Griechenland
Schäuble lehnt Änderungen am Sparprogramm ab

Trotz anstehender Neuwahlen in Griechenland sind für Bundesfinanzminister Schäuble die Sparpläne des Landes nicht verhandelbar. Hellas Bürger müssten entscheiden, was ihnen der Verbleib in der Eurozone wert sei.
  • 7

BrüsselBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Änderungen am Sparprogramm für Griechenland erneut abgelehnt. Die Probleme des Landes rührten nicht daher, dass zuviel gespart worden sei, sagte Schäuble am Dienstag nach dem EU-Finanzministertreffen in Brüssel. Die Vereinbarung mit den internationalen Gebern sei deshalb nicht verhandelbar.

„Die Menschen in Griechenland müssen wissen, dass das, war wir für Griechenland vereinbart und auf den Weg gebracht haben, eine ganz außergewöhnlich Anstrengung ist“, ergänzte er. Die Bürger Griechenlands müssten selbst entscheiden, welchen Preis sie für den Verbleib in der Euro-Zone akzeptierten.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte am Montagabend erklärt, über das Programm könne mit einer neuen Regierung gesprochen werden. Unter außergewöhnlichen Umständen könne es womöglich ein bisschen geändert werden. Doch seien derzeit keine außergewöhnlichen Umstände zu erkennen.

Juncker hatte zudem betont, die Euro-Länder wollten Griechenland unbedingt in der Währungsunion halten. Doch müsse eine neue Regierung ohne Wenn und Aber zu den Spar- und Reformverpflichtungen stehen.

Die Versuche zur Regierungsbildung in Griechenland waren am Dienstagnachmittag gescheitert. Nun stehen Neuwahlen an, voraussichtlicher Termin dafür ist Mitte Juni. Umfragen zufolge kann das Linksbündnis Syriza damit rechnen, stärkste Kraft zu werden. Syriza will die Sparzusagen an die internationalen Geldgebern nicht einhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Schäuble lehnt Änderungen am Sparprogramm ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ MikeM,
    Soll er auch besser leben, aber das tut er nicht, er will nur exportieren und nicht importieren.
    Womit sollen dann die andere bezahlen?
    Das kann langfristig nicht funktionieren.
    Es gibt auch gar kein Vorteil mehr zu exportieren als man selbst importiert, langfristig auch nicht für uns Deutsche!
    Wir können es gleich verschenken, weil die Schulden werden Griechenland und Co nie zurückzahlen können.
    Versdtanden jetzt!

  • Zu Machiavelli: Ich kann schon nicht mehr hören, dass es wegen Deutschland's exportierender Wirtschaft zu Verwerfungen käme. Offensichtlich ist es immer noch nicht den meisten Menschen in Deutschland bewusst, dass die meisten Menschen auf der Welt ausserhalb der EU leben und dort auch vergleichbare Produkte zu extrem günstigen Konditionen herstellen können, im besonderen wenn vor Ort die Energiepreise ggf. noch günstiger sind!
    Hätte Deutschland nicht die Agenda 2010 halbwegs ordentlich durchgezogen, und erst dadurch seine internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder hergestellt, dann wäre die gesamte EU heute pleite! Ich denke nicht, dass man Spass daran gehabt hätte, in Europa die Armut zu verwalten.
    Der Wettbewerb für Deutschland findet nicht innerhalb der EU statt, dies ist zu bedauern, aber kein Fehler der deutschen Wirtschaft. Die Wettbewerbsfähigkeit und Überlebensfähigkeit deutscher Unternehmen wird in den Emerging Markets entschieden, China, MENA, Indien, Latin America und Russland. Sollten dort deutsche Unternehmen gegen Marken wie Bechtel, GE, Samsung, Toyota, Essar, Pfizer, Schlumberger, Sumitomo, EDF (um auch einmal ein europäisches Unternehmen zu nennen), ... nicht bestehen, so hätte dies durchaus ähnliche Auswirkungen auf Deutschland, wie Deutschland Wettbewerbsdefizite in einzelnen Mitgliedsstaaten in der EU aufzeigt. Warum investiert VW in der Welt, weil nicht alle Autos in Deutschland/EU gefahren werden! Wenn VW in der Welt investiert und dort lokal Autos absetzt, dann bleiben Arbeitsplaetze in KMU's in Deutschland und der EU erhalten, werden ggf. sogar noch ausgebaut! Daran sollte man denken.

  • Genau, Machiavelli, die bösen Deutschen sind Schuld! Warum setzen wir uns nicht alle unter einen Olivenbaum und bohren in der Nase, dann gehts allen besser, oder? Niemand hat die Griechen gezwungen, Porsche Cayennes zu kaufen. Wenn sie diese fahren wollen dann sollen sie es auch bezahlen. Ihre Denkweise entspricht derjenigen eines Kindes. Willkommen in der Realität! Wer etwas leistet muss auch besser leben als der Nasenbohrer unter dem Olivenbaum!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%