Griechenland
Rettung per Luftbuchung

Die Euro-Finanzminister haben Griechenland mehr Zeit für sein Sparprogramm gegeben - und damit eine riesige Finanzlücke gerissen. Die soll aber nur zur Hälfte geschlossen werden - für den Rest gilt das Prinzip Hoffnung.
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Das Rätsel, wie die Euro-Zone die neuen Finanzlöcher bei der Hilfe für Griechenland füllen will, ohne erneut tief in die Tasche greifen zu müssen, klärt sich allmählich. Die Finanzminister beabsichtigen offenbar, nur die Hälfte der 31 Millarden Euro aus den verschiedensten Töpfen zusammenzukratzen - und die andere Hälfte ungedeckt zu lassen. Das erfuhr das Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) von EU-Diplomaten. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte eine an den Verhandlungen beteiligte Person: "Wir werden uns auf 2013 und 2014 konzentrieren. Dabei geht es um eine Summe von etwa 13,5 Milliarden Euro."

Das Griechenland-Hilfspaket reicht nicht aus, weil den Griechen zwei Jahre mehr Zeit gegeben werden soll, ihr Defizit unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken. Bis 2014 fehlen dadurch nach Berechnungen der Troika aus Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des IWF 13,5 Milliarden Euro.

Allerdings ist allen klar, dass sich nach 2014 weitere Finanzlöcher auftun werden. Die Troika nennt dazu die Zahl von 17,6 Milliarden Euro bis 2016. Bis 2020 werde Griechenland noch mehr Geld brauchen, sagten EU-Diplomaten.

Die 13,5-Milliarden-Lücke bis 2014 wollen die Euro-Finanzminister mit mehreren Maßnahmen schließen. Die Option frisches Geld sei vom Tisch, hieß es in Brüssel.

Weiter diskutiert werden nach Aussagen aus deutschen Regierungskreisen mehrere Optionen.

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Vier Optionen für die erste Tranche

Kommentare zu " Griechenland : Rettung per Luftbuchung"

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  • Den Griechen ist nicht mit ein "bisschen Geld" oder einer "Fristverlängerung" helfen. Die Griechen müssen ihre Einstellung zur Leistung und Steuerehrlichkeit ändern und da sehe ich die größten Probleme des Landes.
    Da wurde es dem Land durch die EU in den letzten 20 Jahren viel zu leicht gemacht, während in Deutschland die Daumenschrauben von Jahr zu Jahr angezogen wurden. Wer all zu große Freizügigkeit für Griechenland fordert, zahlt entweder in Deutschland keine Steuern oder hat von der griechischen Mentalität keine Ahnung. Ich würde all den uneingeschränkten Befürwortern Griechenlands empfehlen, für längere Zeit in dieses Land zu gehen, um einen Eindruck über die dortigen Verhältnisse zu bekommen. Wer viele Jahre im Wohlstand verbracht hat, dem ist auch zuzumuten, einige Jahre der Einschränkung und des Verzichts auf sich zu nehmen.

  • @Raimund1
    „Schimpft bitte nicht auf die Griechen, nur weil die Europäer zu dumm waren - sind - und offenbar bleiben.“

    Das finde ich sehr gefährlich, was Sie hier machen.
    Sie entwerten die Werte, indem Sie sagen „selber schuld, wer es halt mit sich machen lässt…“ Übertragen auf eine Körperverletzung (z.B.) könnten Sie dann ja auch behaupten, der Geschlagene sei selbst schuld, denn er sei ja so arglos gewesen und habe sich nicht gewehrt.
    Werte sind wichtig. Schafft man sie ab, dann bekommt man eine rundum rücksichtlose Gesellschaft. Oder auch einen Staat voller Betrüger – auch wenn Sie das nicht gern hören.
    Ich kenne hier inzwischen (leider) keinen, der nicht auf irgendeine Weise den Staat oder eine Kasse (Rente, Versicherung, Behindertenzulage usw. usw.) geschröpft hat.
    Ich sage „leider“, weil ich gern meinen Idealismus behalten hätte.

  • Die gesunkenen Lohnstückkosten sind ein Witz vor dem Hintergrund, dass kaum noch „Stücke“ produziert werden und dass potentielle Investoren ganz gezielt weggeekelt werden.
    Sowohl die Gewerkschaften als auch die SYRIZA (Tsipras) drohen den Investoren, dass sie hier in GR kein Bein auf die Erde bekommen und haufenweise Geld verlieren werden.
    Alle Hilfsmaßnamen werden einfach so versickern und hinterher sind wir alle unser Geld los.
    Den Griechen hilft man nur, indem man sie mit ihrem Kram eine Weile allein lässt und erst dann wieder mit Know How und vielleicht etwas Geld eingreift, wenn wirklich etwas „auf dem guten Weg“ ist.
    Hier in GR fehlt eine gehörige Portion Bescheidenheit und Realismus.

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