Griechenland
Regierungsparteien wollen Lohnkürzungen verhindern

Griechische Regierungsparteien lehnen laut einem Koalitionsvertrag Kürzungen der Löhne und Renten ab. Mit dem Schritt geht Athen auf Konfrontationskurs zu den internationalen Geldgebern - die fordern Einsparungen.
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AthenIm krisengeschüttelten Euromitgliedsland Griechenland soll es nach dem Willen der regierenden konservativen Nea Dimokratia (ND) und ihres sozialistischen Juniorpartners Pasok keine Kürzungen bei Löhnen und Renten mehr geben. Das geht aus einem neuen Koalitionsvertrag hervor, den der konservative Premierminister und ND-Chef Antonis Samaras mit dem Pasok-Vorsitzenden, Außenminister Evangelos Venizelos, am Mittwoch vereinbarte.

Darin heißt es unter anderem: „Neue Haushaltsmaßnahmen, die Löhne und Renten beschneiden, dürfen und können nicht ergriffen werden.“ Weder die Gesellschaft noch die Wirtschaft könnten solche Maßnahmen aushalten.

In dem 43-Punkte-Papier, das keine konkrete Regierungspolitik beschreibt, sondern eher eine allgemeine Absichtserklärung darstellt, wird die Notwendigkeit von wachstumsfördernden Maßnahmen und Strukturreformen betont. Das neue programmatische Abkommen war nötig geworden, nachdem im Sommer der dritte Regierungspartner, die Demokratische Linke, aus der Koalition ausgestiegen war.

Mit dem Schritt geht Athen auf Konfrontationskurs zu den internationalen Geldgebern, die Einsparungen fordern. Deren Inspektoren kehren am 4. November nach Griechenland zurück, um die Reformfortschritte des hoch verschuldeten Staats zu prüfen.

Zwischen Griechenland und seinen Euro-Rettungspartnern gibt es laut der Regierung in Athen einen Streit über die Höhe der für 2014 zu erwartenden Lücke im Etat. Die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) erwarten demnach für das kommende Jahr ein Defizit von etwa zwei Milliarden Euro, Griechenland hingegen nur 500 Millionen. Das rezessionsgeplagte Land wird seit 2010 von seinen Euro-Partnern und dem IWF mit Krediten in Höhe von 240 Milliarden Euro über Wasser gehalten. Durch die schwere Wirtschaftskrise und die harten Sparmaßnahmen sind die Griechen heute fast 40 Prozent ärmer als vor fünf Jahren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Griechenland: Regierungsparteien wollen Lohnkürzungen verhindern"

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  • nicos 2003: Wer sich über andere Länder wie die Griechen herablässt, sollte sich erst aie eigene Nase fassen.

  • ich empfinde es als eine schande wie hier leute die,von nichts eine ahnung,laut dem was sie als kommentare abgeben, uber andere herziehen. DANKE EUROPA!!!!!DANKE DEUTSCHLAND!!!!!

  • Solange der Staat seine Bediensteten noch mit 14 Monatsgehältern bedient, kann es mit den finanziellen Einschnitten bei einer angeblich angestrengten Haushaltslage nicht so weit her sein. Dafür macht man Menschen, welche Rentenansprüche in Griechenland erworben haben und jetzt im Ausland sind, das Leben schwer, indem man einfach die Rentenzahlungen von heute auf morgen eingestellt hat. Bescheinigungen, welche vom griechischen Rentenversicherungsträger an Rentenbezieher zum jährlichen Nachweis, dass man noch am Leben ist und Anspruch auf eine Rente hat, ausgegeben wurden, sind plötzlich nicht mehr ausreichend. Abgesehen vom hochmütigen und unverschämten Ton der Staatsdiener gegenüber Ausländern, würde ich der griechischen Regierung den Geldhahn lieber heute als morgen zudrehen.
    Jahrzehntelang hat sich ein Kreis der dortigen Beamten in Selbstbedienung geübt (und wahrscheinlich auch heute noch, siehe im Fall Standesämter) und jetzt jammert man der Welt vor, wie schlecht es doch einem geht.

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