Griechenland-Krisengipfel Der Frist sei dank

Showdown in der Griechenlandkrise: Endlich müssen die Politiker sich in Sachen Griechenland entscheiden. Das ständige und unwürdige Aufschieben hat ein Ende.
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Die EZB genehmigt eine Anhebung der Notfallhilfen nur noch bis einschließlich Montag. Das ist dann auch für die Politik die deadline, bis zu der eine Einigung gefunden worden sein muss. Quelle: dpa
Notfallhilfen für Griechenland

Die EZB genehmigt eine Anhebung der Notfallhilfen nur noch bis einschließlich Montag. Das ist dann auch für die Politik die deadline, bis zu der eine Einigung gefunden worden sein muss.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSpieltheoretiker hatten bisher ihre wahre Freude an den Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern. Bessere Praxisbeispiele für ihre Ansätze gibt es kaum: Wie treibe ich den Einsatz der Gegenpartei hoch, wie baue ich ein möglichst abschreckendes Szenario auf, wie teile ich mich in den guten und den bösen Spieler auf und wie pokere ich bis zum Schluss, um das Ergebnis möglichst in meinem Sinn zu beeinflussen?

Der besorgte Bürger mag sich manchmal gefragt haben, ob das unsägliche Pokern völlig anstelle politischer Entscheidungen gerückt ist. Und deshalb ist es gut, dass es nach mehreren Verlängerungen endlich eine feste Frist gibt, zu der sich die Staats- und Regierungschefs entscheiden müssen: Einigung und Lösung – oder Staatspleite. Weiteres Aufschieben macht das Problem nur noch größer – und die Problemlösung schwieriger und teurer.

Zum einen muss die Regierung in Athen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington Ende des Monats anderthalb Milliarden Euro zurückzahlen. Kurz darauf ist auch eine milliardenschwere Rückzahlung an die Europäische Zentralbank (EZB) fällig.

Zudem endet Ende Juni das zweite Rettungsprogramm von Europäischer Union, EZB und IWF für Griechenland. Nach den Wahlen in Athen, die die linkspolitische Syriza und ihren Ministerpräsidenten Alexis Tsipras an die Macht gebracht haben, wurde es bereits einmal um vier Monate verlängert. Beide Fristen sollten eigentlich genügen, um ein weiteres Aufschieben zu unterbinden.

Zum Glück gibt es aber noch eine dritte Frist: den Finanzmarkt. Denn die Abhebungen bei den griechischen Banken haben mittlerweile so bedenkliche Ausmaße angenommen, dass es schon deshalb für die Politik nötig ist, endlich Farbe zu bekennen.

Klarer kann eine Deadline nicht sein
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38 Kommentare zu "Griechenland-Krisengipfel: Der Frist sei dank"

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  • Hans Maiser
    ich stimme Ihnen absolut zu.
    Nicht nur Griechenland ist das Problem
    Merkel hat uns auch mit Haut und Haaren an die USA verkauft und wird auch noch den 3. WK auslösen, wenn die USA das wollen

  • Daniel Huber
    das Problem ist ja, dass dieser Eurovertrag einen austritt verbietet.
    Das it für mich kriminell, denn man jeden Vertrag kündigen.
    Wer das damals gemacht hat, müßte vor Gericht

  • V.Meinhardt,
    ich stimme Ihnen voll und ganz zu.
    Merkel vernichtet eher Deutschland, ehe sie zu Verstand kommt.
    Wie konnte man diese 200%ige DDR-Frau zur Kanzlerin machen?
    Waren denn damals alle ohne Verstand?

  • Es zeigt sich doch immer mehr, dass der Euro die schlimmste Tat war und ist, die uns nach dem 2.. WK zugefügt wurde.
    Man kann doch nicht Länder mit unterschiedlicher Wirtschaftsleistung unter ein Geld stopfen zu gleichen Bedingungen.
    Wann begreifen das denn endlich mal unsere Politiker?
    Und was die Zahlungen an Griechenland betrift, so müssen wir wohl eines begreifen. Merkel wird weiterhin zahlen, denn sie hat von Obama den Auftrag
    Merkel gibt erst Ruhe wenn auch Deutschland völlig pleite ist

  • Ich befürchte, dass Griechenland seinen Geldgebern alles Mögliche verspricht um weitere Milliarden € zu kassieren. Nach Erhalt der Hilfspakete wird Griechenland die Versprechungen an die Geldgeber, zum Wohle seiner reichen Kaste aufweichen und nicht einhalten.

    Griechenland ist eine Blaupause für Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Diese Länder stehen ebenfalls vor dem Abgrund und werden Hilfspakete ohne Gegenleistung verlangen. Seit 2010 hat sich nichts verändert. Würde der Leitzins jetzt um 1 % angehoben, ist Italien sofort zahlungsunfähig und die anderen Länder folgen. Die EZB verzögert den Konkurs der oben genannten Länder mittels monatlichen Anleihekäufe von 60 Milliarden €.

    Das Schneeballsystem arbeitet auf Hochtouren.
    Wie naiv muss man sein zu glauben, dass die Länder mit unterschiedlich starken Währungen mit einer Währung wirtschaften können.

    Allein die unterschiedlichen Mentalitäten der Völker und die geostrategisch ausgerichteten Wirtschaften lassen nur eine bestimmte Wirtschaftsleistung zu. Folglich entspring daraus ein unterschiedliches Wirtschaftswachstum. Diese gravierenden Unterschiede wurden mittels Auf- oder Abwertung der jeweiligen Währungen ausgeglichen.

    Die Konsequenz ist, in Brüssel muss ein Reglement verabschiedet werden, wo Euro-Länder ihre eigene Währung wieder einführen können und dabei in der EU bleiben dürfen. Ein „Vereinigte Länder von Europa“ wie die „Vereinigte Staaten von Amerika“ wird in absehbarer Zeit nicht umsetzbar sein. Zu tief sitzt der Wille der Bevölkerungen, ihre eignen Souveränitäten zu behalten.

    Eine politische Union ist nicht umsetzbar. Das haben die Euro-Beführworten von Anfang an gewusst. Sie hofften, dass über die Gemeinschaftswährung die Völker zueinander geknebelt werden können. Die Bevölkerungen in Europa folgen nicht immer dem Kapital. Die gierige abstrakte und kalte Finanzwelt und das gefühlte Wohlwollen der Menschen können nicht übereinkommen.

  • Genauso ist es, eine Insolvenzverschleppung kostet auf jeden Fall mehr, nebenbei geht auch noch jegliches Vertrauen in die Politik verloren. Sollte auch noch der IWF rausgekegelt werden, wovor Sinn ausdrücklich warnt, dann wäre für mich die rote Linie endgültig überschritten und Schäuble nochmals der Lüge überführt, damit die CDU für mich nicht mehr wählbar!

  • Die kriminelle Insolvenzverschleppung zu Lasten deutscher Steuerzahler und der Bruch aller Verträge mit Abschaffung des Rechtsstaates werden weitergehen - mit Merkels Duldung und Draghis williger Umsetzung.

    Motto: Lieber die Wahnidee eines Sch...-Euro, unter dem alle leiden, verfolgen, als ein zunkunftsorientiertes, wettbewerbsfähiges Europa aufbauen. Europa schießt sich selbst ins Abseits. Ich beneide die Engländer. Die dürfen wenigstens über einen Austritt aus diesem jammervollen Versagerverein abstimmen. Das ist im Staat der FDJ-Kanzlerin nicht vorgesehen. Euro-Fahnen hoch, die Fraktionsreihen fest geschlossen und alternativlos in den Untergang in den Fußstapfen der DDR...

  • Tsipras soll versprechen was die Euro Kasper hoeren wollen und schon fliesst das Geld. Einhalten braucht Griechenland die Abmachungen nicht. Was soll dieses ganze Theater?

  • Es gilt immer noch und erst Recht für Länder:

    "To big to fail"

    Es ist niemals eine Option Griechenland fallen zu lassen. Das Gerede ist nur Theater.
    Wir sollten uns von unseren Milliarden Euros verabschieden und sie nach Griechenland schicken. Ist doch nur Geld. Das kann man beliebig drucken.

    Varoukakis meinte mal, uns trennen doch nur ein paar hundert Millionen Euro. Wegen dieser Peanuts wird man doch nicht rumzicken, oder?

    Die Schulden können nie zurückgezahlt werden, also kann man sie auch gleich erlassen.

  • Verwunderlich ist, dass Sinn jetzt an Griechenland völlig andere Massstäbe anlegt und dort einen sofortigen Ausstieg für möglich hält? Man macht sich in den elitären Geldzirkeln seine neoliberale Welt, wie sie einem gefällt.
    Auf der Strecke bleibt dabei die breite Masse in ihrer Lebensgestaltung, welche den Größen- und Machtwahn weniger erstmal produktiv erwirtschaften und vor allem über den Zins durch immer weitere Abgabenerhöhungen und Belastungen letztlich selbst finanzieren muss. Staat ist immer jeder einzelne Bürger selbst. Deshalb waren ja auch die ganzen Konjunkturprograme, wie z. Bsp. die Abwrackprämie „kein Geschenk“, sondern wurden aus dem eigenen Geldbeutel refinanziert. Gilt genauso für das Merkel-Steinbrücksche Garantie-Versprechen der „sichernen Spareinlagen der Deutschen“. Auch ein schlechter Witz, der den beiden tatsächlich abgekauft wurde, da der Sparer und Steuerzahler am Ende immer für sich selbst bürgt. Womit sollte die Bundesregierung im GAU denn sonst, das Garantieversprechen einlösen, wenn nicht mit diesem Geld der Sparer und Steuerzahler?

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