Griechenland-Krise
Varoufakis schlägt EU-Ministern Moratorium vor

Die griechische Regierung hat laut Medienberichten einen Kompromissvorschlag ausgearbeitet, um die Eskalation des Streits zu vermeiden. Die wichtigsten Punke sind eine Verlängerung des Kreditprogramms und ein Moratorium.
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Athen/BrüsselDie Arbeitsgruppe der griechischen Experten und der Geldgeber soll einen Kompromissvorschlag für das Eurofinanzministertreffen vorbereitet haben, wie die Nachrichtenagentur dpa und die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Kreise im Athener Finanzministerium berichten. Damit soll eine Eskalation der neuen Griechenland-Finanzkrise vermieden werden.

Die Geldgeber sollen sich danach bereiterklären, die restliche Tranche der Finanzhilfe für Griechenland in Höhe von 7,2 Milliarden Euro in kleineren Beträgen in den kommenden Monaten an Athen auszuzahlen. Gleichzeitig soll Athen die Zeit, die es braucht bekommen – etwa drei bis vier Monate nach eigenen Vorstellungen – um die eigenen Ziele in Sachen Konsolidierung der Wirtschaft und weitere Reformen anzupacken. Parallel sollen die „Institutionen“ (die umbenannte Ex-Troika) aus Kontrolleuren der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) in Brüssel prüfen können, ob Griechenland die Sparmaßnahmen einhält.

Auch aus den Reihen der Kreditgeber wird eine Verlängerung des laufenden Kreditprogramms als Kompromiss vorgeschlagen. Frankreichs Finanzminister Michel Sapin sagte am Montag vor Beginn der Beratungen mit seinen Amtskollegen aus den anderen Euro-Ländern in Brüssel, dies wäre die richtige Lösung. Ähnlich äußerte sich EU-Kommissar Valdis Dombrovskis. Er nannte eine Verlängerung des bestehenden Programms den realistischsten Weg, „um mehr Zeit für Verhandlungen zu ermöglichen“. Die Ausweitung könnte ein paar Monate bis ein halbes Jahr lang sein, ergänzte Dombrovskis. Die griechische Regierung müsse nun signalisieren, dass sie zu einem solchen Schritt bereit sei.

Die Euro-Finanzminister wollten ab dem Nachmittag über einen Ausweg aus dem Schuldenstreit beraten. Zum Ende des Monats läuft das aktuelle Hilfsprogramm der Euro-Partner für das Land aus. Ohne Kompromiss über den weiteren Kurs droht Griechenland eine Staatspleite.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Griechenland-Krise: Varoufakis schlägt EU-Ministern Moratorium vor"

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  • @ Herrn Query

    Hören Sie mir auf mit dem Draghi-Bashing. Der ist in der Euro-Zone überhaut noch der Einzige der etwas macht. Die Anderen stecken ihren Finger in den A.

    Ich weiss nicht ob Draghi ein Mafioso ist, nur Kapitalinteressen und seinen früheren Arbeitgeber im Sinn hat. Ich glaube eher, dass er ein Mann ist der mit viel Wissen und Mut genau das tut was man von ihm verlangt, egal an welche Position man ihn setzt. Er hat den Euro mit seiner OMT-Ankündigung gerettet. Mit Stark wäre es jetzt schon am Ende.

  • Das ist ein sehr guter Vorhalt @ Beo Bachter, ich hätte das Gleiche schreiben können (zwar mit anderen Worten).

    Die Welt lernt nur aus ihren Fehlern. Deshalb denke ich, wir sollten das Projekt "Euro" mit allem Engagement fortführen bis jeder verstanden hat, warum es nicht möglich ist. Wir könnten es jetzt schon sagen, aber das reicht nicht.

  • Dann zahlen Sie mal schön die Hartz-4-Sätze an die Griechen von Ihrem Gehalt.
    Wissen Sie nicht, daß es bei uns genug Leute gibt, die nicht wissen, wie sie den Monat über die Runden kommen? Diese Leute wären zumindest dankbar, was man den ewig meckernden und fordernden Griechen wohl nicht nachsagen kann.

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