Griechenland Samaras kämpft verzweifelt um die nächste Rate

Um frisches Geld zu bekommen, will der griechische Premier das Sparprogramm im Eiltempo durchs Parlament bringen. Doch die Widerstände wachsen, Demonstrationen sind geplant. Aber die Euro-Zone erwartet Ergebnisse.
11 Kommentare
Der griechische Premierminister Antonis Samaras peitscht die Reformen durchs Parlament. Quelle: AFP

Der griechische Premierminister Antonis Samaras peitscht die Reformen durchs Parlament.

(Foto: AFP)

AthenDer griechische Premier Antonis Samaras beschleunigt die Umsetzung der Sparauflagen. Dadurch will er seinem Land die möglichst rasche Auszahlung dringend benötigter Hilfskredite sichern. Finanzminister Giannis Stournaras und sein Team tüfteltn an letzten Details des Pakets, das für die Jahre 2013 und 2014 Einsparungen von 11,9 Milliarden Euro vorsieht. Die Streichliste, die 72 Positionen umfasst, reicht von Kürzungen bei den Ministergehältern über Abstriche bei den Renten bis zu längeren Arbeitszeiten für die griechischen Lehrer, die bisher rund ein Drittel weniger Wochenstunden geben als ihre europäischen Kollegen.

Noch heute sollen die Führer der drei Koalitionsparteien das Programm billigen - rechtzeitig, bevor Stournaras am Dienstag in Berlin Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble trifft. In dieser Woche wird zudem die Troika in Athen zurückerwartet, sie muss das Sparkonzept absegnen. Dass die Delegationschefs der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) Änderungswünsche anmelden werden, gilt als sicher. Die Verhandlungen könnten sich über Wochen hinziehen.

Dennoch will Premier Samaras die Spargesetze bis Ende des Monats im Eilverfahren durchs Parlament peitschen. Denn nur dann gibt es eine Chance, dass die Euro-Finanzminister bei ihrem turnusmäßigen Treffen am 8. Oktober in Luxemburg über die Freigabe der nächsten Kreditrate von 31,5 Milliarden Euro entscheiden - Gelder, die eigentlich bereits für August zugesagt waren und in Athen sehnlichst erwartet werden.

Der Großteil der Rate, rund 25 Milliarden, ist für die Rekapitalisierung der angeschlagenen Banken vorgesehen. Damit würde die Liquidität der Institute verbessert und wieder Geld in den ausgetrockneten Wirtschaftskreislauf fließen. Mit den erwarteten Hilfsgeldern will der Staat auch unbezahlte Rechnungen begleichen, die sich auf rund 6,5 Milliarden Euro belaufen. Das könnte der rezessionsgeplagten Wirtschaft ebenfalls Impulse geben. Bleiben die Hilfsgelder hingegen aus, könnte Griechenland schon Ende Oktober zahlungsunfähig werden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Kürzungen tun weh“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

11 Kommentare zu "Griechenland: Samaras kämpft verzweifelt um die nächste Rate"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Immerhin hätte eine destabiliesierung Griechenlands einen Vorteil, man würde sich sehr 'tatkräftig' um ungebetene Gäste und Muselmanen kümmern. ein versäumnis, was uns noch teuer und gefährlich zu stehen kommen wird.

  • Zuviele Staatsdiener saugen das Blut der Griechen und deren Zukunft auf. Die ND (Nea Dilimma) hat am Ende ihrer letzten Regierungszeit 100.000 Wähler neu eingestellt und die Probeme Griechenlands erst geschaffen. Alle Staatsdiener sind sofort zu kündigen. Die benötigten und brauchbaren kann man ja am nächsten Tag wieder einstellen. Aber wer in Griechenland könnte so etwas vollbringen.
    Der letzte war wohl Herkules der den Stahl ausgemistet hat.

  • Man darf gespannt sein was passiert. Aber ich habe immer noch Respekt vor den Schockwellen die kommen könnten. Zwar ist der psychologische Tsunami vielleicht inzwischen tatsächlich zunächst mal zu einer kleinen Welle geschrumpft aber die rein operativen Umstände eines Austrittes (Bank Run mit Strassenschlachten, Militär, Toten, Plünderungen, ggf. Zusammenbruch der zivilen Ordnung) sind wahrscheinlich derart heftig dass niemand wirklich sagen kann ob wir nicht einen Bank Run Domino across Europe sehen werden. 3 von 100 Talern kann die Bank jedem geben der da kommt. Dann ist Schluß. Da kann Draghi seine Bazookas feuern wie auf der Mutter aller Sylvesterpartys - da interessiert niemanden mehr ob auf irgendwelchen Zentralbankkonten ein paar Bytes mit 20 Nullen mehr oder weniger umkippen.

  • "Bei den Löhnen und Gehältern im Staatsdienst sollen 1,3 Milliarden gespart werden."

    Was eine Frechheit ist, nachdem man sie zwischen 2001 und 2011 um 11 Milliarden erhöht hat.

    ...

    Und überhaupt sind die Versprechunhen für n+chstes Jahr uninteressant. Denn die werden sowieso wieder gebrochen.

    Genauso wie die Griechen dieses Jahr die erst im März gemachten Zusagen nicht eingehalten haben, geschweige denn die die sie letztes Jahr gemacht haben.

    Und was ist letztes Jahr passiert? Da haben sie die Zusagen von 2010 nicht eingehalten.

    Endlich RAUS mit diesen Betrügern!

  • Island, Island, Island!

  • Wenn ich mal an das Schneider Imperium errinnern darf.
    Herrn Schneider hat man vors Gericht gezerrt.
    Griechische Politiker haben es nicht anders gemacht als Herr Schneider.Sich ein Imperium auf gebaut wo man sich alle 4 Jahre wechsel weise bedienen konnte. Herr Schneider wurde fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel,griechische Politiker die dieses Desaster zu verantworten haben passiert nichts, im gegenteil diese sollen nun Griechland wieder Schulden frei aufbauen.
    Das ist ja so als wie wenn ich einen Alkohliker los schicke das er mir eine Flasche Schnaps kaufen soll. Da warte ich auch ewig auf die Flasche Schnaps.

  • Der griechische Premierminister Antonis Samaras wird genau so wenig aendern wie seine Vorgaenger. Schon alleine die Aussage von Herrn Samaras beim zusammen treffen mit Frau Merkel, " Griechenland wird all seine Schulden begleichen".
    Ist eine glatte Luege,da sieht man doch ganz genau das es Frau Merkel und andere Politiker gar nicht intressiert, ob Griechenland was aendert. Denn dann haette Frau Merkel sofort nachfragen muessen" wo von will jemals Griechenland seine Schulden begleichen". Vom Tourismus allein wird das wohl nicht moeglich sein.Und ist man ehrlich ,Griechenland hat ja sonst auch nichts.
    Will man Griechenland weiter hin in der EWU behalten , heist das nicht anderes, als des es entweder einen Dauer-Rettungsschirm gibt oder man erlaesst Griechenland alle Schulden.Keiner der EU-Finanzminister will das Griechenland die EWU verlaesst.

  • Samaras soll gefälligst alle Renten auf maximal 1200 Euro monatlich deckeln. Das würde nur die Luxuspensionen im öffentlichen Dienst betreffen. Im privaten Sektor bekommen die Leute sowieso meist nicht mehr als 400 Euro.

    Wenn dann endlich die bisher fälligen Steuern der Superreichen/Politiker eingetrieben werden, könnte das Land sich selbst aus der Krise helfen - das sagt zumindest der oberste Steuerfahnder Griechenlands.
    Kürzungen

  • Das Geld liegt in der Schweiz ziemlich sicher...

    aber die Deutschen Kranken- und Rentenkassen haben doch Überschüsse!
    Also Nazigeld, und es ist also nur recht und billig, daß dieses Geld den armen Griechen als Entschädigung oder sonstwas überlassen wird.

  • Reformen?
    Bislang wurden ausschließlich den machlosen Gehälter gekürzt! Was machen:
    - die Entlassungen der Staatsbediensteten
    - Kürzungen im Militär
    - Verkauf von Staatsbesitz
    - Steuereintreibung
    - Beseitigung der extremen Korruption
    - etcetcetc

    Nicht!!!!!!!

    Die Griechen dürfen gern weitermachen wie bisher, doch nicht mit meinem Geld :-))

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%