Griechenland-Krisengipfel
Der Frist sei dank

Showdown in der Griechenlandkrise: Endlich müssen die Politiker sich in Sachen Griechenland entscheiden. Das ständige und unwürdige Aufschieben hat ein Ende.
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DüsseldorfSpieltheoretiker hatten bisher ihre wahre Freude an den Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern. Bessere Praxisbeispiele für ihre Ansätze gibt es kaum: Wie treibe ich den Einsatz der Gegenpartei hoch, wie baue ich ein möglichst abschreckendes Szenario auf, wie teile ich mich in den guten und den bösen Spieler auf und wie pokere ich bis zum Schluss, um das Ergebnis möglichst in meinem Sinn zu beeinflussen?

Der besorgte Bürger mag sich manchmal gefragt haben, ob das unsägliche Pokern völlig anstelle politischer Entscheidungen gerückt ist. Und deshalb ist es gut, dass es nach mehreren Verlängerungen endlich eine feste Frist gibt, zu der sich die Staats- und Regierungschefs entscheiden müssen: Einigung und Lösung – oder Staatspleite. Weiteres Aufschieben macht das Problem nur noch größer – und die Problemlösung schwieriger und teurer.

Zum einen muss die Regierung in Athen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington Ende des Monats anderthalb Milliarden Euro zurückzahlen. Kurz darauf ist auch eine milliardenschwere Rückzahlung an die Europäische Zentralbank (EZB) fällig.

Zudem endet Ende Juni das zweite Rettungsprogramm von Europäischer Union, EZB und IWF für Griechenland. Nach den Wahlen in Athen, die die linkspolitische Syriza und ihren Ministerpräsidenten Alexis Tsipras an die Macht gebracht haben, wurde es bereits einmal um vier Monate verlängert. Beide Fristen sollten eigentlich genügen, um ein weiteres Aufschieben zu unterbinden.

Zum Glück gibt es aber noch eine dritte Frist: den Finanzmarkt. Denn die Abhebungen bei den griechischen Banken haben mittlerweile so bedenkliche Ausmaße angenommen, dass es schon deshalb für die Politik nötig ist, endlich Farbe zu bekennen.

Kommentare zu " Griechenland-Krisengipfel: Der Frist sei dank"

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  • Hans Maiser
    ich stimme Ihnen absolut zu.
    Nicht nur Griechenland ist das Problem
    Merkel hat uns auch mit Haut und Haaren an die USA verkauft und wird auch noch den 3. WK auslösen, wenn die USA das wollen

  • Daniel Huber
    das Problem ist ja, dass dieser Eurovertrag einen austritt verbietet.
    Das it für mich kriminell, denn man jeden Vertrag kündigen.
    Wer das damals gemacht hat, müßte vor Gericht

  • V.Meinhardt,
    ich stimme Ihnen voll und ganz zu.
    Merkel vernichtet eher Deutschland, ehe sie zu Verstand kommt.
    Wie konnte man diese 200%ige DDR-Frau zur Kanzlerin machen?
    Waren denn damals alle ohne Verstand?

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