Griechenland-Rettung
Deutsche Banken fürchten neue Belastungen

Das zweite Hilfspaket für Griechenland setzt auch die deutschen Banken immer mehr unter Zugzwang. Bankenverbandspräsident Andreas Schmitz geht von weiteren Belastungen aus und auch die Politik sieht die Banken in der Verantwortung.
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Washington, BerlinDie deutschen Banken müssen bei der Rettung Griechenlands wohl tiefer in die Tasche greifen. „Ich glaube nicht, dass die Banken in Bezug auf Griechenland um weitere Belastungen herumkommen“, sagte Bankenverbands-Präsident Andreas Schmitz am Wochenende am Rande der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Auch in der Politik mehren sich die Stimmen für eine stärkere Beteiligung der Institute an dem zweiten, mehr als 100 Milliarden Euro schweren Hilfspaket für Griechenland.

Neben höheren Belastungen in Griechenland fürchten viele Banker vor allem ein Überschwappen der Schuldenkrise auf andere Länder. „Mit einer isolierten Pleite Griechenlands könnten deutsche Banken umgehen. Das würde keine Bank in Existenznöte bringen“, sagte Schmitz. „Wenn aber eine ganze Pleitewelle durch Europa schwappt, sieht die Lage anders aus: Dann bekommen viele Banken Probleme - nicht nur in Europa.“ Sein Kollege Gerhard Hofmann vom genossenschaftlichen Bankenverband hat bereits eine Stimmung wie nach dem Kollaps des US-Instituts Lehman Brothers vor drei Jahren ausgemacht.

„Die Angst der Investoren vor einem Ereignis vergleichbar mit der Lehman-Pleite ist im Moment besonders hoch“, sagte Hofmann. „Damit sind die systemischen Risiken ähnlich einzuschätzen wie im Herbst 2008.“ Damals verschärfte sich die Finanzkrise dramatisch, weil sich die Banken untereinander kein Geld mehr geliehen haben. Einige Häuser, wie die Münchener Hypo Real Estate, mussten verstaatlicht werden.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich abgezeichnet, dass Banken weniger Geld von Griechenland zurückbekommen als im Sommer bei der Vereinbarung des Rettungspaktes gedacht. Die Deutsche Bank hatte am Freitag vorgerechnet, dass sich die Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen nicht nur auf die ausgehandelten 21 Prozent belaufen, sondern de facto auf 25 Prozent oder mehr. Deutschlands größtes Geldhaus wollte damit Befürchtungen in der Politik entgegentreten, die Banken kämen bei der Rettung Griechenlands zu billig davon - allerdings vorerst ohne Erfolg.

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Banken wollen sich gegen Zusatzbelastungen wehren

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  • Ist schon interessant, so langsam kommt das mit der Griechenpleite und dem EU Austritt so oft, bis das Volk endlich sagt. "Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa".

    Echt interessant, denn noch vor 6 Wochen haben mich die Ökonnomiker Fachinstanzen in diesem Forum fast beschimpft. Naja, einiger der älteren Generation brauchen eben länger.

    #### wir befürworten den Rauschmiss von Griechenland aus dem Euro-Raum ####

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