Griechenland-Krise
Was Tsipras von der DDR lernen kann

Die DDR könnte den Griechen als Vorbild dienen. Denn laut DIW gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen Griechenlands Euro-Beitritt und der deutschen Währungsunion von 1990. Allerdings hatte die DDR einen großen Vorteil.
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Die starke D-Mark zwang die DDR-Wirtschaft in die radikale Modernisierung. Griechenland steht die Anpassung seiner Institutionen an den starken Euro noch bevor, analysiert das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW pünktlich zum 25. Jahrestag der deutschen Währungsunion am 1. Juli 1990. Vorteil DDR: Sie bekam 1,5 Billionen Euro Transfers.

Was passiert, wenn eine international nicht wettbewerbsfähige Wirtschaft die Währung einer starken offenen Volkswirtschaft übernimmt? Es entsteht ein schmerzvoller und schwieriger Anpassungsprozess, schreibt DIW-Chef Marcel Fratzscher. Griechenland heute sei in vielerlei Hinsicht mit der DDR im Jahr 1990 vergleichbar.

Denn die zwei Hauptprobleme beider Länder seien die ineffizienten staatlichen Institutionen und eine Wirtschaftsstruktur, die im internationalen Wettbewerb nicht überlebensfähig sei. Der wichtigste Unterschied allerdings sei, dass die DDR-Wirtschaft nach dem Fall der Mauer auch ohne die Währungsunion nicht überlebt hätte.

Die Währungsunion war deshalb nach Meinung Fratzschers eine Erfolgsgeschichte. „Es war richtig, sie schnell umzusetzen, und es war richtig, einen relativ hohen Umtauschkurs festzusetzen“, analysiert er: So bekamen die DDR-Bürger zumindest ein Einkommen, das half, die größten Härten abzufedern.

Allerdings hatte die DDR den riesigen Vorteil, dass sie drei Monate nach der Währungsunion im wiedervereinigten Deutschland aufging und damit Transferzahlungen und Investitionsförderung bekam – wobei ein hoher Anteil der Aufbau-Ost Hilfen nicht direkt den Bürgern zu Gute kam, sondern vielfach den Unternehmen.

Kommentare zu " Griechenland-Krise: Was Tsipras von der DDR lernen kann"

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  • Die EUDSSR ante porta: Es zeigt sich ganz deutlich am Schicksal Griechenlands, einem Kernland des kulturellen Europa: Die ursprünglichen Vorstellungen vom Europa der Vaterländer, ein freiwilliger Zusammenschluss, der die jeweilige kulturelle Tradition der Einzelstaaten überarbeitet und alles ausgrenzt, was dem Kulturaustausch und der Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Entwicklung einer humanistischen Kultur in jeweils eigener Verantwortung bisher im Wege stand und Konfliktstoff der Vergangenheit war und immer noch ist mit dem Ziel: Endlich eine Versöhnung von Geist und Natur in Europa gemeinsam zu erreichen, ist endgültig gestorben. Griechenland soll die europäische Union verlassen, weil es mit der Zwangsvereinigung über eine genetisch kranke Währung nicht auskommt, was eigentlich von Anfang an, und nicht nur für Griechenland, klar war. Wer das fordert? Der Wirtschafts- und Finanzminister der Eurozone, als Group 30 Mann unbedingter Vertreter des US- Großkapitals wie Kollege Timothy Geitner, das auch weltweit weiterhin die Fäden ziehen will, Draghi, und sein Adlatus mit viel Erfahrung mit der „Steuervereinfachung“ internationalen Großkapitals, Juncker, ist dazu entschlossen: whatever it takes – es baden ja immer andere aus, insbesondere die europäische Mittel- und Unterschicht; Und die Vertreter humanistisch motivierter und deshalb notwendigerweise basisorientierter demokratischer Umgangsformen – Eine in jeder Beziehung traurige Bilanz der politischen Arbeit von 27 Jahren. In vielen europäischen Ländern sind Kräfte aufgestanden, die ein deutliches Zeichen gegen ein „weiter so“ gesetzt haben, aber viele haben sich schon zurückgezogen und andere formieren sich zurzeit noch in der Phase der Sinnfindung.

  • Interessant ist der Vergleich, wenngleich er hinkt!
    Zum Zeitpunkt des Anschlusses war die ehemalige DDR pro Kopf weit geringer verschuldet als die Bundesrepublick. Dies änderte sich mit dem Anschluß drastisch.

    Der Anschluß ansich ging mit der Zerstörung jeglicher Industrie einher, die bis heute zu einer Entvölkerung des Landes führte.

    Die blühenden Landschaften, die die CDU sah, blieben bis heute aus. Mit den Geldern des Aufbaus Ost wurden nicht wenige Projekte im Westen finanziert, beispielsweise in Bayern der Ausbau der A9. Bis 1990 wurde mit Subventionen anderer Länder beispielsweise auch Bayern finanziert. Nur nannte man es nicht Aufbau Bayern, sondern Länderfinanzausgleich!

  • Ich verstehe nicht was diese 2000 Jahre alten Kulturen mit dem Tag X heute zu tun haben. Nicht nur, dass die "alten Griechen" schon vor XXXX Jahren aus dem damaligen Griechenland vertrieben wurden und de facto nichts mehr mit den heutigen Griechen zu tun haben, mir erschließt sich auch nicht der Sachzielzweck. Wie kann denn diese alte Kultur den Euro heute retten ?

    Zum Schluss wollte ich sie auch noch darauf aufmerksam machen, dass sie trotz Ihres "Klischeedenkenverbots" gegenüber anderen , mit Klischees der alten minoischen, byzantinischen, ... (hoch) Kulturen und der auf den Bäumen sitzenden Germanen, Kelten, mit Stereotypen, Klischees und einseitig ideologischen beschriebenen Metaphern nur so um sich werfen.
    Diese´Argumentation ist hochgradig inkonsistent !

    Viele Grüße

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