.
    Die Lebensversicherungen werden auch nicht mehr das auszahlen, was versprochen wurde. Wahrscheinlich nicht mal das, was eingezahlt wurde.

    Bereits letzten Januar forderte eine SPD-Abgeordnete im Bundestag Zwangsanleihen auf unsere Häuser und Vermögensabgaben!

    Wer heute noch staatsgläubig ist, dem ist nicht zu helfen!

  • Beruhigung? Hier mitlesen:

    http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/2011/10/spains-net-foreign-debt-exceeds-one.html

  • Eine einheitliche Währung funktioniert nur, wenn überhaupt, unter gleichen Partnern. Was hier jedoch gemacht wurde, konnte nicht gut gehen. Die 5 Professoren haben in allem Recht behalten!

    Die Politik hat sich nicht an die eigenen Gesetze und Regeln gehalten (§125 No Bail-Out Klausel) und das Problem mit den Rettungsschirmen verschärft.
    Jetzt versucht man, den Banken den schwarzen Peter zu zuschieben. Die Politiker haben Schuld an der immensen Staatsverschuldung. Diese wäre ohne den Euro gar nicht möglich gewesen. Auch unsere Versicherungen hätten gar nicht so viel Staatsanleihen der PIIGS kaufen dürfen. Denn ohne Euro hätten diese Länder kein Triple-A Rating gehabt.

    Hier wurde mit Gewalt eine Zwangshochzeit gegen den Willen der Braut durchgeführt. Nun wundert man sich, dass die Scheidung vor der Tür steht.

  • Wieso nur 95 Euronen. Ich hebe am ersten immer fast alles ab und es bleibt nur soviel wie ich unbedingt brauche. Die 0.001% Zinsen sind mir sowas von egal. Was wir brauchen ist ein richtiger Bankrun in allen Laendern Europas. Damit waere das System in die Knie zu zwingen. Erst wenn es richtig kracht kann die Macht der Banken und ihrer Polit Marionetten gebrochen werden. Klar fuerht das zum Crash, aber auf Dauer besser als sein Leben lang Sklave der Finanzmafia zu sein.

  • Herrliche Vorstellung: Onassis auf einem alten Fahrrad.

  • Falls Sie diese Kunst beherrschen, wäre es schön, wenn Sie die Teilnehmer dieses Forums, mit Ihren Erkenntnissen beglücken könnten.

  • Ein kleines Nachschlagewerk, wie wir jeden Tag von den Politikern angelogen werden:

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/transparency-umfrage-deutsche-halten-ihre-parteien-fuer-zutiefst-korrupt;2709054
    TRANSPARENCY-UMFRAGE 09.12.2010
    Deutsche halten ihre Parteien für zutiefst korrupt

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/regierungserklaerung-zum-euro-merkel-preist-euro-als-krisenfest;2712950
    REGIERUNGSERKLÄRUNG ZUM EURO 15.12.2010
    Merkel preist Euro als krisenfest

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/neue-aufsichtsbehoerden-eu-finanzpolizisten-sollen-krisen-verhindern;2719953
    NEUE AUFSICHTSBEHÖRDEN 28.12.2010
    EU-Finanzpolizisten sollen Krisen verhindern

    http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentar-politik/europa-wer-zahlt-die-euro-rechnung;2722447
    EUROPA 03.01.2011
    Wer zahlt die Euro-Rechnung?

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/waehrungsstreit-die-neue-sehnsucht-nach-der-guten-alten-mark;2724310
    WÄHRUNGSSTREIT 05.01.2011
    Die neue Sehnsucht nach der guten alten Mark

    http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/perspektiven-der-bescheidene-zuwachs-an-oekomischem-wissen;2724905
    PERSPEKTIVEN 06.01.2011
    Der bescheidene Zuwachs an ökonomischem Wissen

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/rede-bei-neujahrsempfang-ackermann-warnt-vor-risiken-fuer-die-weltwirtschaft;2728174
    REDE BEI NEUJAHRSEMPFANG 10.01.2010
    Ackermann warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft

    http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentar-politik/euro-zone-deutschland-exportiert-seine-marktwirtschaft;2732545
    EURO-ZONE 17.01.2011
    Deutschland exportiert seine Marktwirtschaft

    Oder ein kleines Nachschlagewerk, wie man ein verregnetes Wochenende sinnvoll gestalten kann:
    http://www.siggi40.magix.net/public/Handelsblatt_ab_01_12_2010.htm

  • "Das Wort Insolvenz fällt": Ja, jetzt darf Griechenland in die Insolvenz. Nachdem der ESFS/EFS als weiterer Schuldner hinzukommen wird...beträgt das Ausfallrisiko der v.a. französischen Gläubigerbanken gleich "Null".

  • Brudr-Helmut auch Du solltest den Wein mit Wasser verdünnen.

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