Griechenland: Samaras warnt vor chaotischen Zuständen

Griechenland
Samaras warnt vor chaotischen Zuständen

Der griechische Premier will das umstrittene Sparpaket mit allen Mitteln durch das Parlament drücken. Er warnt sogar vor einem Sturz Griechenlands ins Chaos. Seine linken Koalitionspartner treten trotzdem auf die Bremse.
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AthenGriechenland droht wegen des neuen Milliarden-Sparprogramms die nächste Regierungskrise. Der konservative Ministerpräsident Antonis Samaras machte am Dienstag in Athen klar, dass er die Einschnitte auch gegen den Willen seiner linken Koalitionspartner durchsetzen wolle. Die Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern seien abgeschlossen, erklärte Samaras am Dienstag. Das Problem sei jetzt nicht mehr die „eine oder andere Maßnahme“. Stattdessen sei zu befürchten, dass Griechenland ins Chaos stürze.

Der Streit in der Koalitionsregierung dreht sich um zusätzliche tiefgreifende Reformen am Arbeitsmarkt, die von der „Geldgeber“-Troika verlangt werden. Vor allem der kleine Koalitionspartner Demokratische Linke lehnt sie ab.

Nur unter der Voraussetzung, dass das Parlament dem Sparprogramm zustimmt, „wird Griechenland im Euro bleiben und aus der Krise herauskommen“, erklärte der griechische Regierungschef. „Es hängt von der Verantwortung ab, die die Parteien und Abgeordneten zeigen werden.“ Das griechische Parlament soll nach letzten Informationen aus dem Finanzministerium am 7. November über das 13,5 Milliarden Euro schwere neue Sparpaket abstimmen.

Die Zeit drängt. Griechenland hat Geld nur noch bis 16. November. Das Sparpaket ist Voraussetzung für weitere Finanzhilfen der internationalen Geldgeber. Am 12. November soll die Eurogruppe prüfen, ob Griechenland die nächste Tranche in Höhe von 31,5 Milliarden Euro bekommt. Die Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) pocht auf die umfassende Umsetzung des Sparprogramms.

Es müsse ein „gordischer Knoten“ durchschlagen werden, meinten am Dienstag viele griechische Medien. Die Demokratische Linke mit 16 Abgeordneten kündigte Widerstand gegen die Arbeitsmarktreformen an: „Wir wollen eine künstliche Krise auslösen, damit das Thema auf politischer Ebene (in der EU) gelöst wird“, sagte der Sprecher der Demokratischen Linken, Dimitris Hatzisokratis, im griechischen Rundfunk. „Wir wollen aber auch nicht die Regierung stürzen.“ Samaras will unter anderem eine zehnprozentige Lohnerhöhung streichen, die Arbeitnehmer bisher bei einer Heirat erhalten.

Die Sozialisten mit ihren 33 Abgeordneten fordern, dass alle Privatisierungen vom Parlament gebilligt werden müssen. Samaras wolle sich aber nicht aufhalten lasse, wie griechische Medien berichten. Notfalls werde er das Sparpaket auch im Alleingang mit seinen 127 Abgeordneten durch das Parlament bringen. Er soll vorgeschlagen haben, dass die skeptischen Koalitionspartner am Tag der Abstimmung den Parlamentssaal verlassen. Da die gesamte Opposition 124 Stimmen hat, könnte sich Samaras so durchsetzen.

Kommentare zu "Samaras warnt vor chaotischen Zuständen"

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  • Samaras - ein widerlicher EUdSSR-Söldner.

  • Ein Volk wird versklavt!
    Die Exportgier der Industrieländer und deren Großkonzerne, durch Bestechung von korrupten Regierungen und Regierungsmitgliedern Griechenlands und mit der Mittäterschaft von deutschen und französischen Banken, hat zu dieser Überschuldung geführt.
    Jetzt wird ein ganzes Volk versklavt, während die korrupte griechische Regierungsmitglieder und unsere Bankmanager, die Verantwortliche von Siemens, Mercedes, Krauss-Maffei, Ferrostaal, Dassault, etc., etc., unbestraft, ein Leben in Luxus und Überfluss genießen können.

  • Griechenland müsste schnellstmöglich dahin gelangen wo Westdeutschland Mitte 1945 stand, nur dann werden sich Selbstheilungskräfte in Griechenland entwickeln und langsam greifen.
    Eine alte Weisheit der Banker besagt: Werfe dem schlechten Geld kein gutes Geld hinterher!

  • es gibt nur eine Loesung:
    Stopp mit der Konkursverschleppung

    100% Schuldenschnitt, start mit neuer Waehrung.

    Fuer Griechenland wuerde es dann wieder nach oben gehen.

    Das ist der EINZIGE Weg aus der Kriese fuer Griechenland.

  • Nichts von der EU Hilfe kommt beim griechischen Volk an, verbessert strukturelle Bedingungen dort oder schafft neue Arbeitsplätze.
    Bedient wurden die Schuldner, öffentliche und private, die sich gegenseitig die Hilfen zuschieben.Aber nun wird es Ernst und es wird allen klar, dass die sog. Rettung gar nichts gebracht hat.Frau Merkel denkt an die Wiederwahl und wird dem Schuldenschnitt, elegant verklausuliert, zustimmen. 30 Mrd. sind dann weg und die hiesigen Kommunen haben kein Geld für notwendigeste Infrastrukturmassnahmen.Die Probleme in Südeuropa werden weiterhin nur aufgeschoben.Wir benötigen dringend eine Politik mit klaren Zielen, Visionen und Werten, es muss Schluss sein mit dem Durchwursteln. Aber wer soll diese umsetzen? Einfach nur frustrierend.

  • "Samaras will unter anderem eine zehnprozentige Lohnerhöhung streichen, die Arbeitnehmer bisher bei einer Heirat erhalten."

    Wow! Dass es neben Prämien für Händewaschen, pünktliches Erscheinen am Arbeitsplatz etc. pp. auch noch Lohnerhöhungen von 10% bei einer Heirat gibt, wusste ich bisher noch gar nicht.

    Griechischer Sozialismus à la carte.


  • "Er soll vorgeschlagen haben, dass die skeptischen Koalitionspartner am Tag der Abstimmung den Parlamentssaal verlassen. Da die gesamte Opposition 124 Stimmen hat, könnte sich Samaras so durchsetzen."

    Und so etwas aus der "Wiege der Demokratie". Egal, wie man sich einigt, früher oder später wird das Volk endgültig meutern und dann ist auch durch aus wieder ein Militärputsch drin. Dann war dieses ganze Geseiere nur Makulatur.

  • Mit "ins Chaos stürzen" meint der werte Herr sicher, dass die Kaviarrationen eingeschränkt werden müssten und die Protzfeiern der Oligarchen auf den Jachten und in den Palästen nur noch alle 2 Wochen stattfinden werden.

    LG
    Blackstone

  • Hellas wo sind eure Eliten!?
    Sie haben euch abgezockt und sind in der Schweiz und in Deutschland! Warum? Die Armen und Schwachen ohne Stimme tun mir Leid, die anderen nicht.

    Es gibt wohl keine Lösung für Hellas, Leider denn eigentlich sind sie ganz ok, zumindest die Gastronomen in Deutschland.

  • Gääääähhnnn, jede Woche das gleiche "Krisenzenario" von Herrn Samaras. Ich kann das Lamento nicht mehr hören, hilfe in Griechenland bricht das Chaos aus.
    Dieser Spürnix, das Chaos ist schon längst da.

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