07.02.2010

Griechenland: Sinn fordert EU-Hilfen

Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat sich für eine Unterstützung Griechenlands durch die Europäische Union ausgesprochen. Wenn ein Land nach dem anderen in die Insolvenz geriete, dann wäre der Euro am Ende.

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Hans-Wernder Sinn fordert EU-Hilfen für Griechenland. Quelle: apLupe

Hans-Wernder Sinn fordert EU-Hilfen für Griechenland. Quelle: ap

HB MÜNCHEN. „Die EU muss Griechenland retten, weil es sonst Dominoeffekte gibt"´, sagte er dem Handelsblatt. "Wenn Griechenland nicht gerettet würde, schwände das Vertrauen in Irlands Bonität, und es gäbe vielleicht kein Halten mehr. Schließlich würden auch Italien, Spanien und Portugal wackeln." Wenn ein Land nach dem anderen in die Insolvenz geriete, dann wäre der Euro am Ende.

Der prominente Ökonom sprach sich dafür aus, Griechenland mit offenen Zuschüssen aus dem EU-Haushalt zu retten. Die viel diskutierten Euroanleihen, gemeinsam begeben von den Euro-Ländern, würden nur die Zinslasten der starken Länder wie Deutschland auf intransparente Weise erhöhen, sagte er. Die Europäische Investitionsbank und die Europäische Zentralbank sollten sich vollständig heraushalten.

Auf jeden Fall müsse die Hilfe für Griechenland an strenge Auflagen geknüpft werden, "die richtig weh tun", verlangte Sinn. Sonst würden sich andere Krisenländer nicht genug anstrengen, ihre Probleme selbst zu lösen. Er sprach sich dafür aus, dass die EU einen Finanzkommissar abstellt, der die griechische Haushaltspolitik überwacht und gleichberechtigt neben dem Finanzminister agiert. "Er muss ein Vetorecht gegenüber Ausgabenerhöhungen erhalten“, sagte er.

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Kommentare (4)

  • 08.02. 11:09Spam melden
    [4] Blinky

    "Welchen Wert hat für uns ein einheitlicher Währungsraum, wenn wir unsere Exportmärkte über Zuschüsse selbst bezahlen müssen?"

    Wir wollen mal dazu eine Milchmädchenrechnung am Beispiel Griechenland anstellen.

    Deutschland importierte 2008 Waren und Leistungen aus Griechenland im Wert von 3,0597 Mrd. €

    Deutschland exportierte 2008 Waren und Leistungen nach Griechenland im von Wert 11,4570 Mrd. €

    2008 machte das also für Deutschland ein Plus von 8,3973 Mrd. € aus Griechenland.

    Vielleicht finanziert sich von diesem Geld direkt oder indirekt auch Ihr Arbeitsplatz und vielleicht trägt dieses Plus aus Griechenland zu Ihrem Wohlergehen bei.

    Um Ihre eigentliche Aussage nun wahr werden zu lassen, müsste allein Deutschland den Griechen fürs Jahr 2008 8,3973 Mrd. € an Zuschüsse bezahlen. Für alle andere Jahre natürlich entsprechend auch.

    Für wie realistisch halten Sie das?

  • 08.02. 09:58Spam melden
    [3] Micha

    Nur mit Lug und Betrug hat Griechenland die EU-Mitgliedschaft erschwindelt und uns laufend mit vorsätzlich falschen Daten betrogen. Nun sollen wir die Schulden dieses Landes mit unseren Steuern zahlen? Das kann und darf nicht sein. Aber auch für Herrn Sinn gilt: Es ist ja nur OPM - Other Peoples Money! Müßte er es aus seiner Tasche zahlen, würde er ganz anderst argumentieren.

  • 07.02. 21:16Spam melden
    [2] Lego

    Es scheint fest zu stehen, daß sich Griechenland auf betrügerische Weise den Zugang zum Euro erschlichen hat. Ich vermag nicht einzusehen, daß dieses Land Anspruch auf Solidarität der betrogenen Partner haben sollte. Die Verträge sind als nichtig anzusehen; Griechenland muss die Währungsunion verlassen und seine Probleme mit Hilfe des IWF lösen

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