Griechenland-Krise
Papandreou will die Macht teilen

Griechenland muss sparen, um die Pleite zu verhindern - doch die Griechen wollen das nicht wahrhaben. In Athen demonstrieren Zehntausende: Griechenlands Premier Papandreou steht vor einer historischen Entscheidung.
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AthenIn Griechenland bahnt sich ein Regierungswechsel an. Konfrontiert mit militanten Massenprotesten gegen seinen Sparkurs und einer zunehmend desolaten Finanzlage ist der sozialistische Ministerpräsident Giorgos Papandreou offenbar bereit, auf sein Amt als Regierungschef zu verzichten.

Papandreou habe in Telefongesprächen mit den Vorsitzenden der anderen Parlamentsparteien die Bildung einer „Regierung der nationalen Einheit“ vorgeschlagen, hieß es gestern in Regierungskreisen. Ihr sollen Politiker mehrerer Parlamentsparteien, aber auch überparteiliche Persönlichkeiten angehören.

Falls es zur Bildung einer solchen Regierung komme, werde Papandreou möglicherweise auf das Amt des Regierungschefs verzichten, hieß es. Papandreou selbst wollte sich am Abend in einer Fernsehansprache äußern.

Ein Vertreter der griechischen Opposition hat bestätigt, dass Papandreou mit dem Parteichef der Konservativen über eine Machtteilung verhandelt. Demnach traf sich Papandreou am Mittwoch bereits mit Samaras zu einem Gespräch über die mögliche Bildung einer großen Koalition, wie der staatliche Fernsehsender NET berichtete.

Unklar blieb, ob Papandreou oder vielmehr Samaras die Bildung einer Übergangsregierung aus Technokraten vorschlug. In den Gesprächen mit Oppositionsführer Antonis Samaras werde die Möglichkeit der Bildung einer großen Koalition ausgelotet, hieß es am frühen Mittwochabend.

Einer Übergangsregierung sollen Politiker mehrerer Parlamentsparteien, aber auch überparteiliche Persönlichkeiten angehören. Sie könnte etwa ein Jahr lang amtieren, in dieser Zeit die Verhandlungen über ein tragfähiges Rettungskonzept für Griechenland abschließen und versuchen, den bereits wieder aus dem Ruder laufenden Haushalt ins Lot zu bringen. In den ersten fünf Monaten 2011 klafft im Etat bereits wieder eine Deckungslücke von 3,2 Milliarden Euro.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters forderte die Oppositionspartei Nea Dimokratia Papandreous Rücktritt. Der Premier solle einem Nachfolger Platz machen, der allgemein akzeptiert sei, hieß es in Kreisen der konservativen Oppositionspartei. Dies habe Parteichef Antonis Samaras von dem Ministerpräsidenten gefordert.

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  • und man versteht nicht unbedingt, weshalb finanz-zocker die welt rulen wollen.
    Jedoch: sie tuns und den dritten WK werden die nichtmal kapieren.

    vermutlich ist ein handgefertigter Jensen mehr wert als der Weltfrieden.

    so what

  • Der Fisch stinkt immer vom Kopf ausgehend!
    Und ich kann mir absolut nicht vorstellen, warum ein Ministerpräsident, der für die katastrophalen finanzpolitischen Verfehlungen und absurden sozialen Benefiz' mitverantwortlich ist, fähig sein soll, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.

  • Der Knaxus fallus ist meiner Meinung nach,daß jeder Politiker alles unbedingt in seiner Amtszeit machen will,vereinigtes Europa,gemeinsame Währung,Weltfrieden,
    alle Menschen sind Brüder und all dieses Zeugs.
    Da geraten die so in einen Rausch wie ein Drogensüchtiger.Nur das der sein eigenes Geld aufbringen muß um auf`n Trip zu gehen.
    Wenn die mal endlich anständige Berater hätten,die
    sich auch mal trauen auf die Bremse zu treten,und in den Arsch ihrer Chefs.Aber dazu hat keiner mehr den Mut.
    Lafontaine war so einer der die ungebremste Ausbeutung der Arbeiter zugunsten der fixen Ideen nicht mitmachen wollte.
    Jetzt wird er fertiggemach von staatstragenden Medien.Alle diese Penner suchen dann nach Schuldigen.
    Das wird lustig.

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