Griechenland-Krise
Varoufakis reist mit leeren Taschen an

In Luxemburg kommen die Euro-Finanzminister zur letzten geplanten Sitzung zusammen. Ihr Thema: Griechenlands Schulden. Doch statt eines neuen Angebots, wird es von Finanzminister Varoufakis nur warme Worte geben.
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Brüssel/AthenDie Finanzminister der Euroländer kommen am Donnerstag zu neuen Beratungen über den Schuldenstreit mit Griechenland zusammen, machen sich aber keine großen Hoffnungen auf eine schnelle Lösung. „Die Chance, dass wir uns mit Griechenland am Donnerstag einigen, ist sehr klein“, sagte der Chef der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem vor dem Treffen in Luxemburg. Athen bleibt den Geldgebern weiterhin einen vernünftigen Reformvorschlag schuldig.

Auf die Frage, ob bei der Sitzung an diesem Donnerstag eine Lösung erzielt werden könne, antwortete Griechenlands Ressortchef Yanis Varoufakis in Paris: „Ich glaube nicht.“ Ähnlich äußerte sich auch Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem.

Aus den USA kamen erneut Warnungen vor weitreichenden ökonomischen Folgen, sollten sich Athen und die Geldgeber nicht auf eine Lösung einigen. Es sei im Interesse aller, „diese Situation zu lösen, bevor es entscheidende negative Folgen für die Weltwirtschaft gibt“, sagte Regierungssprecher Josh Earnest am Mittwoch in Washington. Man sei aber trotz bestehender Probleme weiter optimistisch, dass eine Lösung ohne Störung der Finanzmärkte möglich sei.

„Ich sehe das Potenzial für Störungen, die den Wirtschaftsausblick in Europa und die globalen Finanzmärkte betreffen könnten“, sagte Janet Yellen, Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Obwohl die USA nur sehr begrenzt mit der griechischen Wirtschaft verwoben seien, gebe es „zweifellos“ Ansteckungsgefahren, wenn Griechenland die Eurozone verlasse, sagte die Amerikanerin.

Nach Einschätzung des Chefs der Bundesbank, Jens Weidmann, gefährdet ein möglicher Grexit nicht die Existenz des Euro. Bei einem Ausscheiden des pleitebedrohten Griechenlands aus der Eurozone seien Ansteckungseffekte „sicher nicht auszuschließen“, sagte Weidmann in einem Interview mit der französischen Zeitung „Les Ecos“, „El Mundo“ aus Spanien und der italienischen Zeitung „La Stampa“ (Donnerstagsausgaben). Ein endgültiges Scheitern der Verhandlungen mit seinen internationalen Gläubigern bedeute aber vielmehr „schwer zu kontrollierende Konsequenzen für Griechenland“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Finanzstreit mit Athen um Deeskalation bemüht. Merkel werde in ihrer Regierungserklärung an diesem Donnerstag die griechische Regierung an ihre Verpflichtungen erinnern, ohne die Lage weiter eskalieren zu lassen, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person aus dem Umfeld der Kanzlerin. Vielmehr werde Merkels Botschaft sein, dass die Bundesregierung alles tun werde, um Griechenland in der Eurozone zu halten.

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„Es gilt das Prinzip: Hilfe nur gegen Gegenleistung“

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  • Wenn Tsipras die EU Bürokraten auflaufen lässt wird er gewinnen denn ausser einem Schuldenschnitt kann nichts besseres für GR passieren. Ob er in der EU und damit in der Eurozone bleibt ist die Entscheidung der Griechen, von wegen Grexit.

  • Wenn es um die griechischen und deutschen Beamten und Pensionären geht, ist Merkel, der nachgesagten Landesverräterin, voll in Geberlaune. Geht es im die deutschen Rentner versagt sie jede Hilfe. Es ist schon erstaunlich, dass dies hier unten den Betroffenen, dazu gehören auch die Malocher und Kinder, nicht wahrgenommen wird. Die Griechen haben längst von Merkel weitere Zusagen in hunderten Milliarden erhalten. Merkel ist und war stets dieses Deutschland. Merkel muss kurzen Prozess gemacht werden: Rausschmiß und Schutzhaft.

  • Die Durschnittsrente in der Slowakei beträgt knapp 400€, in Griechenland ca 950€

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