Griechenland-Krise
Was machen die denn da?

Während in Brüssel über die Bedingung der Rettung gefeilscht wird, proben die Griechen: Manche die Normalität, manche den Aufstand. Die Touristen schauen ihnen dabei irritiert zu. Erlebnisse einer Krisennacht in Athen.
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AthenWarum sollte man diese Geschichte eigentlich nicht auf dem Dach eines Hotels beginnen. Dem Grand Hotel Bretagne, des ersten Hauses in Athen, gleich am Syntagma-Platz vor dem Parlament. Achter Stock also, Sky Bar. Unten pusten an diesem milden Frühsommerabend tausende Menschen aus vollem Hals in ihre Trillerpfeifen um die Rettung ihres Landes herbeizuführen. Oben lässt sich folgende Szene beobachten: ein älterer, etwas untersetzter Mann im schwarzen Poloshirt, das akkurat in seiner beigen kurzen Hose Steckt.

Amerikaner, Westküste. Neben ihm eine jüngere Frau, die sich als seine Tochter zu erkennen gibt. Er: „Wofür demonstrieren die da eigentlich? Für oder gegen Europa?“ Sie: „Ich bin nicht sicher. Sie haben EU-Fahnen und griechische Flaggen.“ Er: „Wie auch immer“, wirft einen letzten Blick auf das bunte Völkchen zu seinen Füßen, dreht sich um, bittet um ein Foto von sich und seiner Tochter vor der Akropolis, die im Hintergrund strahlt, und widmet sich seinem Weißwein.

Sie ist ja tatsächlich nicht mehr einfach auseinanderzuhalten, diese Schulden-Euro-Griechen-Krise, die in der letzten Nacht mal wieder eines ihrer Endspiele hatte und die Europäer und Griechen gleichermaßen zu spalten scheint. Am Sonntag noch gehörte der Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament den Euro-Gegnern, die einem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt waren und für eine harte Linie ihrer Regierung in Brüssel warben: keine weiteren Sparauflagen, keine weitere Austeritätspolitik, forderten Tausende.

An diesem Montag dann umgekehrt: Im Euro bleiben, koste es was es wolle, war das Motto unter dem sich ebenso viele am frühen Abend versammeln und bis spät bleiben. Aber von vorn.

Um kurz nach sieben Uhr Abends beginnt sich der Platz langsam zu füllen. Es ist warm, die Menschen tragen Sonnenbrille, rauchen Zigarillo, viele trinken Eiskaffee. Der Demonstrantenmix geht quer durch die Bevölkerung: alte, junge, Männer, Frauen, Kinder. Ein alter Mann schiebt einen Karren mit gerösteten Nüssen über den Platz, verkauft daraus abgepackte Tüten. Ein anderer Händler hat Flaggen und Trillerpfeifen im Angebot. Viele hier kommen direkt von der Arbeit und sind auf einen Sprung bei der Demo vorbeigegangen. Das jedenfalls verraten ihre Klamotten.

Kommentare zu " Griechenland-Krise: Was machen die denn da?"

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  • GR hatte die EU-Standards bezüglich Staatsstrukturen- und Finanzierung schon vor Eintritt in die EU bei weitem verfehlt. Mit gefälschten Haushalts - Daten hat sich GR in unsere EU- Gemeinschaft reingemogelt. Kaum war GR drin, haben die Griechen mit unbezahlbaren Krediten ein extremes 'Dolce Vita' bezüglich Verbeamtung von Jobs, Frühverrentung und Steuernachlässen geführt, für das seither die EU- Gemeinschaft bezahlen muss. Es ist nicht die Aufgabe der EU, diesen Schurken- Staat umzuerziehen. Der GREXIT ist nunmehr überfällig !!!

  • zu Beginn des Artikels ein Banker - dann ein Politiker der mit seiner Doktorarbeit betrogen hat.

    Lauter Grioechen die von der Arbeit kommen, dass bei der hohen Arbeitslosigkeit...

    das zeigt und doch wie es dort weiter gehen wird, oder?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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