Griechenland-Rettung
Warum Trichet zur Kehrtwende bereit ist

EZB-Chef Jean-Claude Trichet stimmt entgegen früherer Aussagen nun doch einer Beteiligung privater Gläubiger an einer Rettung Griechenlands zu. Doch die Kehrtwende lässt er sich teuer abkaufen.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) ist zur Lösung der Griechenland-Krise offenbar nun doch bereit, einen teilweisen oder zeitweisen Zahlungsausfall des hoch verschuldeten Staates zu akzeptieren. Noch während die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder am Donnerstag in Brüssel um ein neues Hilfspaket für den Mittelmeerstaat rangen, deutete sich an, dass die Notenbank sich damit zum wiederholten Male dem politischen Druck beugt. Allerdings erhält die EZB wohl auch eine Kompensation dafür, dass sie die nun offenbar gefundene Lösung nicht mehr ablehnt.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet habe am Mittwochabend bei einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy signalisiert, dass er entgegen früherer Aussagen nun doch einer Beteiligung privater Gläubiger an einer Rettung Griechenlands zustimme, erfuhr Reuters am Donnerstag. Dies gelte auch, wenn diese zu einem teilweisen Zahlungsausfall des Landes führe, hieß es in Regierungs- und Finanzkreisen. Bisher hatte die EZB stets gegen eine solche Lösung Front gemacht. Nun habe sich Trichet überraschend bewegt, bestätigten mehrere mit den Beratungen vertraute Personen in Berlin und Frankfurt, die nicht genannt werden wollten.

Trichet wolle sich seine Zustimmung jedoch damit abkaufen lassen, dass die EZB nur dann weiter griechische Staatsanleihen als notenbankfähige Sicherheiten von den Banken akzeptieren will, wenn diese mit zusätzlichen Garantien der Euro-Länder versehen werden. Dies sagten am Donnerstag mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Dazu könne bei der EZB kurzfristig ein Finanztopf bereitgestellt werden, der mit Geldern aus dem Rettungsfonds EFSF gefüllt wäre. Dieser wäre dann die Garantie der Staatengemeinschaft für die Notenbank, damit sie auch bei einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit den griechischen Banken weiterhin Zentralbankgeld zur Verfügung stellt.

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