Griechenland-Krise

Eurozone schmettert Einmischungen ab

In wenigen Wochen geht Athen das Geld aus - doch die Euro-Finanzminister lassen sich nicht unter Druck setzen. Das Drängeln der USA weisen sie zurück, mit der nächsten Finanzspritze für Griechenland warten sie weiter ab.
Update: 16.09.2011 - 13:52 Uhr 29 Kommentare

Treffen in Breslau

BreslauDie Debatte über einen Bankrott Griechenland und ein Auseinanderbrechen der Eurozone besorgt längst auch die USA - doch die zuständigen Finanzminister der Eurozone bleiben cool. Zumindest nach außen.

Den amerikanischen Rezepten erteilt Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker eine glatte Absage. „Wir sehen keinen Spielraum in der Euro-Zone, der uns erlauben könnte, neue fiskale Stimuluspakete aufzulegen“, sagte Juncker am Freitag nach dem Treffen der Finanzminister in Breslau. An diesem hatte auch US-Finanzminister Timothy Geithner teilgenommen. Die US-Regierung will ein neues riesiges Konjunkturprogramm auflegen, um
sich gegen die Rezession zu stemmen.

Geithner hatte den Euro-Finanzministern zudem empfohlen, den europäischen Rettungsfonds EFSF bei Anleihekäufen als Hebel einzusetzen. Auch das fand keine Zustimmung: Die Eurogruppe diskutiere nicht mit Nicht-Mitgliedstaaten über eine Ausweitung des EFSF, teilte Juncker cool mit.

Dennoch betonten die Euro-Länder und die USA ihren Willen zur Zusammenarbeit im Kampf gegen die Schuldenkrise und den drohenden Wirtschaftsabschwung. „Wir haben uns zu einer starken und international abgestimmten Antwort auf diese Herausforderungen verpflichtet", sagte Juncker. „Wir ergreifen starke Maßnahmen auf weltweiter Ebene, um finanzielle Stabilität zu erhalten, Vertrauen wiederherzustellen und Wachstum zu unterstützen." Juncker sprach von "klaren Zeichen" für einen Abwärtstrend in der Weltwirtschaft. Einzelheiten zu den verabredeten Maßnahmen nannte Juncker nicht.

Und auch die Griechen, die dringend auf die Auszahlung der nächsten Kredittranche des IWF und der EU in Höhe von acht Milliarden Euro angewiesen sind, wurden vertröstet. Die Eurogruppe werde nicht wie geplant noch im September, sondern erst im Oktober über die Freigabe entscheiden, gab Juncker bekannt.

Ohne die nächsten acht Milliarden Euro aus dem Rettungspaket droht Athen nach eigenen Angaben im kommenden Monat die Zahlungsunfähigkeit. Die Euro-Finanzminister begrüßten die erneute Zusage der griechischen Regierung, mit zusätzlichen Maßnahmen die Sparziele für 2011 und 2012 zu erreichen und das vereinbarte Anpassungsprogramm umzusetzen, ergänzte Juncker.

Im Streit um die von Finnland geforderten Sicherheiten von Griechenland für die Hilfskredite zeichnet sich eine Lösung ab. Sie könnte so aussehen, dass Staaten, die auf Garantien bestehen, im Gegenzug weniger Zinsen für die Griechen-Kredite erhalten. Juncker kündigte an, Finnland müsse für Sicherheiten einen "angemessenen Preis" bezahlen.

Juncker kündigte außerdem an, dass die Euro-Länder ab sofort bis zum 27. September Vorschläge für den durch den Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark frei gewordenen Posten im Direktorium der Zentralbank machen können. Deutschland will Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen vorschlagen.

  • law
  • dapd
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Griechenland-Krise - Euro-Zone schmettert Einmischungen ab

29 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Euro-Zone schmettert Einmischungen ab"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Also tut mir Leid aber keiner auf der Welt hat weniger Recht sich einzumischen als die USA!!!
    Die sind ja wohl die allerschlimmsten Verbrecher!!!
    Wenn die glauben ein Leben auf Pump löst die Probleme hoffe ich Sie fallen ganz bitterböse auf die Sch....!!!
    Natürlich wäre ein Konjunkturpaket Super!!! Am besten für jeden Bundesbürger 1 Million in Cash.Dann könnten wir nochmal kurz gut Leben und dann knallts richtig.Was denkt sich dieser Obama eigentlich???
    Hat der Rechnen in der Schule gehabt???Ich kann nicht mehr ausgeben als ich verdiene.Punkt.Das werden die Griechen auch noch spüren müssen.Warum sollen eigentlich immer die Deutschen alles bezahlen???Haben unsere "Jungs und Mädels"
    nicht schon genug Reallohnverlust in den letzten Jahrzehnten im Vergleich zu anderen Länderen gehabt???
    Auch die Abgabenlast ist höher(außer vielleicht in den nordischen Ländern).
    Wie dürfen uns das nicht mehr gefallen lassen.Ich hoffe die Leute denken bei den nächsten Wahlen daran welche Parteien jetzt unser Geld anderen Ländern aufdrängen wollen(SPD,Grüne, CDU, FDP)

  • Also tut mir Leid aber keiner auf der Welt hat weniger Recht sich einzumischen als die USA!!!
    Die sind ja wohl die allerschlimmsten Verbrecher!!!
    Wenn die glauben ein Leben auf Pump löst die Probleme hoffe ich Sie fallen ganz bitterböse auf die Sch....!!!
    Natürlich wäre ein Konjunkturpaket Super!!! Am besten für jeden Bundesbürger 1 Million in Cash.Dann könnten wir nochmal kurz gut Leben und dann knallts richtig.Was denkt sich dieser Obama eigentlich???
    Hat der Rechnen in der Schule gehabt???Ich kann nicht mehr ausgeben als ich verdiene.Punkt.Das werden die Griechen auch noch spüren müssen.Warum sollen eigentlich immer die Deutschen alles bezahlen???Haben unsere "Jungs und Mädels"
    nicht schon genug Reallohnverlust in den letzten Jahrzehnten im Vergleich zu anderen Länderen gehabt???
    Auch die Abgabenlast ist höher(außer vielleicht in den nordischen Ländern).
    Wie dürfen uns das nicht mehr gefallen lassen.Ich hoffe die Leute denken bei den nächsten Wahlen daran welche Parteien jetzt unser Geld anderen Ländern aufdrängen wollen(SPD,Grüne, CDU, FDP)

  • Wenn Prof.Schachtschneider das jüngste Urteil des BVG richtig interpretiert hat, dürften Eurobonds demnach garnicht mehr möglich sein!
    Aber wo ein (mächtiger) Wille ist, da ist auch ein Weg. In dem Fall sind sowohl Petenten als auch BVG nicht von Belang.
    Wenn diese Bonds den Bonzen nützen, werden sie auch eingeführt. Aber darüber sind diese bisher selbst noch etwas zerstritten, da sie noch immer auf dem Terrain entweder eines Geber- oder eines Nehmerlandes beheimatet sind. Was jedoch klar sein dürfte ist, dass die Lasten, von Eurobonds oder welchen Rettungsmaßnahmen auch immer, nicht überwiegend denen aufgebürdet werden, die an dem ganzen Schlamassl die Hauptschuld tragen - eben den Eliten.

    Hier der Link zu Schachtschneiders Anmerkungen:
    http://www.youtube.com/watch?v=80T1CTycHo4

  • Ich denke, man hat erstmal wieder nen Aufschub bis Oktober erwürgt, wenn tatsächlich die Einlösung von Griechenanleihen ansteht. Ebendrum auch die Entscheidung über den ESM erst im Oktober, wahrscheinlich n Wochenende vorher, damit der Zusageeffekt bis dahin nicht wieder verpufft ist.

  • "„Wir sehen keinen Spielraum in der Euro-Zone, der uns erlauben könnte, neue fiskale Stimuluspakete aufzulegen“, sagte Juncker..."

    Stimuluspakete sind in ihrer bisherigen Form tatsächlich nur Schnellschüsse in explosivem Umfeld, da meines erachtens nach ein grosser Teil dieser Pakete doch nur wieder inform von anlagesuchendem Kapital die Finanzmärkte und Preise aufbläht. Denn aus der vermeintlichen Gießkanne ist längst ein Kochtopf geworden, dessen einziger Effekt darin besteht, Blasen aufsteigen zu lassen und zum Platzen zu bringen. Daher könnte es sinnvoller sein, die guten Gaben in den behutsameren Dampfgarer zu füllen, um die Vitamine A(rbeitskraft), B(innennachfrage) und K(aufkraft) erhalten zu können - will sagen, den Stimulus weiter unten in der Hierarchie anzusetzen.
    Dies ist mit Schnellschüssen sicher nicht machbar, sondern erfordert zunächstmal ein Umdenken der neoliberalen Betonköpfe, so dass endlich... (keine Utopien bitte).
    Ach so, Betonköpfe können garnicht umdenken?
    Na, dann muß man sie halt von ihrem Sockel runterstürzen!...?
    Oder doch lieber Schnellfeuer von oben?
    Oder letztlich gar beides?
    Man möchte garnicht zu Ende denken, wo uns die ganzen Stimulus- und Sparpakete hintreiben, womöglich in den... (keine Dystopien bitte).

  • ein volk - ein reich - ein euro

    mit europäischem gruss

  • Was könnte anderes von der USA kommen, wie der Rat weitere Konjunkturpakete aufzulegen - sprich noch mehr Schulden zu machen. In diesem Karusell des Wahnwitz, durchweg geleitet von redekräftigen Persönlichkeiten, denen es finanziell ausgezeichnet geht, haben sich alle Perspektiven verloren. Das Eis wird immer dünner und es ist nicht mehr die Frage wann, sondern wo es zuerst einbrechen wird. Die globale ökonomische und ökologische Katastrophe ist meinen Befürchtungen nach nicht mehr aufzuhalten.

  • Ich glaube nicht, daß unsere "Staatenlenker" auf einmal vernünftig werden. Erst wird so gemacht, als ob (wenn Griechenland seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, dann..) und dann wird doch gezahlt. Wie immer. Alles was versprochen wurde bei Einführung des € (Maastricht-Kriterien, Unabhängikeit der EZB, keine Transferunion etc.) gilt nicht mehr. Natürlich müßte man die Zocker an den Börsen zügeln. Auch das wurde nach der Lehmann-Pleite versprochen. Was wurde getan? So gut wie nichts. Am Ende können wir zahlen, zahlen und nochmals zahlen. Auch so kann man Europa zerstören. Wir wenden uns mit Grausen ab.

  • Lasst uns Euro Bonds einführen und dem Wahnsinn ein Ende setzen!

    Bitte hier die Petition mitzeichnen:
    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=19494

  • @Vernunft, wer hat dir das gesagt?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%