Griechenland-Krise
Wulff fordert Beitrag der Banken

Der Bundespräsident kritisiert „Trittbrettfahrer in der Finanzwelt“ und fürchtet eine wachsende Europa-Skepsis der Bürger.
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BerlinBundespräsident Christian Wulff hat einen Beitrag der Banken zur Lösung der Griechenland-Krise gefordert und zugleich „Trittbrettfahrer in der Finanzwelt“ kritisiert. „Die Banken müssen Verantwortung übernehmen: zum Beispiel Kredite strecken, Zinsen verändern“, sagte Wulff der „Zeit“. Es gebe zu viele, „die profitieren, ohne beizutragen“.

Der Bundespräsident kritisierte „Trittbrettfahrer in der Finanzwelt, die an Staaten mit hohen Staatsschulden immer noch bestens verdienen und darauf setzen, dass sie von der Politik aufgefangen werden“. Er forderte ein „überzeugendes und tragfähiges Gesamtkonzept, bei dem wirklich alle herangezogen werden“. Andernfalls werde der Zweifel bei den Menschen überall in Europa wachsen.

Das griechische Parlament stimmt an diesem Mittwoch über ein Sparpaket zur Rettung des Landes vor der Pleite ab. Im Tauziehen um eine Gläubigerbeteiligung an einem zweiten Hilfspaket für Griechenland rückt unterdessen eine Einigung zwischen deutschen Banken und Versicherern mit dem Finanzministerium näher, wie aus Regierungskreisen in Berlin verlautet war.

Deutsche Banken und Versicherer waren nach früheren Angaben mit gut 20 Milliarden Euro in Griechenland engagiert. Eine komplett freiwillige Einbindung der Privatgläubiger ist wichtig, damit Rating-Agenturen diese Maßnahme nicht als Zahlungsausfall bewerten. Dies könnte die Schuldenkrise in der Euro-Zone dramatisch verschärfen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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