Griechenland

Samaras will Schulden begleichen

An diesem Freitag kommt der griechische Ministerpräsident Samaras nach Berlin. Er will um mehr Zeit für seinen Reformkurs werben. Bei Vizekanzler Rösler kann er dafür nicht auf Verständnis hoffen.
Update: 23.08.2012 - 02:36 Uhr 64 Kommentare
Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras empfing am Mittwoch Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker. Quelle: dpa

Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras empfing am Mittwoch Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker.

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Athen/BerlinGriechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras will das neue Sparpaket für das krisengeplagte Land „innerhalb der nächsten Wochen“ unter Dach und Fach bringen. Das versprach Samaras am Mittwoch in Athen nach einem Gespräch mit dem Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Zugleich versicherte Samaras, sein Land werde trotz aller wirtschaftlichen Probleme alle mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Ziele erreichen werden. Die griechische Regierung hatte mit den internationalen Geldgebern vereinbart, ihre Ausgaben bis 2014 nochmals um rund 11,5 Milliarden Euro zu reduzieren.

Größtes Problem Griechenlands ist die mehrjährige Rezession, die Steuereinnahmen versiegen lässt und die Griechen in hoher Zahl in die Arbeitslosigkeit getrieben hat. Daher bitte die Regierung darum, dass es mit der Wirtschaft endlich wieder voran gehen könne, sagte Samaras. Er hatte bereits früher erklärt, sein Land brauche mehr Zeit bei der Realisierung der von den Kreditgebern verlangten Reformen, damit die Wirtschaft nicht noch weiter abgewürgt wird.

Juncker sprach sich gegen ein drittes Hilfspaket für Griechenland aus. „Das ist Griechenlands letzte Chance“, sagte Juncker. Ob Griechenland mehr Zeit zur Erfüllung seiner Sparziele erhalte, werde vom Ergebnis der Überprüfung durch die Gläubiger-Troika aus EU, IWF und EZB abhängen. Priorität Nummer eins habe für das Land jedoch die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. Er sei „absolut dagegen“, dass Griechenland aus der Eurozone austrete.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hingegen hat seine Forderung bekräftigt, dass Griechenland in der Euro-Krise die zugesagten Reformen im vereinbarten Zeitraum erfüllen muss. „Rabatte auf Reformen darf es nicht geben“, sagte er der Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung. Neues Vertrauen in den Euro werde nur geschaffen, wenn sich alle an die Regeln hielten, sagte Rösler. „Das bedeutet auch: Wer fest vereinbarte Reformzusagen nicht einhält, kann keine weitere finanzielle Hilfe erwarten. Auch eine zeitliche Streckung, wie sie von der griechischen Regierung gefordert wird, hilft nicht weiter.“

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier plädierte hingegen in der „Frankfurter Rundschau“ für mehr Entgegenkommen gegenüber Griechenland. „Wenn das neue Konsolidierungsprogramm der Griechen plausibel und belastbar ist, wäre es doch nicht besonders klug, wegen einer Verlängerung des Zahlungsziels von zwölf Monaten alle Forderungen in den Wind zu schreiben“, sagte er. Nach seiner Einschätzung werde auch Kanzlerin Angela Merkel am Ende nachgeben. „Merkel wird sich winden, eine Befassung des Bundestages so lange wie möglich aufschieben und am Ende doch einer Verlängerung zustimmen“, sagte Steinmeier.

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64 Kommentare zu "Griechenland: Regierungschef Samaras verspricht Schulden zu begleichen"

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  • Samaras verspricht, alle Kredite zurückzuzahlen.
    Hollande und Monti versprechen dasselbe.
    Politiker versprechen allen alles.
    Niemand nimmt sie beim Wort.

  • Genau, Griechenland kann das auch und wird es tun EUROS DRUCKEN. In Attica hat Gr.ein hypermoderne mega Euro-Gelddruckerei (met Deutsche Macihinen) wo unenlich Euros ausrollen konnen. Originale Falschungen.
    Damit sind wir erpressbar. Gr. Kann auch sein Grenzen offnen und N.Europa legal und illegal uberschwemmen mit Asylanten. Damit sind wir auch erpressbar.
    Gr. Hat noch viele Moglichkeiten!

  • So ein dummes Geschwätz!

  • Genau ... das lockere Versprechen Schulden zu begleichen ... . Aber bitte ... fordern Sie nicht von Politiker "Daten, Zahlen, Fakten". Die Wirtschaftsrealität ist doch schon etwas sehr hart. Das bloße emotionale Verspechen muss doch reichen ´(plus Zuversicht äußern und vor allem nicht zu vergessen: viel lächeln und keine verbindlichen Zusagen machen).

    Es hört sich doch viel besser an: "Griechenland will kein Geld; Grichenland will nur längere Zeiträume, um Rückzahlungen zu leisten". Schlechter hört sich dagegen an: "Greichland benötigt weitere Kredite, um bestehende Rückzahlungsverpflichtungen zu leisten".

    Das ... auch Zeit Geld kostet ... wenn interessiert schon diese Kleinigkeit ... außer vielleicht rating-Agenturen.

  • Diese Art Versprechen hört ein Gerichtvollzieher mehrmals täglich.

  • Ist ja alles in Ordnung. Als Sicherheit sollten die Griechen ein paar Inseln anbieten, und zwar durch die UNO abgesegnet.
    Falls sie das nicht machen wollen, ist die Aeusserung von Samas nur eine weitere Luege der Griechen!

  • Eher wird GR von der Kontinentaldrift komplett nach Asien verschoben, als dass D einen lausigen €-Cent an Rückzahlung sieht. Der Mann ist annähernd so seriös wie ein Hüttchenspieler. Wer darauf reinfällt, ist selber Schuld.

  • Der Mann ist am Ende, genau so wie sein Land.
    Wer so feudal auf Kosten ANDERER lebt und gelebt hat,
    nennt man im Volksmund SCHMAROTZER.
    Nichts, aber auch gar nichts gegen Soldidarität, aber man
    darf den Bogennicht überspannen und das hat Griechenland
    mehrfach getan. Liefert Gold und nachhaltige Sicherheiten
    ab, jagt die Politkaste zum Teufel, enteignet sie aber vor-
    her und löst euren sinnlosen Militärapparat auf.
    Arbeitet was Sinnvolles, holt Investoren ins Land, die
    sonst nach Fernost abwandern, schafft Sonderwirtschafts-
    zonen, erhebt Steuern und schafft nachhaltige Sozialsysteme, in die jeder Bürger einzuzahlen hat, auch
    die POLITKASTE und die MILLIARDÄRE. Bau Schulden ab und
    "backt endlich kleinere Brötchen".
    Aus EU-Töpfen hat und bekommt Griechenland genug Geld.
    Sonderzahlungen sind nicht nötig und sinnvoll, zurück
    zur DRACHME!

  • Jedenfalls hört sich Samaras so an wie ein Bundesliga-Verein, der 5 Spieltage vor Saisonende abgeschlagen auf dem 18.Platz seht und den Geldgebern verspricht, die letzten 5 Spiele alle mit 3:0 oder höher zu gewinnen und den Abstieg auf jeden Fall verhindern wird. Großes Ehrenwort.

  • Ich kann leider nicht erkennen, warum das Ausscheiden eines Zwergstaates ohne Wirtschaft schlecht für Europa sein sollte. Das Gegenteil ist der Fall.

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