Griechenland
Samaras will zurück an die Kapitalmärkte

Griechenland ist nach den Worten von Antonis Samaras über den Berg. Das Schlimmste der Finanz-Krise sei überstanden, sagte der griechische Premierminister. Eine baldige Rückkehr an die Kapitalmärkte hält er für möglich.
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AthenGriechenland hat nach Einschätzung von Regierungschef Antonis Samaras den schlimmsten Teil der Krise überstanden. Das Euro-Mitgliedsland erwäge deshalb eine Rückkehr an die Kapitalmärkte in den kommenden drei Monaten, sagte Samaras am Mittwoch in einem Reuters-Interview.

Nach Jahren der Rezession gab es zuletzt wieder ein Wirtschaftswachstum und Fortschritte bei der Haushaltssanierung. „Griechenland ist zurück“, betonte Samaras. Das Land habe sich stabilisiert – sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Der Zeitpunkt für die Begebung einer Staatsanleihe hänge von den Marktbedingungen ab.

Finanzminister Yannis Stournaras sagte Reuters später, man werde zuerst eine kleine Summe anpeilen. Man müsse austesten, wie der Markt reagiere, sagte er. „Das wird auf Versuch und Irrtum beruhen.“ Reuters hatte vor kurzem aus Regierungskreisen erfahren, dass ein fünfjähriger Bond im Volumen von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro im Gespräch sei.

Auch Stournaras erklärte, Griechenland sei aus dem Gröbsten heraus. „Die Stimmung hat sich in letzter Zeit dramatisch gewandelt“, sagte er. „Schauen Sie sich einfach an, was bei der Euro-Gruppe passiert ist – alle sind der Meinung, dass Griechenland jetzt über den Berg ist.“

Die Finanzminister der Euro-Zone machten am Dienstag bei ihrem Treffen in Athen den Weg frei für die Auszahlung von insgesamt 8,3 Milliarden Euro. Die Hilfsprogramme der internationalen Geldgeber, die mit strikten Reformen verbunden sind, laufen noch bis Ende des Jahres.

Sollte es dem Land bis dahin nicht gelingen, wieder Zugang zum Kapitalmarkt zu erhalten, bekämen die Spekulationen über ein drittes Hilfspaket neue Nahrung. Ein neuerliches Paket will die Regierung in Athen aber vermeiden, um sich nicht weitere Sparmaßnahmen aufbürden zu müssen. Die internationalen Geldgeber bewahrten Griechenland mit insgesamt 240 Milliarden Euro vor dem Finanzkollaps.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Samaras will zurück an die Kapitalmärkte "

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  • Und falls es sich nach der Europawahl herausstellt, dass sich Her Samaras leider, leider getäuscht hat ...
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    Da braucht man sich nur das Foto oben von dieser byzantinischen Schleiereule namens Samaras anzuschauen ... Würden Sie von dem jemals einen Gebrauchtwagen kaufen? Eben!

  • Jawohl, Griechenland ist über dem Berg! Und von da an ging es abwärts. Bald sind Europawahlen. Ein Schelm der Böses dabei denkt!

  • Und falls es sich nach der Europawahl herausstellt, dass sich Her Samaras leider, leider getäuscht hat ...

    dann ist es auch egal, weil ja Herr Schäuble bereits mit weiteren Rettungsmilliarden winkt. Vorbeugend sozusagen!

    Siehe Handelsblatttitel: "Schäuble stellt weitere Finanzhilfen in Aussicht". Schäubles Statement hierzu: "Wenn es Bedarf gibt, kann man helfen".

    Wetten es gibt Bedarf, ganz überraschend natürlich, und trotz jahrelangem guten Weg.

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