Griechenland

Papademos will Athens Defizit massiv drücken

Der erste Etatentwurf des neuen Premiers liegt auf dem Tisch: Papademos will das Defizit im nächsten Jahr um fast die Hälfte senken. Doch der Plan ist fast nur durch ein Wunder zu erreichen - und den Schuldenschnitt.
Update: 18.11.2011 - 12:41 Uhr 11 Kommentare
Griechenland hat für 2012 ehrgeizige Sparpläne. Quelle: dapd

Griechenland hat für 2012 ehrgeizige Sparpläne.

(Foto: dapd)

AthenDie neue griechische Regierung unter Ministerpräsident Lucas Papademos setzt ehrgeizige Ziele für das kommende Jahr. Der Entwurf für den Haushalt 2012, den Finanzminister Evangelos Venizelos am Freitagnachmittag in Athen vorstellen will, sieht vor, dass Griechenland sein Defizit von heute etwa 9 auf 5,4 Prozent senkt. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Banken einem freiwilligen Schuldenschnitt bei griechischen Anleihen in Höhe von 50 Prozent zustimmen, heißt in dem Entwurf. Die Vorgängerregierung unter dem zurückgetretenen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou hatte bisher ein Defizit von 6,8 Prozent eingeplant.

Die Arbeitslosigkeit werde 15,4 Prozent erreichen, hieß es in dem Entwurf. Für das kommende Jahr wird mit einer Arbeitslosenquote von 17,1 Prozent gerechnet. Zudem stünden Entlassungen Tausender Staatsbediensteter bevor. Details dazu gab es zunächst nicht.

Neben den Schuldenschnitt erhofft sich das hoch verschuldete Land erhebliche Mehreinnahmen durch die Privatisierung von Staatsunternehmen. Athen will in den kommenden Wochen unter anderem die staatliche Lotterie (OPAP), mehrere Regionalflughäfen und Häfen privatisieren. Das soll 2012 rund 9,3 Milliarden Euro in die Kassen spülen, nach 1,7 Milliarden Euro in diesem Jahr. Ein neues Sparpaket soll aber nicht geschnürt werden. „Wir brauchen keine weiteren Maßnahmen mehr, die an den Einkommen der Bürger zehren - so lange wir umsetzen, was wir bereits beschlossen haben“, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos.

„Die Erfüllung aller von unserem Land versprochenen Reformen ist von existenzieller Bedeutung“, unterstreicht die Regierung in der Einleitung. Dem Land bleibe nur noch „wenig Zeit“, sich mit Hilfe der Partner in der EU zu retten. Zurzeit finden Verhandlungen statt, um die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels zu einem Schuldenschnitt in die Tat umzusetzen. Der Schuldenstand wird dem Entwurf nach im kommenden Jahr auf 309,3 Milliarden Euro oder 145,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes fallen - vorausgesetzt, der Schuldenschnitt kommt.

2011 wird mit 352 Milliarden Euro gerechnet, was den Angaben nach 161,7 Prozent der Wirtschaftsleistung entspräche. Der Haushalt sieht Mehreinnahmen von 57 Milliarden Euro im Vergleich zu 2011 vor. Die Ausgaben sollen von 71 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 66 Milliarden Euro 2012 sinken. Ziel der Regierung sei es, 2012 erstmals einen „primären Überschuss“ aufweisen.

Für das kommende Jahr rechnet die Regierung mit einem Rückgang der griechischen Wirtschaftsleistung um 2,8 Prozent. Papandreous Regierung war noch von einem Minus von 2,5 Prozent ausgegangen.

  • dapd
  • rtr
  • dpa
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11 Kommentare zu "Griechenland: Papademos will Athens Defizit massiv drücken"

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  • ich habe folgendes entdeckt:
    bitte bei youtube fränky pänky griechenland eingeben. sehr nette nummer die das alles aufs korn nimmt. wir sollten das lachen nicht verlernen.
    http://www.youtube.com/watch?v=RzXP8sCrBIg

  • Tricki Griechen: "Wir zahlen jeden Cent zurück", gemeint sind die Cent-Beträge, also rechts vom Komma. Die Euro-Beträge,links vom Komma haben die schon längst "verschoben". Eben tricki..

  • Komisch, ich dachte immer der griechische Anfangsschuldenstand war bei 350 Milliarden, und jetzt soll NACH dem SChuldenschnitt eine Zahl von 350 Milliarden im Raum stehen??? Wurde die Öffentlichkeit getäuscht??? Das wären ja 700 Milliarden gewessen!!! Oder hab ich das Rechnen verlernt?

    Jedenfalls MUSS Griechenland selbst und mit HIlfe aller Euro-Staaten die gesamten im Ausland geparkten SChwarzgelder BEDINGUNGSLOS eintreiben!!! Zur NOt muss ein noch nie dagewesener Druck auf dei SChweiz ausgeübt werden. Hier muss die Gemeinschaft zur Not brachiale Mittel einsetzen, wie Handelssanktionen. Das ist mein absoluter Ernst.

    Denn es ist eine Sache mal einen Schwarzgeldflüchtlich ein Numernkonto zu erlauben. Wenn es aber wie in Griechenland die ganze Finanzwelt in den ABgrund treibt, dann hört einfach der Spass auf!!! (Auch Luxemburg etc.).

    Im Übrigen, bei vielen Steuerdiskussionen hat die Schweiz immer gerne argumentiert.....ja wenn die Leute bei Euch die Steuer nicht zahlen, dann seid ja IHR Schuld, weil ihr ein ungerechtes Steuersystem habt.

    So, ICH möchten diesbezüglich nicht, dass die SChweiz darüber befinden kann was in anderen LÄndern ungerecht ist.

    Zudem sagt ja niemen, wenn in einem Land- z.B. Griechenland - jemand sagt, mir sind die STuern zu hoch, ich gehe in dei Schweiz, ODER ich hab offiziell ein KOnto dort, die Kapitalertragssteuer wird nach Griechenland überwiesen. Das ist ja alle OK.

    Nicht OK ist, wenn dei Leute hinterzogenen Steuern in die Schweiz auslaugern. Das sind durch kriminelle Machenschaften verschobenen GElder, die den einzelnen STaaten zustehen. Man darf in diesem Fall auch von Beihilfe zur Steuerflucht reden, absolut!!!!

    Also, HER mit den Schwarzgeldern.

  • Als mittel-europäischer Steuerzahler möchte ich erstmal wissen auf welche Schwarzkonten die 900 Millionen EURO Noten für die "Rettung" der "Privat" - Bank "Proton" eingebucht wurden.

  • Endlich mal was sehr positives über Giechenland:
    auf You Tube. Eingabe: Fränky Pänky Griechenland.
    Lach mal wieder. Tun die Griechen ständig über die doofen Deutschen die Ihnen Geld überweisen.

  • Griechenland ist ein Wrack.

    Das Land wird 10 Jahre lang schrumpfen und die Schulden werden weiterhin anwachsen. Die 5% Neuverschuldung 2012 sind bei 20% Arbeitslosigkeit auch nur Illusion und Bluff.

    Griechenland braucht wieder seine eigene Währung, da führt kein Weg dran vorbei.

  • Liebe Leser,

    dass die Griechen ihre Rechenkünste seit der Antike etwas verlernt zu haben scheinen, ist jedem seit den vergangenen Jahren klar geworden. Jedoch auch in dieser Kalkulation des Staatsdefizites wird einmal wieder übertrieben. Das anvisierte Defizit in 2012 i.H.v. 309,3 Milliarden Euro oder 145,5 Prozent des BIP und das vorraussichtlich diesjährige Defizit i.H.v. 352 Milliarden Euro oder 161,7 Prozent des BIP passen eindeutig nicht zusammen. Durch eine kleine Milchmädchenrechnung, den so genannten "Dreisatz", sieht wohl jeder, dass diese 4 Angaben nicht zusammen passen.

  • Herr Papademos will eben im Auftrag der europäischen Goldman-Sachs-Regierung noch das letzte aus Griechenland rauspressen, was zu holen ist:
    http://www.presseurop.eu/de/content/article/1177201-goldman-sachs-meint-es-gut-mit-uns

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    Man fühlt sich geradezu erschlagen von der Fülle an Zahlen! Leider fehlen die Zahlen der ergaunterten Beträge der Proton-Bank, von Petzetakis und Atti-Kat und wie sie sonst noch alle heißen mögen.
    Eine Frage für das BM der Finanzen hätte ich noch:
    In der Bilanzierung und vor allem der Saldierung wird beim Anteil am ESFS der Betrag z.B. der Proton-Bank anders gerechnet als der der HRE? Oder sind diese Beträge allesamt nicht saldierungsfähig - nach Gesetz meine ich.
    Und zweite Frage: Der Herr Reichenbach, der in Griechenland eine "effektive Finanzverwaltung" begründen soll, korrigiert der jetzt den Zeitraum seiner Betätigung auf mehrere Generationen?

  • Wir werden ja sehen.Ich hoffe der Mann schafft was-es ist wichtig für Griechenland und noch wichtiger für die Eurozone.Die müssen sich was gegen die Steuerhinterziehung einfallen lassen.Die Idee mit der Besteuerung in der Schweiz ist gut aber das soll auf die ganze EU ausgeweitet werden.Die Griechen schaffen ihr Geld auch nach Süditalien,Bulgarien,Luxemburg,Deutschland,etc.

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