Griechenland
Samaras sagt verschuldeten Griechen Schutz ihrer Häuser zu

Geht es nach Ministerpräsident Samaras, sollen zahlungsunfähige Griechen auch künftig vor Zwangsversteigerungen geschützt sein. Internationale Gläubiger hatten gefordert, das auslaufende Verbot nicht zu verlängern.
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AthenZahlungsunfähige griechische Hausbesitzer sollen nach dem Willen von Ministerpräsident Antonis Samaras weiterhin vor Zwangsversteigerungen geschützt sein. Schuldner, die ihre Immobilienkredite wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr bedienen könnten, müssten auch künftig nicht um ihr Haus fürchten, sagte Samaras am Donnerstag. „Das ist nicht verhandelbar.“ Forderungen internationaler Gläubiger des Krisenlandes, das zum Jahresende auslaufende Verbot von Zwangsversteigerungen nicht zu verlängern, sind auch in der Koalition von Samaras' Konservativen und der Sozialisten umstritten.

Wegen der seit Jahren andauernden Rezession, Gehaltskürzungen und der steigenden Arbeitslosigkeit bleiben die Banken auf immer mehr faulen Krediten sitzen. Zahlen der Zentralbank zufolge waren im Dezember vorigen Jahres 21,4 Prozent der Immobilienkredite notleidend nach 14,9 Prozent im Dezember 2011. Finanzminister Yannis Stournaris warnte vor dem Zusammenbruch von Banken, falls Einschränkungen bei Zwangsversteigerungen nicht gelockert würden.

Samaras erörterte nach Angaben eines Regierungsvertreters mit dem saudiarabischen Milliardär Prinz Alwaleed bin Talal am Donnerstag Investitionsmöglichkeiten in Griechenland. Bin Talal gehört zu den reichsten Menschen der Welt, ist an Konzernen wie Citigroup und Apple beteiligt sowie Besitzer von Luxushotels in New York, London und Paris.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Samaras sagt verschuldeten Griechen Schutz ihrer Häuser zu"

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  • Ein hellboy ohne Ahnung. Gemessen am BIP sind wir Deutsche viel viel weniger verschuldet als die Griechen. Und wir haben eine funktionierende Wirtschaft die wenigstens teilweise Steuern bezahlt. In Griechenland ist Steuern bezahlen unbekannt, das kennt keiner.

    Auch wenn sie aus Griechenland kommen brauchen sie uns keine Unwahrheiten mitzuteilen.


  • Ein geschickt eingefädeltes Samaras Junktim. Die Meldung des Tages, mal sehen wie EU Brüssel Marke "Weichei" reagiert.
    Sie geben willig nach, wer will schon Neuwahlen.

  • @hellyboy

    Abzahlung von Hauskrediten ist überall der Normalfall. Kaum jemand kann es sich leisten ein Eigenheim cash zu kaufen. Daher ist dieser Einwand auch verfehlt.

    Durchaus möglich, dass die wenigen deutschen Hausbesitzer einen größeren Prozentanteil an ausbezahlten Wohnheimen darstellen als die Südländer. Es ist jedoch die breite Masse der Südländer (80 %) die ein Eigenheim besitzen (auch wenn dies vielleicht erst zu 50 Prozent abbezahlt wäre). Sie können diese soziale Schweinerei nicht schönreden. Deutschland schuftet für die Mieten und fürs Überleben, während die Südländer sich ihrer Eigenheime erfreuen können. Ein Jobverlust unter solchen Umständen erträgt sich daher um vieles leichter, als bei Mietrückstand delogiert zu werden.

    Selbst nur teilweise abbezahlte Eigenheime lassen sich im Ernstfall noch immer in hartes Cash verwandeln, - während man als Mieter einer Mietwohnung auf keine Immobilienreserven zurückgreifen kann. Diese Immobilienreserven sind schließlich auch im Pro-Kopf-Vermögen reflektiert, weswegen das arme Mieter-Deutschland so schlecht dasteht.

    Es bleibt dabei: Deutschland hat die schlechtesten Arbeits- und Sozialgesetze im EU-Raum

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