Griechenland-Reparationen
Athen droht mit Pfändung deutscher Immobilien

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras beharrt auf Reparationen für den Zweiten Weltkrieg. Sein Justizminister erklärte sich bereit, die Pfändung deutscher Immobilien im Land zu erlauben.
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AthenKurz vor der Wiederaufnahme von Gesprächen über seine Sparmaßnahmen am Mittwoch hat Griechenland abermals deutsche Entschädigungszahlungen für die Nazi-Besetzung des Landes im Zweiten Weltkrieg ins Spiel gebracht.

Der linksradikale Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte am Dienstag im Parlament in Athen, ein Reparationsabkommen mit Deutschland aus dem Jahr 1960 habe zentrale Forderungen der Griechen nicht abgedeckt.

Zu den griechischen Forderungen gehörten Zahlungen für zerstörte Infrastruktur und Kriegsverbrechen sowie die Rückgabe eines Darlehens, das vom besetzten Griechenland erzwungen wurde, sagte Tsipras. Deutschland hat wiederholt weitere Reparationszahlungen an Griechenland ausgeschlossen und erklärt, die Angelegenheit sei durch existierende Abkommen geklärt.

Der griechische Justizminister Nikos Paraskevopoulos erklärte sich am Mittwoch bereit, die Pfändung deutscher Immobilien in Griechenland zu erlauben, sollte es zwischen Athen und Berlin zu keiner Einigung über die griechischen Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg kommen. „Ich beabsichtige die Erlaubnis zu geben“, sagte er im griechischen Fernsehen. Die endgültige Entscheidung werde jedoch die Regierung treffen, hieß es.

Der höchste Griechische Gerichtshof (Areopag) hatte im Jahre 2000 nach einer Klage der Hinterbliebenen eines Massakers der Wehrmacht im mittelgriechischen Distomo im Jahr 1944 mit 218 Opfern beschlossen, deutsches Eigentum in Griechenland dürfe beschlagnahmt und gepfändet werden, um die Kläger zu entschädigen. Zuvor hatte ein Landgericht in der Provinzstadt Livadeia den Hinterbliebenen der Opfer 28 Millionen Euro Entschädigungen zugesprochen.

Kommentare zu " Griechenland-Reparationen: Athen droht mit Pfändung deutscher Immobilien"

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  • Was sich diese linksradikale Regierung, Vertreten durch die Herren Tsipras und Varouvakis so heraus nehmen, ist ungeheuerlich. Auf Kosten der europäischen Steuerzahler Misswirtschaft und wirtschaftspolitische Orientierungslosigkeit auszuleben, gleichzeitig ein europäisches Land derart dreist und unverschämt zu erpressen, schlägt dem Fass buchstäblich den Boden aus. Von politischer Unfähigkeit und Konzeptionslosigkeit mit erpresserischen Methoden ablenken zu wollen, ist nicht nur ausgesprochen perfide, sondern gleichzeitig ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die ihre Solidarität mit Griechenland bisher mit etlichen Milliarden Euro dokumentiert haben.

  • Man muß sich ja wirklich fragen, welcher Deutsche nach all den Beschimpfungen noch in diesem Jahr Urlaub im Lande der griechischen Trolle machen möchte. Viele Leute fühlen sich ja jetzt schon nicht mehr sicher nachdem die eigentlich friedliche griechische Bevölkerung dermaßen aufgewiegelt wurde.

  • KRIM, Krim! Wir fahren auf die Krim oder nach Sochi in URLAUB.

    schei.. was auf DIOGINES und Sisyphus, Homer's Maerchen und TANTALUS!

    die ILIAS koennen wir auch beim Wodka nochmal lessen,
    den Ikraus macht dabei Jean Claude Juncker, *
    den das freizuegige Europa so wahnsinnig ire machte, dass er es stalkt!
    Neuerdings mit Phantasien aus dem Luxembourgischen Kriegsministerium oder doch nur den Kasematten?

    * in Anlehnung an die JU 88! : auch die wurden wieder alle auf den Boden der Realitaet geholt!

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