Griechenland: Papademos ringt mit Gewerkschaften um Sparziele

Griechenland
Papademos ringt mit Gewerkschaften um Sparziele

Lukas Papademos auf schwieriger Mission: Der griechische Ministerpräsident hat den Arbeitnehmern einen harten Sparkurs aufgebürdet. Wie die Lasten genau verteilt werden, soll sich nun in Athen zeigen.
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AthenDer griechische Ministerpräsident Lukas Papademos will mit Gewerkschaften und Handelsverbänden über Einzelheiten seiner Sparpläne beraten. In den Gesprächen sollen voraussichtlich auch Lohnkürzungen und andere umstrittene Themen diskutiert werden.

Vor dem nächsten Besuch internationaler Finanzinspektoren Mitte Januar hatte Regierungssprecher Pantelis Kapsis auch ein Ausscheiden aus der Eurozone nicht mehr ausgeschlossen. Athen musste bereits im Mai mit internationaler Hilfe in Höhe von 110 Milliarden Euro gerettet werden. Eine zweite Zahlung von 130 Milliarden wurde im Oktober bewilligt. Die Umsetzung ist aber an Bedingungen geknüpft.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Um ein volkswirtschaftliches Problem zu lösen, hat ein Staat nur folgende Werkzeuge: Löhne, Preise und Währung.

    Was die Löhne im privaten Sektor anbetrifft, so hat man in vielen Fällen die Tarifverträge außer Kraft gesetzt, die Löhne sanken. Die Löhne im staatlichen Sektor wurden nur marginal gekürzt. Mehr war nicht möglich. Die Umsetzung der TROIKA-Vorhaben, z.B. die Öffnung der bisher geschlossenen Berufe, trifft ebenfalls auf Widerstand. Entlassungen sind kaum durchführbar.
    Das Geld im Ausland ist doch auch das der eigenen Familie – niemand sägt sich den Ast ab, auf dem er sitzt.

    Die Preise lassen sich nicht diktieren, ein Appell soll ausreichen. Statt dessen steigen die Ausgaben für den Staat und seine zweifelhaften Leistungen an.

    Und die Währung ist ja der Euro. Den können die Griechen nicht abwerten.
    Viele Abgeordnete erhalten inzwischen Morddrohungen. Die Geister, die sie selbst ins Leben riefen (ohne sie und ihre Bestechlichkeit gäbe es die immense Zahl von Beamten nicht), werden sie nun nicht mehr los.

    Deswegen war es auch schon zu Beginn der Krise klar, dass hier nur eine Staatsinsolvenz hilft. So wie im Privatsektor: alle Verträge (auch die mit den Beamten) werden nichtig, es wird mittels eines Schlüssels verteilt, was noch in der Kasse ist. Gläubiger bleiben auf einem Teil ihrer Forderung sitzen. So wäre ein Neuanfang möglich.

  • Langsam muss man sich doch fragen ob ein Euro-Austritt der Griechen vor knapp 2 Jahren nicht doch die bessere Alternative gewesen wäre. Der damalige Schuldenschnitt wäre auch teuer gewesen, die Wirtschaft wäre genauso geschrumpft, aber man wäre heute das Problem vermutlich los und könnte nach vorne schauen.

  • Anstatt Arbeitnehmer aus dem privaten Sektor in den finanziellen Ruin und die Verarmung zu treiben, sollte sich Herr Papademos doch endlich mal der Eintreibung der 40 - 60 Milliarden Euro annehmen, die griechische Unternehmen, dem Staat schulden. Es ist aber auch an der Zeit über die Effektivität und Produktivität dieses enormen Staatsapparates nachzudenken. Brauchen wir tatsächlich über eine Million Beamte ? Man sollte sich diese Frage vor allem in Anbetracht der Tatsache stellen, dass der Staatsapparat in Griechenland - nunmehr erwiesenermassen - nicht funktioniert, siehe OECD Studie. Nachdem ich nun gut 16 Jahre in diesem Land lebe, kann ich leichten Gewissens sagen, griechische Beamte tun nichts, sie wissen nichts und sie können auch nichts !

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