Griechenland-Krise: Immer wieder 5 vor 12

Griechenland-Krise
Immer wieder 5 vor 12

Tick tack, tick tack: Die Zeit läuft ab für Griechenland. Das tut sie seit Monaten. Doch auch heute wird nichts passieren. Das lehrt das griechische Drama seit 2009. Doch jetzt bekommt sogar die EZB kalte Füße.
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DüsseldorfIn Griechenland liefen die Uhren auch schon mal anders. Im Land der Philosophen wie Aristoteles hatte jede Stadt lange ihre eigene Zeitrechnung. Die neuen griechischen Lenker stehen ihren antiken Vorgängern in nichts nach: Denn auch im Griechenland von Premier Alexis Tsipras und Finanzminister Yanis Varoufakis laufen die Uhren heute wieder anders als anderswo. Oder besser: Sie stehen still.

Seit Monaten ist es nach der neuen griechischen Zeitrechnung fünf vor zwölf. Und immer wieder aufs Neue gelingt dabei die Quadratur des Kreises: Die Zeit scheint Athen zwar davonzulaufen, doch die Zeiger auf der Uhr bewegen sich aber überhaupt nicht. Es ist ein Stillstand in Endlosschleife.

Soviel vorneweg: Auch heute wird sich das nicht ändern. Zwar sollte die Reformliste der Griechen in Brüssel heute endgültig vorliegen. Doch der 30. März wird, diese Prognose wagen wir, weder das Ende der Schuldenkrise markieren, noch das eines Euro-Griechenlands. Und doch steht er genau deshalb für das griechische Dilemma. Weil mal wieder nur das passiert, was schon seit Monaten, seit Jahren passiert:

Der Ton zwischen der neuen Regierung in Athen und ihren Gläubigern verschärft sich, der Ton entspannt sich. Man redet, man schimpft, man fordert, man droht – und einigt sich nicht. Höchstens darauf, sich nicht einig zu sein.

Der eine gießt Öl ins Feuer, der andere versucht zu löschen – und nächste Woche andersherum. Die Stimmung schwankt zwischen dem Varoufakis'schen „Stinkefinger“ und „vertrauensvollen Gesprächen“ (Merkel). Und wieder beginnt der ganze Reigen von vorn: Grexit- und Graccident-Szenarien, Deadlines, wann denn Griechenland nun wirklich die Pleite droht, Deadlines-Verlängerungen und letzten Ultimatum. Dem diesmal aber wirklich allerletzten.

Rückblick,19. Februar, der gleichzeitig hätte ein Ausblick auf heute sein können: Langersehnte Post aus Athen. Doch Reformliste – Fehlanzeige. Griechenland bittet etwas umständlich formuliert um die Verlängerung der Euro-Finanzhilfen. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble poltert, das sei „kein substantieller Lösungsvorschlag“.

Das dürfte vor allem Bürokraten und Entscheider der EU in Brüssel ärgern. Sie hätten heute wohl gern den Anfang des Endes der Schuldenkrise verkündet – mithilfe der umfassenden Liste. Doch der große Optimismus bei Briefen aus Athen dürfte den Geldgebern ohnehin schon vorher vergangenen sein: Yanis Varoufakis hatte bereits am 2. Februar einen Zeitplan vorgelegt. Demnach ist die Schuldenkrise bis Ende Mai gelöst. Bis Ende Februar brauche Athen, die Liste auszuarbeiten, hieß es damals.

Am Wochenende nun – fünfeinhalb Wochen später – wieder Post aus Athen. „Jetzt endlich: die Reformliste“, mögen Leichtgläubige geglaubt haben. Doch Links-Rechts-Regierung zeigt seinen Partnern wieder die lange Nase. Und hat vorsichtshalber die Liste nicht mal aus dem Griechischen übersetzt. Mit den Sparvorschlägen hatte Athen die Finanzminister der Eurostaaten überzeugen wollen, einen Teil der 7,2 Milliarden Euro freizugeben, die das Land dringend braucht, um nicht in den Staatsbankrott zu schlittern.

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  • Da haben Sie Recht - die EZB muß den Stecker ziehen, denn die Politik liegt schon lange in völliger Agonie. Das war ja auch der Grund, warum seit 2010 die Männer der Group 30 der Rockefeller-Foundation hier das Ruder in die Hand nahmen, conta legem, zunächst Trichet, dann Draghi, fehlt nur noch Geithner, aber der ist wohl in USA gebunden. Diese alle haben den Grundsatz des Bankengurus Greenspan eingesogen: Konjunkturen und Krisen sind nur eine Frage der Geldmenge - d´ont worry about. Und an die Spitze der EU haben sie den amtlichen Steuerhehler Juncker gesetzt - der hat für dieses System mit den Stichwörtern Eigenrentabilität und Eigennutz sehr viel Verständnis - so gehts rasch nach Utopia - Europa.

  • Es war schon seit 1988 5 vor zwölf in Europa, nur hats kaum jemand gemerkt. Gegen den Irrsinn einer europäischen Einigungspolitik, wie er 1988 von Kohl und Mittrrand mit dem Kungel um deutsche Einheit = Währungsunion = europäische Union eingeletet worden ist, helfen auch keine antiken griechischen Philosophen, denn politischer Schwachsinn hat keinen Stellenwert im philosophischen Kanon.

  • Keine Angst liebe Leute. Das Vögelchen wird eben noch ein bisschen zappeln. Das Genick ist schon fast durch. Am Ende werden WIR recht bekommen. Darum geht es uns doch oder?

    Denn wenn es uns darum ginge das (zu Unrecht) geliehene Geld zurückzubekommen, dann würden WIR ganz genau hören, was SYRIZA vorschlägt: Reformen ja, aber nicht zu JEDEM Preis.

    Wir sollten bitte nicht vergessen. Das Fingerzeigspiel nur unter Verlierern gespielt wird.

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