Griechenland seit 2009
Der Weg in die Krise

Grexit, Reparationen, Schuldzuweisungen: Die Griechen entkommen der Krise nicht – und wissen keinen Ausweg. Handelsblatt Online zeigt in einer interaktiven Chronik, wie es dazu kam. Von 2009 bis heute.
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Der Grexit bleibt im Gespräch, der Mittelfinger des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis kursiert seit der Talkshow von „Günther Jauch“ am Sonntagabend im Internet. Deutschlands Politiker werden ungeduldig – aus diesen Gründen dürfte Bundeskanzlerin Angela Merkel Griechenlands Newcomer-Premier Alexis Tsipras am kommenden Montag nach Berlin zitieren.

Dass die momentane Politik Griechenlands nicht ewig so weitergehen kann, dürfte den meisten Euro-Experten ebenso wie Brüssel klar sein. Doch warum ist die Krise eigentlich ausgebrochen? Immobilienblase? Leere Kreditversprechungen? Schwache Wirtschaft? Handelsblatt Online präsentiert Ihnen die wichtigsten Punkte der griechischen Krise. Von 2009 bis jetzt.

2009

Griechenland, wer bist du?

Griechenland, das Land des Weines und der weißen Mauern: 2009 begann der Glanz zu bröckeln, seitdem herrscht Krisenzeit. Eigentlich hat das Land aber eine marktorientierte Wirtschaft mit einer staatlichen Intervention. Einen Wandel vollzogen, von einem landwirtschaftlich Olivenbaum-Staat zu einer modernen Wirtschaftsnation, hat Griechenland bereits in den 1970er-Jahren. Heute sind die wichtigsten Bereiche der Agrarsektor, der Tourismus und die Handelsschifffahrt.

Federführend ist immer noch der Anbau von Öl, Wein und Co. 2008 lag der Anteil des Agrarsektors am Bruttoinlandsprodukt bei 3,1 Prozent. 2013 bei 3,8. Der Anteil an den Exporten betrug 2008 14,3 Prozent. Im vergangenen Jahr machten 13,8 Prozent der Exporte das Tabak-Oliven-Geschäft aus.

Auch der Tourismus erlebt seit ein paar Jahren einen Boom. Weil das Angebot groß und die Preise gering waren, entschieden sich immer mehr Europäer – seit Krisenbeginn – für Griechenland als Urlaubsziel. Inklusive der griechischen (Halb-)Inseln. 2014 haben mehr als 20 Millionen Menschen dort Urlaub gemacht. Im Jahr davor waren es noch 20 Prozent weniger. Doch Tourismus ist nicht alles.

Griechenland ist ebenfalls Dienstleistungsstandort; vor allem für die Handelsschifffahrt – und das nicht wegen seiner gemütlich-hellenischen Häfen. Erst im vergangenen Jahr hat der Forschungsdienst für maritimen Raum Clarkson Research Griechenland zur Top-Seefahrer-Nation gekürt. Rund 5000 Schiffe aus griechischen Reedereien waren 2014 auf den Weltmeeren unterwegs. Das sind 15 Prozent der globalen Handelsflotte. Damit hat sich Griechenland einen Trumpf zurückgeholt, den das Land viele Jahre an Japan abgegeben hatte.

Kommentare zu " Griechenland seit 2009: Der Weg in die Krise"

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  • Der Weg in die Sklaverei!
    Die Exportgier mancher Industrieländer (vor allem D. F.) und deren Großkonzerne, durch Bestechung von korrupten Regierungen und Regierungsmitgliedern Griechenlands und mit der Mittäterschaft von deutschen und französischen Banken, hat zu dieser Überschuldung geführt.
    Jetzt wird ein ganzes Volk versklavt, während die korrupte griechische Regierungsmitglieder und unsere Bankmanager, die Verantwortliche von Siemens, Mercedes, Kraus-Maffei, Ferrostahl, Dassault, etc., etc., unbestraft, ein Leben in Luxus und Überfluss genießen können. Und Schuld sollen wir sein, das griechische Volk????

  • HB

    >> Angaben der Weltbank zufolge lebten 2014 insgesamt 8.642.000 Griechen in Städten. Die überwiegende Mehrheit der Griechen lebt also in ländlichen Gebieten >>

    Diese Angabe verbirgt Rätsel.......?



  • Mal Butter bei die Fische, liebes Handelsblatt!
    Wie die Griechen sich in dieses Desaster hinein manövriert haben, sollte allen Interessierten hinreichend bekannt sein.
    Viel wichtiger wäre es, wenn das Handelsblatt mal frei von der Leber weg belastbar analysieren würde, wie es mit GR weiter geht und vor allem, was passiert, fliegt GR aus dem Euro raus. Lange kann es so oder so nicht mehr dauern, bis Entscheidungen getroffen werden müssen, falls von Seiten der Verantwortlichen nicht ein unkontrollierter Grexident riskiert werden soll, was der liebe Gott im Interesse aller verhüten möge!
    Also Freunde, ab dafür! ;D

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