Griechenland nach der Wahl
So reagiert das Ausland auf Tsipras´ Sieg

Alexis Tsipras gewinnt zum zweiten Mal die Wahl in Griechenland. Das Echo in Europa ist geteilt: Die einen wünschen dem „Freund“ viel Glück. Doch es gibt auch Kritik aus den Medien. Unsere Korrespondenten berichten.

Die Reaktionen auf den erneuten Sieg von Alexis Tsipras bei der Wahl in Griechenland sind geteilt. Während etwa Frankreichs Präsident François Hollande gratuliert und den Sieg als „einen wichtigen Erfolg für Tsipras, für Syriza und für Griechenland, das einen Zeitraum der Stabilität erleben wird“ bezeichnet, titelt die konservative italienische Zeitung „Il Giornale“: „Tsipras. Die Griechen fallen wieder darauf herein.“ Unsere Korrespondenten berichten über die Reaktionen zu Tsipras' erneutem Erfolg.

Spanien: Die letzte Chance

In Spanien wird der Sieg der linken Syriza vor allem mit Blick auf die eigene ultralinke Protestpartei Podemos bewertet: Die spanische Tageszeitung El Mundo schreibt, der Sieg von Syriza gibt auch dem Podemos-Chef Pablo Iglesias einen Schub. Er hatte sich wenige Tage vor dem Wahlgang in Athen an der Seite seines Freundes Tsipras gezeigt und ihn unterstützt.

Tspiras und Iglesias haben sich längst zusammengetan und wollten vereint für eine Revolution kämpfen, die vom Süden Europas ausgeht. Die Umfragewerte von Podemos sind in den vergangenen Monaten jedoch deutlich gesunken und zahlreiche Beobachter haben dafür auch den Verlauf der Verhandlungen von Tspiras mit Brüssel verantwortlich gemacht. Statt Revolution akzeptierte Tsipras härtere Sparauflagen und verordnete schließlich sogar Neuwahlen. Dass Podemos-Führer Iglesias dennoch zu seinem politischen Freund gehalten hat, sei kohärent und pragmatisch, schreibt El Mundo.

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Passend dazu auch Iglesias' Reaktion auf Twitter: Er schrieb nach dem Wahlsieg: „Die Griechen haben sehr klar gesagt, wen sie als Premierminister wünschen. Glückwunsch“ und an Tsipras gewandt: „Viel Kraft, Freund.“ Eine ganz eigene Deutung des Wahlsiegs fand die Nummer zwei von Podemos, Iñigo Errejón. „Das griechische Volk belohnt den demokratischen Mut. Glückwunsch Tsipras. Dritter Sieg gegen die Troika.”

Die Kommentatoren der größten und international bekanntesten Tageszeitung Spaniens El País sind der Meinung, dass Syriza, den dritten Schuldenschnitt vermutlich besser umsetzten kann als andere Parteien, weil der Parteichef ihn selbst verhandelt habe.

Zudem trage diese Syriza, die nun um „die weniger realistischen Elemente“ bereinigt sei, in der Regierung mehr zur nötigen Stabilität im Land bei als aus der Opposition heraus. Die zweite Chance für Tsipras, so die Zeitung, sei aber auch die letzte Chance, die Europa ihm biete, die Anstrengen auf sich zu nehmen und den dritten Schuldenschnitt umzusetzen.

Reaktionen aus dem politischen Establishment kommen neben der von Iglesias aus der linken Ecke: Der Chef der sozialistischen spanischen Oppositionspartei PSOE, Pedro Sánchez, gratulierte Tsipras zum Wahlsieg. „Glückwunsch Syriza“, schrieb er auf Twitter. „Hoffentlich beginnt nun einen stabile Zeit in Griechenland, die es erlaubt, das Land zu modernisieren und die eine Zukunft mit wirtschaftlichem Wachstum und sozialer Gerechtigkeit bringt.“

Sandra Louven, Madrid

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