Griechenland-Krise
Der Fahrplan in die Schuldenhölle

Eigentlich sollte die Wackel-Regierung von Ministerpräsident Papandreou die Vertrauensabstimmung heute um Mitternacht überleben - dann geht das Schuldendrama weiter. Doch wenn Papandreou stürzt, hat niemand einen Plan B.
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Düsseldorf/AthenShowdown in der Schuldenkrise: An diesem Schicksalstag geht es in Athen um alles oder nichts. Premier Giorgos Papandreou stellt sich mit seinem neuen Kabinett der Vertrauensabstimmung im Parlament. Die namentliche Abstimmung beginnt um Mitternacht Ortszeit.

So bestimmt es die griechische Verfassung in Artikel 84. Sie legt auch fest, wie viele Stimmen Papandreou zur Geisterstunde braucht: mindestens die absolute Mehrheit. Das sind 151 der 300 Stimmen. Seine Regierungsfraktion zählt 155 Abgeordnete. Das müsste reichen. Aber was ist in diesen Wochen in Athen überhaupt noch vorhersehbar?

Klar ist, dass die Vertrauensabstimmung mit darüber entscheidet, ob die Eurozone ihren ersten Staatsbankrott erlebt. Papandreou hatte sich in der vergangenen Woche vergeblich um die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit bemüht, nachdem die Europäische Union weitere Hilfszusagen davon abhängig machte, dass sein Sparprogramm auch von der Opposition mitgetragen wird. Nach dem Scheitern der Gespräche mit der Opposition musste sich Papandreou einer Revolte in den Reihen seiner eigenen sozialistischen Pasok-Partei erwehren.

Die Finanzminister der Eurozone hatten am Montag offen gelassen, ob Griechenland die im Juli fällige Tranche von 12 Milliarden Euro des im vergangenen Jahr bewilligten Hilfspakets in vollem Umfang ausgezahlt bekommt. Damit soll das griechische Parlament zur Annahme des Sparprogramms gedrängt werden.

Um Mitternacht werden in Athen die Würfel fallen. Sollte Papandreous Regierung die Abstimmung überleben, ist das allenfalls ein wichtiger Etappensieg - das Schuldendrama in Athen wird weitergehen. Griechenland würde ein wenig Zeit gewinnen. Einziger Unterschied: Papandreou säße etwas fester im Sattel als vorher. Die Chancen, dass Griechenland weiter eisern spart würden steigen. Aber damit beginnt die griechische Tragödie erst.

Denn bis Ende Juni muss das Parlament über das neue 78 Milliarden Euro schwere Sparprogramm abstimmen. Billigt es das Parlament nicht, steht Griechenland erneut am Abgrund. Das Land hat nur noch bis Mitte Juli Geld, dann kann es auslaufende Schulden nicht mehr bedienen.

Kommentare zu " Griechenland-Krise: Der Fahrplan in die Schuldenhölle"

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  • NEIN zum Euro wäre für die Griechen nicht schlecht... ...aber ich möchte nicht an den Ansteckungseffekt an die übrigen PIGS-Staaten denken. Und dann reisst uns das Ganze mit in den Abgrund...

  • +++Der Fahrplan aus der Schuldenhölle+++

    -Währungsreform- :-))

    Bei der Währungsreform wird nicht zwischen Kassenbeständen und Vermögensansprüchen, aber zwischen abgeschlossenen und wiederkehrenden (laufenden) Leistungen unterschieden.

    Bei laufenden Leistungen (Löhne, Gehälter, Mieten, Pensionen) tritt 1 DM an die Stelle von 1 Euro.

    Größere abgeschlossene Euro-Guthaben werden grundsätzlich im Endergebnis Euro 100:6,5 DM umgestellt.

    1) Inländische Geldinstitute:

    -Verbindlichkeiten aus Sichteinlagen 100 : 15
    -befristete Verbindlichkeiten 100 : 7,5
    -Landeszentralbanken 100 : 30

    2) Inländische Unternehmen, Gewerbetreibende
    Personenvereinigungen, Freie Berufe 100 : 6,5

    3) Öffentliche Hand 100 : 0

    Gruß :-))

  • Richtig erkannt.
    Lehman und Griechenland kann man nicht mal im Ansatz miteinander vergleichen. Alles nur Panikmache.

    Lehman war schon lange vorher pleite. Lehman saß auf ca. 600 Milliarden Dollar absolut wertloser Papierschnipsel, Derivate genannt. Lehman hatte doppelt so viele Schulden wie Griechenland.
    http://www.siggi40.magix.net/website#Geld
    (unten links ein paar Links zur Lehman-Pleite)

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