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Griechenland-Rettung: Euro-Finanzminister suchen per Telefon einen Ausweg

Das geplante Treffen zum Griechenland-Hilfsprogramm ist abgesagt. Jetzt wollen die Euro-Finanzminister am Telefon über die offenen Fragen beraten. Griechenlands Rettung hängt in der Schwebe. Der Euro steht unter Druck.

An Griechenlands Rettung wird weiter gearbeitet - so wie an der Sanierung des Pantheon auf der Akropolis. Quelle: dapd
An Griechenlands Rettung wird weiter gearbeitet - so wie an der Sanierung des Pantheon auf der Akropolis. Quelle: dapd

Brüssel/Athen/TokioUrsprünglich wollten die Ressortchefs bei dem Krisentreffen heute in Brüssel bereits entscheiden. Die internationalen Geldgeber sehen ihre Bedingungen für weitere Hilfszahlungen an Athen jedoch noch nicht erfüllt und schieben ihre Zusage für neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro weiter hinaus. Jetzt beraten die obersten Kassenhüter der Euroländer heute telefonisch über noch offene Fragen. Damit zieht sich die Rettung des Landes vor der drohenden Pleite länger hin als zunächst angenommen.

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Die „Troika“ von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds und die griechische Regierung müssten weiter an zusätzlichen Sparmaßnahmen von 325 Millionen Euro arbeiten. Auch andere Fragen seien noch offen, teilte der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, am Dienstagabend mit.

Das hat Konsequenzen für die Märkte. Der Euro bleibt in Fernost wegen der anhaltenden Hängepartie um Griechenland unter Druck. Analysten reagierten verunsichert auf die kurzfristige Absage eines Treffens der Euro-Finanzminister. „Die Tatsache, dass die Finanzminister ihr Treffen abgeblasen haben, bedeutet, dass die Märkte noch länger auf eine Einigung für ein zweites Hilfspaket für Griechenland warten müssen“, sagte Analyst Mitual Kotecha. „Der Euro hat an Dampf verloren und dürfte jetzt weiter an Wert verlieren.“

Sparprogramm Eurokrise erschüttert Griechenlands Gesellschaft

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Das griechische Kabinett unter Leitung von Ministerpräsident Lukas Papademos will heute wiederum über Möglichkeiten zur Einsparung von weiteren 325 Millionen Euro entscheiden. Dies verlautete am Dienstagabend aus Regierungskreisen in Athen. Davor seien noch Gespräche mit Inspektoren der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) geplant, sagte ein Gewährsmann. Regierungssprecher Pantelis Kapsis hatte zuvor erklärt, die weiteren 325 Millionen Euro sollten durch Einschnitte bei Ministerien eingespart werden.

Die europäische Gemeinschaftswährung gab im asiatischen Handel auf bis zu 1,3080 Dollar nach, fing sich dann aber wieder auf 1,3127 Dollar.

Athen arbeitet die ultimativen Sparvorgaben der internationalen Geldgeber ab und will so die Staatspleite abwenden. Juncker monierte, er habe die verlangten politischen Zusicherungen von den Führern der griechischen Koalitionsparteien zur Umsetzung des Programms nicht erhalten. Dabei geht es um die Verpflichtung der griechischen Politik, beschlossene Sparmaßnahmen auch nach den Neuwahlen im April umzusetzen.

Athens Agenda

  • Gesundheit

    Um fast 1,1 Milliarden Euro sollen die Arzneimittelausgaben staatlicher Kliniken beschnitten werden, weitere 50 Millionen bei den Überstunden der Ärzte eingespart werden.

  • Militär

    Im Militäretat sind Kürzungen von 600 Millionen geplant.

  • Renten

    Sie werden um bis zu 15 Prozent gekürzt.

  • Stellenabbau

    Bis 2015 sollen 150.000 Stellen im Staatsdienst gestrichen werden. Überflüssige Behörden werden aufgelöst.

  • Löhne

    Der Mindestlohn von 751 Euro wird um 22 Prozent, für bis zu 25-Jährige sogar um 32 Prozent gesenkt. 17 sogenannte geschlossene Berufe vom Fremdenführer bis zum Optiker sollen dereguliert werden.

  • Steuereinnahmen

    Von einem vereinfachten Steuersystem verspricht man sich Erfolge im Kampf gegen Steuerhinterziehung.

  • 15.02.2012, 18:19 UhrAnonymer Benutzer: opgenorth

    Die Bildunterschrift "Pantheon" dürfte einer Zeitung mit Niveau eigentlich nicht passieren! Gemeint war wohl, was auf dem Bild zu sehen ist der Parthenon auf der Akropolis in Athen.

  • 15.02.2012, 15:46 UhrAnonymer Benutzer: TomHamburg

    Gerade bei Bloomberg gefunden:
    Venizelos sagt:"Wir, die Geberländer spielen mit dem Feuer."
    Was für eine Bodenlose Unverschämtheit.
    Es ist genau so wie es der Bosch Chef sagt: Phantomrentner, ein aufgeblähter öffentlicher Dienst, unfähig Steuern zu erheben, Korruption und steuerfreie Multimillionäre.

    Griechenland muss raus aus dem Euro, sonst ist auch jeder zukünftige Euro in der Ägäis versenkt.
    Zitat Bloomberg vom 15.2.2012:

    Greece said that Europe’s wealthier countries are “playing with fire” by toying with the idea of expelling it from the 17-nation euro area as talks over a second aid program ran into new obstacles.

    Finance Minister Evangelos Venizelos leveled the accusation after a decision slated for tonight on aid totalling 130 billion euros ($171 billion) was postponed until Feb. 20 at the earliest.

    “We are continually faced with new terms,” Venizelos told reporters in Athens today. “In the euro area, there are plenty who don’t want us anymore. There are some playing with fire, domestically and abroad. Some are playing with torches and some are playing with matches. But the risk is equally great.”

  • 15.02.2012, 14:26 UhrAnonymer Benutzer: nietzschesohn

    Die Finanzminister dürfen mich anrufen. Ich weiß einen Ausweg. - Nein, sie sollen mir besser ne Mail schicken.

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