Griechenland-Rettung: ESM-Chef Regling lehnt Schuldenschnitt für Athen ab

Griechenland-Rettung
ESM-Chef Regling lehnt Schuldenschnitt für Athen ab

Der deutsche Chef des Euro-Rettungsschirms glaubt nicht an einen Gläubigerverzicht zugunsten Griechenlands. Ein Schuldenschnitt sei nur in Extremsituationen möglich. Auch ohne die Maßnahme gebe es Hoffnung für Hellas.
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BrüsselDer Chef des Euro-Rettungsfonds Klaus Regling hat signalisiert, dass die Euro-Staaten Griechenland wahrscheinlich keine Schulden erlassen werden. "Ein öffentlicher Schuldenschnitt ist etwas ganz Außergewöhnliches, den kann es nur in extremen Ausnahmesituationen geben", sagte Regling dem Handelsblatt. Es gebe zwar viele historische Beispiele für einen Schuldenschnitt. "Dabei gab es allerdings fast immer eine Arbeitsteilung zwischen privaten und öffentlichen Gläubigern. Die privaten Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen, während die öffentliche Hand dem betroffenen Staat neue Kredite zu günstigen Konditionen gab. So ist es in Asien und Lateinamerika gelaufen und so machen wir es jetzt auch im Euroraum", sagte Regling. Er räumte ein, dass Griechenland der "mit Abstand schwierigste Fall" in der Euro-Zone sei.

Trotzdem könne das Land von seiner extrem hohen Staatsverschuldung wieder herunterkommen. "Auch ohne weiteren Schuldenschnitt wird die griechische Schuldenquote im kommenden Jahrzehnt auf jeden Fall um ein Drittel sinken", sagte der deutsche Chef des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er begründete diese Erwartung damit, dass Griechenland für die Kredite des Euro-Rettungsschirms nur noch extrem niedrige Zinsen von eineinhalb bis 2 Prozent zahle.

Regling äußerte sich zugleich zuversichtlich, dass der IWF sich auch künftig an den Krediten für Griechenland beteiligt. "Die Zusammenarbeit zwischen dem IWF und dem Euroraum in der Troika hat sich bewährt. Dass die Ansichten nicht immer deckungsgleich sind, liegt bei einem so komplexen Fall auf der Hand. Bisher ist es trotzdem immer wieder gelungen, einen Konsens in der Troika herzustellen", sagte Regling. Zwischen der Euro-Zone und dem IWF war ein Streit darüber entbrannt, zu welchem Zeitpunkt Griechenland seine Gesamtverschuldung wieder auf ein tragfähiges Niveau senkt. Die Euro-Finanzminister und IWF-Chefin Christine Lagarde wollen bei einer Sondersitzung am Dienstag versuchen, den Konflikt beizulegen.

Regling appellierte an die Euro-Zone, ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik zusammenzulegen und dafür den EU-Vertrag zu ändern. Die Währungsunion habe im Laufe der Krise sehr viel internationales Ansehen verloren. "Deshalb müssen wir jetzt beweisen, dass die Währungsunion wirklich unauflöslich ist und sich in Richtung einer gemeinsamer Haushalts-und Wirtschaftspolitik bewegt", sagte Regling. Der Euro-Raum brauche solidere institutionelle Grundlagen. "Dafür brauchen wir wahrscheinlich eine EU-Vertragsreform", sagte Regling. Da eine solche Vertragsreform sehr lange dauere, solle die EU so schnell wie möglich damit beginnen.

 

Kommentare zu " Griechenland-Rettung: ESM-Chef Regling lehnt Schuldenschnitt für Athen ab"

Alle Kommentare
  • Jaja, "Regling appellierte an die Euro-Zone, ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik zusammenzulegen und dafür den EU-Vertrag zu ändern."

    Klar, keiner der Herren möchte sein Pöstle verlieren! Daher muß der Euro überleben, bis wir alle miteinander untergehen.

    Stoppt die EUdSSR!!

  • Der Euro-Raum brauche solidere institutionelle Grund-
    lagen: Dafür brauchen wir wahrscheinlich eine EU-
    Vertragsreform? Inzwischen sollten Sie gemerkt haben,
    Herr Regling, daß sowas in dem rechtsfreien EU-Raum
    nicht möglich ist. Realistischer wäre wenn Sie erken-
    nen würden: ''The show is over!!''mit dem Eurosystem!

  • "Konservativ, christich, bürgerlich, vaterlands-liebend, EU-Zentrale ablehnend, EURO wieder abwickeln, EZB-Macht zurück zur Bundesbank."

    Ich wäre dabei ...

  • Liebe Griechen,

    lieber arm und frei als arm und versklavt?

    Erklärt den Staatsbankrott, verweigert jede weitere Zahlung an die Gläubiger, verlasst den Euro und feuert Eure Politiker. Besteuert Eure Milliardäre, beschränkt der Kapitalverkehr und beutet Eure Rohstoffvorkommen zum Nutzen des Griechischen Volkes aus.

    Es gibt eine Zukunft für Griechenland - aber nicht in dieser menschverachtenden EU, dieser Missgeburt aus feuchten Sozi-Träumen!

    An diejenigen, die gleich schreien, dass dies auch uns Deutsche träfe: Das Geld ist so oder so weg! Definitiv.

  • @RBohr

    Es wird ja auch gar nicht anders möglich sein.
    Das Rad dreht sich ja nur immer schneller in die Schuldenfalle.Ist bei jeder privaten Insolvenz so.

    Ich schwanke immer zwischen Hilflosigkeit,Ohnmacht und
    Wut.
    Sehe ich mir an,was im Gesundheitswesen dort los ist,
    könnte ich schreien.Das kann man sich als Europäer gar nicht vorstellen.Finsterstes,unterstes Entwicklungsland.
    Die Finanzbehörden, die Justiz, die Katasterämter(die ja
    gar nicht vorhanden sind).usw. usw.
    Ausser dem Militär scheint da nichts,aber auch gar nichts an Strukturen vorhanden zu sein, die eine "normale" Zivilgesellschaft überhaupt am Leben hält.
    Pure anarchische Zustände.
    Wie in den schlimmsten Ländern Afrikas. Selbst da tut man den Afrikanern u.U. unrecht.Die haben zumindest noch Bodenschätze.
    So ein Land im Euro?
    Warum nicht den Kongo! Oder Somalia.
    Nur weil die nicht auf diesem Kontinent sind?
    Ich fasse es einfach nicht mehr.

  • "Wenn du dich jetzt nicht endlich anständig benimmst, dann kommt die EU und rettet dich!", sagte die griechische Mutter zu ihrem Kind.

  • @hafnersp
    Geben Sie mal "Griechenland" in die HB-Suchleiste ein. dann finden Sie alle Artikel zum Thema, auch den von Ihnen vermissten!

  • kschulz
    ich habe von diesen Goldvorkommen auch gelesen
    Und man muß sich auch die Frage stellen, warum die EU da nicht eingreift, dass diese Abbau-Genehmigungen endlich ertelt werden
    Also sind meine Überlegungen die ich oben geschreiben habe, offenkundig nicht falsch
    Man will die Verarmung

  • @Vicario
    Bitte NICHT irgendeine dieser vielen Kleinstparteien wählen, sondern ALLE Eurorettungsgegner nur EINE Partei, Sonst schafft keine der Parteien die 5%-Hürde. Bitte wählt die Freien Wähler - egal, was Ihr sonst von ihnen haltet. Denn sie sind gegen den Rettungswahn und haben eine gute Alternative bereit! UND sie haben wirkliche Fachleute, keine Taxifahrer, Grundschulllehrer, Dachdecker etc. (Politik muss man KÖNNEN - genauso wie Dachdecken usw. Da darf man ja auch nicht einfach trotzdem ran. Also bitte möglichst nur Volkswirte, Betriebswirte, Juristen u.ä.).
    Wenn WIR alle die Freien Wähler wählen und dies auch unserem Freundes- und Bekanntenkreis kundtun, haben wir vielleicht eine Chance- sonst nicht.

  • hafnersp
    ich glaube, in unserem Staat wid so manches verschwiegen.
    Ich glaube, es geht gar nicht mehr um die Rettung Griechenlands und anderen europ. Länder. Es geht nur noch darum, die Demokratie abzuschaffen.
    Der Zentralstaat Europa ist angesagt und dazu muß man erst einmal alle Länder verarmen, damit dann der neue Heilsbringer, eine große Staatsratsvorsitzende, zugreifen kann um die Kontrolel über ganz Europa zu haben
    "Willst Du ein Land vernichten, mußt Du seine Währung zerstören" - Lenin

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