Griechenland
Milliarden-Fördergelder wegen Bürokratie versackt

11,5 Milliarden Euro an Fördergeldern versacken gerade in griechischen Behörden, anstatt die Wirtschaft anzukurbeln. EU-Regionalkommissar Johannes Hahn kritisierte das Kompetenz-Wirrwarr nach einem Besuch in Athen.
  • 9

AthenEin Wirrwarr in der griechischen Verwaltung verbaut dem pleitebedrohten Land nach Ansicht der EU-Kommission den Zugang zu wichtigen Fördergeldern. Viel zu oft werden Akten zwischen regionalen, kommunalen und nationalen Behörden hin- und hergeschoben, erklärte Regionalkommissar Johannes Hahn nach einem zweitägigen Besuch in Athen. Es gehe um Gelder in Höhe von rund 11,5 Milliarden Euro, die die griechische Wirtschaft ankurbeln könnten, sagte Hahn bei einer Pressekonferenz, berichtete die halbamtliche Nachrichtenagentur ANA.

Hahn traf sich am Freitag auch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras. Zuvor hatte er der Presse gesagt, dass von 181 Projekten, die von der EU finanziert werden, nur 15 in die Tat umgesetzt worden sind. Weitere einhundert seien auf „gutem Wege“, während weitere 64 hinter dem Zeitplan herhinken, meinte Hahn weiter.

Wie es aus Kreisen des Kommissars hieß, nehme Hahn insgesamt aber einen positiven Eindruck mit nach Hause. Er sei zuversichtlich, dass nach den Verzögerungen wegen der zwei Wahlgänge in Griechenland im Mai und Juni jetzt die Programme ohne weitere Verzögerungen umgesetzt werden könnten. Bei den Projekten handelt es sich hauptsächlich um Infrastrukturvorhaben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Milliarden-Fördergelder wegen Bürokratie versackt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • 500 € nehmen sich neben den 3000 € doch schon fast bescheiden aus... außerdem war die Erhöhung bekannt, wenn auch unbeliebt. Hier jedoch geschah die Erhöhung heimlich und wurde nur zufällig entdeckt.
    Heute wurde zusätzlich bekannt, dass in praktisch allen Abgeordnetenbüros 4-5 höchstdotierte Familienmitglieder und/oder Freunde beschäftigt sind.
    Glauben Sie bitte nicht, dass die unendlich unfähigen und durch und durch korrupten griechischen Verhältnisse in irgendeiner Weise auf Deutschland übertragen werden könnten. Sicher kommt es auch in D zu Korruption. Aber es ist eher die Ausnahme als die Regel und es gilt außerdem: wehe, wenn es herauskommt! Hier aber kommt es regelmäßig NICHT zur Strafverfolgung, denn - ich bin so frei, es mal zu behaupten - alle Staatsanwälte sind längst mit im Boot und Sie können sich entweder freikaufen (ich habe das bei einem Nachbarn erlebt) oder aber der betreffende StaA wird vom Erwischten mit dessen Wissen über den StaA erpresst.
    Seien Sie froh, sich in einem vergleichsweise so sicheren Rechtsraum zu bewegen.

  • Die Subventionspraxis der EU fördert die Korruption. Das ist in Deutschland nicht anders als in Griechenland, Spanien oder Italien. Nur werden die meisten Subventionen in die europäische Peripherie geschickt. Damit ist die Korruption auch dort am größten.

  • Ich bin auch nicht sauer auf die Griechen.
    Aber ich bin stinkwütend auf unsere Politiker, welche das sauer verdiente Geld der deutschen Steuerzahler in die EU verschenken. Welche nicht in der Lage waren und sind, darüber Kontrolle zu behalten und es auch niemals sein werden und noch versuchen, uns weiterhin für ihr efolgloses und antidemokratisches Elitenprojekt in die Haftung zu nehmen!

    Unsere Politiker gehören angeprangert!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%