Griechenland-Krise

Warten, wer zuerst zuckt

Eigentlich sollten die Verhandlungen über ein neues Rettungsprogramm heute beginnen. Doch es gibt schon vor Beginn der Gespräche Probleme. Brüssel versucht den Streit herunterzuspielen. Doch der Zeitplan wackelt.
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Geld fehlt dem griechischen Staat – und seinen Bürgern. Quelle: dpa
Rentner in Athen

Geld fehlt dem griechischen Staat – und seinen Bürgern.

(Foto: dpa)

Berlin, Athen, BrüsselDie Verhandlungen über das dritte Rettungsprogramm haben noch gar nicht offiziell begonnen, doch schon gibt es den ersten Streit: Entgegen der ursprünglichen Planungen sind Vertreter der Geldgeber-Institutionen am Freitag noch nicht nach Athen gereist.

Vor allem Vertreter des Internationale Währungsfonds (IWF) warten derzeit noch ab. Der Grund: Die Athener Regierung habe den IWF lediglich eingeladen, über das neue ESM-Rettungsprogramm zu verhandeln, erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld der Institutionen.

Griechenland habe aber keinen Antrag gestellt, dass sich der IWF an dem neuen Programm beteiligen soll. Der Währungsfonds prüft derzeit noch, wie er damit umgehen soll. Eigentlich hatte Premier Alexis Tsipras in der Einigung auf dem Euro-Krisengipfel zugesagt, dass er beim IWF einen Hilfsantrag stellen wird. Das unterbrochene IWF-Programm läuft noch bis März 2016 und enthält noch 16 Milliarden Euro.

Doch auch die Vertreter von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Euro-Rettungsfonds ESM lassen offenbar noch auf sich warten. Grund dafür soll ein Streit mit der griechischen Regierung sein. Sie wolle die Experten der Institutionen 20 Kilometer außerhalb Athens unterbringen, sagte ein Vertreter der Euro-Zone dem Handelsblatt. Das verstoße ebenfalls gegen die Vereinbarung des Euro-Gipfels. Dort hatte Tsipras den Institutionen eine Normalisierung der Zusammenarbeit zugesagt, inklusive Arbeitsmöglichkeiten in Athen.

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Einige Vertreter der Geldgeber sind nun entsprechend verärgert. Dass es schon vor Beginn der Verhandlungen erste Komplikationen gibt, werten sie als negatives Zeichen. In Brüssel wurde der Streit hingegen heruntergespielt.

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35 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Warten, wer zuerst zuckt"

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  • Sie meinen mit "Deutschen" die deutschen Politiker und an ihrer Spitze Merkel und Schäuble, der eigentlich nur eine Anti- GR - Sow abzieht, um nicht später wie Merkel verbal mit Schlamm beschmissen zu werden.
    Der Rest der Deutschen liest nicht täglich Zeitung und kann bequem von der absichtlich kompliziert konstruierten EU Regierung über den Tisch gezogen werden, wie die EU das mit Erfolg auch bei der giftigen Energie Sparlampe ohne parlamentarische Abstimmung auf Initiative der Konzerne getan hat. In der GR Krise stehen statt der Konzerne die Geldgeber und die USA als Despoten vor der EU.

  • Soviel ich verstanden habe, muessen die “Brueckenfinanzierungen” im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen an die gebenden Institutionen (EFSF?) zurueckgezahlt werden. Und weiterhin, Deutschland hat gegenueber dem EFSF eine Garantie fuer eine Teilsumme der Brueckenfinanzierung abgeben muessen, in welcher Hoehe ist mir nicht bekannt. Vielleicht weiss einer der Mitforisten mehr darueber.

  • Solange der Kreditantrag geprueft wird, gibt es eine Brueckenfinanzierung. Dauern die Verhandlungen laenger, gibt es vielleicht sogar zwei Brueckenfinanzierungen. Vielleicht muss man die 86 Milliarden sogar komplett vorfinanzieren. Hat man je so einen grotesken Unfug gesehen?

    NEIN ZUR BRUECKENFINANZIERUNG! Die laesst ergebnisoffene Verhandlungen gar nicht mehr zu.

  • @Albers

    Zitat: "Je Pöbel desto AfD ..."

    Sie müssen dann ja AfDler von Natur her sein ...

  • Das sehe ich auch so, selbst wenn jemand der Inhalt nicht stets durchgängig gefällt oder wir - mehr noch - des Themas überdrüssig sein mögen.

  • Einfach nicht hin fahren - nicht verhandeln.

    Zeit verstreicht - Griechenland kann nicht zahlen
    Pleite - Grexit - aus.

    die Wlt kann so einfach sein :-)

  • "die Mehrheit der Dummköpfe wusste"

    Warum lassen Sie sich denn so verhetzen? Überlegen Sie doch mal was passiert, wenn man den Griechen nicht hilft. Wie sieht denn dann die europäische Zukunft aus? Den Zahn, dass es wieder so wie 1960 in der Bundesrepublik wird, kann ich Ihnen ziehen. In einer globalisierten Welt, sind wir als Einzelkämpfer anderen, die miteinander kooperieren oder von Natur aus größer und stärker sind als wir, hoffnungslos unterlegen - in politischer, wirtschaftlicher, demoskopischer und militärischer Hinsicht.




  • "Ähnliches gilt für die nationalen Regierungen und deren wichtigtuerisches Personal."

    Das ändern Sie natürlich nicht dadurch, dass Sie Pleitiers. Verschwörungstheoretiker und Rechtsideologen in Regierungsverantwortung hieven. Das machtalles nur schlimmer, würde ich sagen...*G*

  • "Für jeden einigermaßen informierten"

    Meinen Sie? *g* Na, ich denke, dass die Mehrheit durchaus die Bemühungen der Kanzlerin um Stabilität zu schätzen weiß. Den deutschen geht es gut und will da irgendwelche Experimente à la Syriza oder AfD, die nur im Unfall enden könnten? Es hat doch keiner Bock darauf wegen 100 Milliarden die Zukunft unüberlegt auf's Spiel zu setzen...

  • "Eine ganz große Bitte: wäre es möglich, dass das Handelsblatt bis zum Ende der Verhandlungen mit Griechenland nicht mehr darüber berichtet?"

    Seien Sie doch liberal und altmodisch konservativ. Niemand zwingt Sie etwas zu lesen, was Ihnen nicht gefällt. Wir leben in einem freien Land - machen Sie von Ihren Rechten gebrauch und kaufen einfach nichts, was Sie nicht mögen. Vom liberalen und konservativen Standpunkt ist das eine Selbstverständlichkeit. *G*

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