Griechenland-Krise Deutschland teilt Tsipras' Optimismus nicht

Griechenlands Premier Alexis Tsipras sieht die Verhandlungen mit den Gläubigern auf der Zielgerade. In Kürze rechnet er mit einer Einigung. Können die frischen Milliarden also bald fließen? In Berlin gibt es Zweifel.
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Alexis Tsipras wähnt sich in den Verhandlungen mit den Gläubigern kurz vor dem Ziel. Quelle: ap
Alexis Tsipras

Alexis Tsipras wähnt sich in den Verhandlungen mit den Gläubigern kurz vor dem Ziel.

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BerlinIn Athen verhandelt die griechische Regierung mit den Gläubigern die Bedingungen für ein drittes Milliarden-Paket. Premier Alexis Tsipras gibt sich optimistisch. Er sieht die Gespräche bereits auf der Zielgeraden. „Wir sind in der letzten Phase der Fertigstellung einer Vereinbarung mit den Institutionen“, sagte Tsipras gerade erst. Dagegen wachsen in der Bundesregierung Zweifel, ob das 86-Milliarden-Hilfspaket für Griechenland noch rechtzeitig vor dem 20. August vereinbart werden kann.

In Berlin werde mit einer weiteren Brückenfinanzierung für Athen gerechnet. Denn die Verhandlungen der Geldgeber mit der griechischen Regierung könnten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, berichtet die „Bild“-Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise. Athen muss am 20. August 3,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zahlen.

Viele Fragen im Reformpaket seien derzeit noch ungeklärt, hieß es weiter. Eine Vereinbarung müsse aber vom griechischen Parlament und den nationalen Parlamenten in sechs Euro-Ländern, darunter Deutschland, noch beraten und abgestimmt werden. „Das ist nicht zu schaffen“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter.

Zudem versuche die griechische Regierung die Beschlussfassung über die in der eigenen Bevölkerung besonders umstrittenen Reformmaßnahmen auf den Herbst zu verschieben. Dabei gehe es um den Stopp der Frühverrentungen und die Streichung von Steuervorteilen für Landwirte. Die Bundesregierung habe immer erklärt, dass sie neuen Hilfen nur zustimme, wenn alle Reformen vom griechischen Parlament beschlossen worden seien.

Eine Verlängerung der Gespräche mit einem etwaigen Überbrückungskredit will Syriza allerdings nicht. Die Option sei vom Tisch, sagte ihr Parlamentssprecher Niklos Fylis. Die EU-Kommission erklärte, die Verhandlungen gingen zufriedenstellend voran. Eine Einigung bis zum 20. August sei denkbar. „Das ist ein ehrgeiziger, aber möglicher Zeitplan, wenn jeder sich an seine Verpflichtungen hält“, sagte Kommissionssprecherin Mina Andreeva.

Finanzminister Euklid Tsakalotos und Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis verhandelten am Mittwoch erneut mit Vertretern der EZB, der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds. Intern steht die Regierung unter großem Druck, weil ein Teil von Tsipras' Syriza-Partei seinen Kurs nicht mitträgt.

  • dpa
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15 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Deutschland teilt Tsipras' Optimismus nicht"

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  • Die bisher in Griechenland umgesetzten Reformen rechtfertigen die größten Zweifel an dem öffentlich zur Schau gestellten Optimismus. Athen bewegt sich nur unter größtem Druck von außen, insofern ist die Verhandlungstaktik Berlins nicht die Schlechteste, nur der Dampfplauderer Juncker untergräbt diese Taktik mit seinem schon dümmlich anmutenden Optimismus, dabei kommen die wirklich großen Probleme mit Frankreich und Italien erst noch...

  • Und der Arbeitnehmer und die Selbständigen zahlen das ganze Spiel der Politiker mit ihren Steuern.

  • War das nicht der Österreicher?

  • "besonders umstrittenen Reformmaßnahmen auf den Herbst zu verschieben."
    Und das ist System. Die Menthalität hat sich nicht geändert. Es wird nie einen funktionierenden, sich selbst finanzierenden griechischen Staat geben. Wenn Syriza mit Tsipras nicht von selbst Ideen und Reformen vorschlagen, beschließen und umsetzen, sollten sie die "Geber-Insitutionen" mit willigen Ländern beschäftigen und diese unterstützen. Mir ist ein williges Tunesien tausendmal lieber als ein unwilliges Griechenland. Die "EU" ist ja geografisch nicht beschränkt. Die Griechen haben doch gewählt, lasst ihnen ihr Leben, ihre Korruption, ihre Finanzen und all das, was sie nicht aufgeben wollen. Wir kümmern uns um unsere Angelegenheiten.

  • Schon Napoleon sagte
    "Es gib kein dümmeres Volk als die Deutschen.
    Keine Lüge kann groß genug sein, die Deutschen glauben sie"

  • Herr Klein
    dasd haben Sie aber so richtig stimmig gesagt.
    Außerdem wird Merkel ohnehin zahlen

  • Den Leuten mit honigversüßten Schmeicheleien das Geld aus dem Beutel schneiden. Das können die Griechen schon seit allen Zeiten. Aber selbst die blödeste Deutsche merkt das irgendwann.

  • Tsipras sieht dir Einigung auf der Zielgeraden
    --------------------
    So läuft das schon seit 6 Monaten.
    Juncker (das ist der Boss der Steueroase Luxemburg) sieht die Einigung.
    Für Schäuble ist Griechenland auf einem guten Weg.
    Merkel: Mit mir wird es keinen Grexit geben!
    SPD: Wir fordern Eurobonds und die Schulden- und Transferunion!

  • Lügen, Betrug, Vertragsbruch, Veruntreuung, Insolvenzverschleppung, Bruch der Amtseide, Mißtrauen, Beleidigungen, Steuerverschwendung, die endlose Euro-Rettung, usw.

    Alles das im Namen des "Friedensprojektes" Euro. Die Euro-Sekte im Bundestag führt einen Tanz um das goldene Kalb auf, um die Wähler weiter zu belügen und zu betrügen.

    Alles das soll von der Größten-Kanzlerin-Aller-Zeiten einfach abperlen? Wie dumm sind die Deutschen eigentlich?

  • Die Milliarden werden fließen. Deutschland wird weiter verarmen und immer mehr in der Bedeutungslosigkeit versinken. Aber die Bürger wählen dann weiterhin aufopferungsvoll Schwarz/Rot/Grün.
    Es ist schlicht und einfach absolut hoffnungslos, die Deutschen sind weitgehend merkbefreit aber leider nicht merkelbefreit und haben keinerlei Demokratieverständnis und -bedürfnis.

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