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Griechenland-Panik: Ratingagenturen unter Beschuss

exklusiv Griechenlands Schuldenkrise spitzt sich zu. Dies setzt die EU-Staaten unter massiven Handlungsdruck, ein Übergreifen auf andere Staaten wie Portugal zu verhindern. Ausgelöst wurde die neuerliche Angst vor Staatspleiten durch die Abwertung der Kreditwürdigkeit der beiden Länder, was nun auch die Ratingagenturen in ein schlechtes Licht rückt.

DÜSSELDORF/BRÜSSEL. Nach dem jüngsten Einbruch der Aktienmärkte infolge der Abwertung der Kreditwürdigkeit Griechenlands und Portugals geraten die Ratingagenturen unter Beschuss. In Brüssel zeigte man sich schwer verärgert. Es sei völlig unverständlich, dass die Agentur die von Europa und dem Internationalen Währungsfonds in Aussicht gestellte Hilfe bei ihrem Urteil offenbar außen vor gelassen habe, heißt es in Kommissionskreisen.

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Die offizielle Reaktion fällt etwas diplomatischer aus, offenbart zwischen den Zeilen aber großes Misstrauen: „Es ist nicht Sache der Kommission zu beurteilen, ob das abgegebene Rating richtig oder falsch ist“, sagte eine Sprecherin. „Wir gehen aber mal davon aus, dass Ratingagenturen, die Griechenland bewerten, die Fundamentaldaten der griechischen Wirtschaft und das von EZB, IMF und den Eurostaaten geschnürte Hilfspaket angemessen berücksichtigen.“ Man hoffe, dass sich die Ratingagenturen und andere Spieler auf den Finanzmärkten in diesen sensiblen Zeiten verantwortungsvoll zeigen.

Es stelle sich die Frage, welche neuen Informationen Standard & Poor's (S&P) dazu bewogen haben, ihr Rating für griechische Staatsanleihen auf das Ramschniveau „BB+“ zu senken. „Fast scheint es, als sollten nun die EU und der IWF zur Hilfe getrieben werden“, sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, am Mittwoch Handelsblatt Online. Schon seit längerem hätte jedem Beobachter klar sein müssen, dass die Sanierung der griechischen Staatsfinanzen „keine Kurzgeschichte“ sei. „Das Handeln der Ratingagenturen überzeugt hier ebenso wenig wie in der Finanzkrise 2008 und 2009.“

Der FDP-Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis nannte es einen Fehler, dass den Ratingagenturen viel zu viel Macht gelassen worden sei. Was nun passiere, sei ein Lehrstück: Die ständige Abwertung der Kreditwürdigkeit Griechenlands habe dazu geführt, dass das Land nun wirklich zahlungsunfähig sei, sagte Chatzimarkakis im Deutschlandradio Kultur. Athen habe nun das Problem, gar keine Staatsanleihen mehr aufnehmen zu können. Banken würden griechische Anleihen abstoßen. „Und das alles nur wegen des Urteils von einigen Herren und Damen in New York.“ Es handle sich um die gleichen Ratingagenturen, die bei der US-Investmentbank Lehman Brothers „voll daneben gelegen haben“, sagte Chatzimarkakis dem Inforadio des RBB. „Und jetzt trauen wir denen mehr als der Einschätzung der Europäischen Zentralbank. Ich finde das unmöglich.“

Griechische Staatsanleihen waren am Dienstagabend von der Ratingagentur Standard & Poor's auf Ramschniveau heruntergestuft worden. Zusätzliche Besorgnis löste die Nachricht aus, dass auch Portugal, das ebenfalls mit einem großen Defizit zu kämpfen hat, erneut herabgestuft wurde. Experten warnten vor einer Kettenreaktion.

  • 28.04.2010, 21:53 UhrAnonymer Benutzer: FelixSchwarz

    Es wäre ein Segen, wenn Griechenland zahlungsunfähig wird.

  • 28.04.2010, 21:35 UhrAnonymer Benutzer: Widerstand10

    Ratingagenturen sind wie die "Mafia" sie können auf Grund ihrer beurteilungen Milliarden Dollar an den richtigen Stellen abzocken. Ratingagenturen müssen verschwinden genau wie die Schufa, die über Leben oder langsamen Tod entscheidet.

  • 28.04.2010, 20:41 UhrAnonymer Benutzer: THINKBIG

    hat sich mal einer der Herren Gedanken darueber gemacht warum wir als Europaer...drei amerikanischen Ratingagenturen unsere Zukunft anvertrauen sollen? Dieselben Agenturen bewerten ihre Heimat mit mit der Hoechstnote obwohl die Staatsschulden bei ueber 1,5 biLLiONEN sind. Es wird an der Zeit eine Europaeische Rating agentur einzufuehren!! Manchmal muss man eben Sachen hinterfragen..und nicht einfach die bild lesen.

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