Griechenland-Krise
Syriza-Fraktionschef hoffen auf schnelle Milliarden

In Athen verhandeln die Gläubiger mit der griechischen Regierung. Für Premier Tsipras ist eine Einigung schon bald möglich. Und die Zeit drängt: Am 20. August wartet die EZB auf eine Milliarden-Rückzahlung.
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AthenGriechenland und seine Geldgeber sind Ministerpräsident Alexis Tsipras zufolge kurz vor einer Verständigung auf ein drittes Hilfspaket. „Wir sind auf der Zielgeraden für eine Vereinbarung mit den Institutionen“, sagte der Regierungschef am Mittwoch in Athen. Er hoffe, dass trotz aller Schwierigkeiten es eine Verständigung gebe, die die Unsicherheit für Griechenland und die Euro-Zone beendeten.

Griechenlands linke Regierungspartei will dem klammen Staat rasch Zugriff auf ein Drittel der in Aussicht gestellten Milliardenhilfen sichern. Der Fraktionssprecher der Syriza-Partei im Parlament, Nikos Filis, brachte am Mittwoch im staatlichen Fernsehen eine erste Auszahlungstranche von 25 Milliarden Euro ins Gespräch. Dies wären fast 30 Prozent der von den Geldgebern für insgesamt drei Jahre avisierten Gesamtsumme. Zugleich benötigen die Hellas-Banken, deren Aktien an der Börse im freien Fall sind, Geld in eben dieser Größenordnung. Ministerpräsident Alexis Tsipras sieht die Verhandlungen mit den Gläubigern bereits auf der Zielgeraden.

Das Hilfspaket soll noch in diesem Monat beschlossen und verabschiedet werden. Die Zeit drängt: Am 20. August muss Griechenland mehr als drei Milliarden Euro an alten Schulden an die EZB zurückzahlen. Zudem stehen die einheimischen Banken, die wegen der drohenden Staatspleite drei Wochen geschlossen waren, mit dem Rücken zur Wand. Viele Kunden hatten in Unsicherheit über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone ihre Konten geräumt.

Die Talfahrt der Bankenaktien setzte sich an der Athener Börse ungebremst fort: Einheimische Branchengrößen wie die Alpha Bank und die Piraeus Bank verloren jeweils knapp 30 Prozent. Der Branchenindex büßte mehr als 27 Prozent ein.

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  • Fest steht, daß die Milliarden nach Griechenland fließen werden. Genauso steht bereits fest, dass die Reformauflagen des neuen Hilfspakets nicht umgesetzt werden, spätestens wenn sich eine neu gewählte griechische Regierung von den Vereinbarungen distanziert. Dass die Milliarden dann bereits geflossen sind, wird uns als ein der Demokratie geschuldeter Betriebsunfall verkauft. Wenn es um Europapolitik geht, bleibt der gebotenene ökonomische Sachverstand auf der Strecke. Die derzeitige Schwäche des Euro ist ein Beleg dafür, dass es fatal war, Griechenland in der Eurozone zu halten. Erst wenn es infolge einer wirtschaftlichen Destabilisierung der Eurozone auch zu einer politischen Destabilisierung kommt, fängt möglicherweise ein Umdenken an. Nur dürfte es dann vielleicht zu spät sein.

  • Her mit dem Geld. Reformen? Lieber nicht.

  • Also ich soll immer Flaschen sammeln wegen der ARGE und die Griechen bekommen ihre Kohle einfach so. Wie geht den das. Ich meine schon, dass
    deutsche Schiffsratten wie ich bevorzugt behandelt werden sollten.

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