Griechenland-Rettung
Gläubiger geben Athen offenbar Schonfrist

Griechenland erhält laut einem Bericht von der EU-Kommission sechs Monate mehr Zeit, um sich mit den Gläubigern zu einigen. Der Vorschlag soll den Finanzministern vorliegen – Wolfgang Schäuble will davon nichts wissen.
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FrankfurtDie EU-Kommission will Griechenland laut einem Medienbericht sechs Monate Zeit für eine Einigung mit den Gläubigern geben. Dieser Kompromissvorschlag solle am Mittwoch auf dem Treffen der Finanzminister der Eurozone vorgelegt werden, wollte die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) am Dienstag von einem hochrangigen Kommissionsvertreter erfahren haben.

Die neue griechische Regierung lehnt bisher eine Fortsetzung der Spar- und Reformpolitik ab. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft Ende Februar aus. Laut der Agentur will die EZB in der Übergangszeit wieder griechische Anleihen als Sicherheiten akzeptieren.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wies die Berichte, es gebe bereits ein von Griechen und EU-Kommission verabredetes Konzept für eine Lösung des Konflikts, jedoch zurück. „Das muss falsch sein“, sagte er. Erstens sei ihm nichts davon bekannt und zweitens sei die EU-Kommission dafür nicht zuständig.

Die Hoffnung auf eine Annäherung in dem Streit riss den deutschen Aktienmarkt allerdings aus seiner Lethargie. Nach einem verhaltenen Start kletterte der Dax bis zum Nachmittag um 0,94 Prozent ins Plus auf 10 764,04 Punkte. Der Eurokurs stieg nach der Meldung kurzzeitig an, gab aber einen Großteil seiner Gewinne rasch wieder ab. Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen gingen weiter zurück.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Vor ROT/GRÜN dachte ich noch, man hätte aus den Katastrophen im 20.Jahrhundert gelernt und verstanden !

    Gar nichts hat man, es wiederholt sich alles, durch GIER, Selbstüberschätzung und Kompetenzleere !

    Die Entwicklung in Europa ist beschämend und durch kranken, perversen Lobbyismus in ein gefährliches Fahrwasser gebracht !

    Das ist EUROPAfeindliche Politik !

  • Was soll Merkel machen: wenn sie wahrhaft europäische Interessen vertritt, kann sie die Syrianisierung der Ukraine, die mit den Waffenlieferung unumkehrbar wird, niemals zustimmen. Deutschland müsste notfalls unmitelbar den zum Kriegsbündis mutierten militärischen Teil der NATO sofort verlassen. Das wäre mindestens in dieser Frage ein Bruch mit dem übergeschnappten Uncle Sam. Dafür fehlt ihr aber die Souveränität und sietraut es sich nicht zu, auch weil ihr das Verständnis für Machtpolitik völlig abgeht (s. einfältige Brisbane Rede) und sie deshalb Putin falsch einschätzt.

    Bei Griechenland ist es ähnlich. Ihre Rettungspolitik ist gescheitert, spätestens jetzt müsste GR, wenn ihr Wort irgendwelche Substanz hätte, aus dem Euro ausscheiden. Das läsßt die internationale Finanzmafia um den nach eigenen Aussagen verlogenen ("wenn es notwendig ist...") und wahrscheinlich auch korrupten Ex-König des Bankenparadieses Luxemburg nicht zu. Also werden wider ihres Amtseides deutsche Ersparnisse und Altersvorsorge in die Euro-Lira abgewertet und damit teilvernichtet.

    Das alles zehrt an den Nerven. Eine sehr gute, tiefer gehende Analyse des Obama-Treffens findet sich hier:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/02/10/obama-und-merkel-ratlos-machtlos-und-voller-widersprueche/

  • Die "Gläubiger haben die Wahl:

    - entweder sie warten ewig auf ihr Geld
    - oder sie bekommen garnichts.

    - oder jemand anders zahlt (Kennzeuchen D).

    :-( Verarsche hoch 4.

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