Griechenland
Schäuble bleibt bei deutschen Hilfszusagen

Mit 1,7 Milliarden Euro ist Deutschland an Krediten für Griechenland beteiligt. Obwohl die griechische Regierung wackelt, steht Bundesfinanzminister Schäuble zu den Zusagen. Merkel erfuhr per Handy vom Referendum.
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BerlinTrotz des angekündigten Referendums über die jüngsten Hilfspakete der Euro-Zone und neuer Unsicherheiten über den Fortbestand der griechischen Regierung hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an der Unterstützung für das angeschlagene Land fest.

„Ich habe immer gesagt: Wenn Griechenland die Lasten und Mühen der Hilfsprogramme und Reformen auf sich nehmen will, wenn es in der Euro-Zone bleiben will, dann werden wir es unterstützen“, sagte Schäuble in einem vorab veröffentlichten Interview der „Financial Times Deutschland“. Die Schuldenkrise könnten die Staaten der Euro-Zone nur gemeinsam bewältigen.

Zugleich zeigte sich Schäuble zuversichtlich, dass die Griechen den Spar- und Reformkurs der Regierung Papandreou in einem Referendum unterstützen werden. „Ich vertraue auf die Kraft der Argumente“, sagte er.

Das zweite Hilfspaket für Griechenland, das die Eurostaaten erst vergangene Woche in Brüssel beschlossen haben, biete „die beste Gewähr, dass Griechenland in einem überschaubaren Prozess gesunden kann und wieder selbstständig auf die Beine kommt“. Dabei setze er auch auf die Zusagen Athens: „Ich gehe davon aus, dass Griechenland die eingegangenen Absprachen und Verpflichtungen respektieren und erfüllen wird.“

Trotz des geplanten Referendums und der sich abzeichnenden Staatspleite Griechenlands erhält das Land weitere Hilfen von Eurostaaten und Internationalem Währungsfonds (IWF). Wie die „Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe) berichtet, soll die sechste Tranche aus dem Hilfspaket bis 11. November an die griechische Regierung überwiesen werden.

An den Krediten über insgesamt acht Milliarden Euro sei Deutschland über die staatseigene KfW Bankengruppe mit 1,7 Milliarden Euro beteiligt. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bestätigte der Zeitung, dass die Auszahlung in Vorbereitung sei: „Das ist ein koordinierter Prozess, der jetzt läuft.“

Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel von dem geplanten Referendum in Griechenland völlig überrascht. Sie sei von Premierminister Giorgos Papandreou nicht vorgewarnt worden, hieß es aus dem Bundeskanzleramt. Statt dessen sei Merkel über eine Eilmeldung auf ihrem Handy über die Pläne zur Volksabstimmung informiert worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Schäuble bleibt bei deutschen Hilfszusagen"

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  • Die Titelzeile "1,7 Mrd. .. von Deutschland" ist entweder ein schlechter Witz oder pure Desinformation! Von Journalismus kann man jedenfalls nicht reden. 1,7 Mrd. sind nur der deutsche Anteil an der gerade jetzt anstehenden Zahlung von 8 Mrd. und nur ein minimaler einstelliger Prozentsatz der bereits erfolgten deutschen Zahlungen und Risiken.

  • tinyworld

    Unglaublich! Die Deutschen zahlen weiter, obwohl es voellig unklar ist, ob der dt. Steuerzahler je wieder das Geld zurueckerhaelt!
    ==
    Deutschland hat bis jetzt kein Euro bezahlt, der Finanzminister muss es besser wissen. Die politische Lage in Griechenland kann nur diesen Weg des Referendums erlauben, der fuer die folgende GR-Regierungen bendet sein muss, da die GR-Konservativen jede Aufraeumarbeit von Ihren Misstaten ablehnen.

  • .... alles wieder am grünen Tisch abgesprochen gewesen von den Damen und Herren " Volksverbrechern " , ohne die Bevölkerung, welche das Kapital, mit welchem sie ihre ureigensten Interessen befriedigen zu fragen, ob sie einverstanden ist, dass das von ihnen erwirtschaftet Kapital dafür zum Fenster hinausgeworfen wird ???
    Folgen Sie dem Beispiel der Griechen und fragen Sie die gewerblichen Arbeitnehmer, nicht die Beamten oberhalb von A9 oder Angestellten unterhalb BAT 4, auch nicht die Unternehmer, - Ihre Klientel haben Sie gekauft !

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