Griechenland-Krise
IWF fordert Schuldenerleichterungen

Der IWF geht hart mit den Europäerin ins Gericht: Er fordert mehr Schuldenerleichterungen für Griechenland und „eine sehr dramatische Verlängerung der Stundungszeiträume“. Denn Athens Schuldenberg legt deutlich zu.
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Berlin/BrüsselDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat Nachbesserungen beim geplanten Rettungsprogramm für Griechenland gefordert. Das geht aus einer aktuellen Analyse zur Schuldentragfähigkeit hervor, die dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vorliegt.

Darin warnt der Währungsfonds, dass die Schulden Griechenlands in den kommenden zwei Jahren auf nahe 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) klettern werden. „Die griechischen Schulden sind in höchstem Maße unhaltbar geworden“, heißt es weiter. Zudem listet er auf den vier Seiten Risiken auf, die den Finanzbedarf in den kommenden Jahren über die geplanten 85 Milliarden Euro weiter erhöhen könnten. So könnten die Banken möglicherweise noch mehr als die veranschlagten 25 Milliarden Euro benötigen, heißt es.

Der IWF fordert von den Euro-Staaten deshalb weitere Zugeständnisse. „Die dramatische Verschlechterung der Schuldentragfähigkeit macht Schuldenerleichterungen in einer Größenordnung notwendig, die weit über das hinausgehen, was bisher in Erwägung gezogen wurde und was vom ESM vorgeschlagen wurde“, heißt es in dem Papier. Eine Option sei „eine sehr dramatische Verlängerung der Stundungszeiträume“, schreibt der IWF.

Denkbar seien „30 Jahre“. In diesem Zeitraum würde Athen weder die alten noch die neuen Rettungskredite tilgen müssen. Auch Zinsen würden gestundet. Andere Möglichkeiten seien jährliche „Transfers“ der Euro-Staaten an Griechenland oder ein echter „Schuldenschnitt“, heißt es in dem Papier.

Die Euro-Länder hatten einen Schuldenerlass ausgeschlossen, wollen aber über eine weitere Verlängerung der Kreditlaufzeiten sprechen. Dem IWF zufolge müssten alle bisherigen und künftigen Hilfskredite auf mindestens 30 Jahre gestreckt werden, um die Schuldenlast tragbar zu machen. Griechenland hatte bereits in den beiden ersten Programmen rund 230 Milliarden Euro erhalten.

Kommentare zu " Griechenland-Krise: IWF fordert Schuldenerleichterungen"

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  • Wenn wir heute Griechenland 50 Mrd. € Schuldenschnitt zugestehen, machen sie morgen weitere 50 Mrd. € Schulden (oder noch mehr), am Ende werden sie ja wieder erlassen. Wo ist der Anreiz, keine Schulden zulasten anderer zu machen? Außerdem hat Griechenland in kden letzten 5 Jahren schon 2 Schuldenschnitte bekommen. Und dennoch, obwohl die Hilfskredite zinsfrei sind, ist es Griechenland nicht gelungen, einen ausgeglichenen Staatshaushalt hinzubekommen.

  • Ein Deutscher und ein Grieche ereilt ein Herzinfarkt. Nachdem der deutsche Arzt Beiden das Leben gerettet hat, bedankt sich der Deutsche artig und freut sich, das ihm der Doc das Leben verlängert hat.
    Der Grieche erwacht, haut dem Arzt eine aufs Maul, beschimpft ihn als Nazi-Schwein und schreit, warum er ihn gefälligst nicht gleich auch eine neue Leber transplantiert und eine Schönheits-OP vorgenommen hat....

  • Zitat:"„Die griechischen Schulden sind in höchstem Maße unhaltbar geworden“"

    Ok, wenn das so ist - dann bekommt Griechenland keine Hilfsgelder mehr von uns. Wir wollen doch nicht, dass die griechischen Schulden unhaltbar werden.

    ist doch nun wirklich ganz einfach :-)

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