Griechenland
Spekulation um Kreditverlängerungen

In Griechenland wird über die Verlängerung von Kreditlaufzeiten spekuliert, um der drohenden Finanzierungslücke im kommenden Jahr zu begegnen. Bonds im Umfang von 4,4 Milliarden Euro sollen angeblich verlängert werden.
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AthenGegen die drohende Finanzierungslücke im kommenden Jahr will Griechenland einem Medienbericht zufolge mit längeren Kreditlaufzeiten angehen. Die dann fälligen Bonds im Umfang von 4,4 Milliarden Euro sollten verlängert werden, berichtete die Tageszeitung „Kathimerini“ am Sonntag ohne Angabe von Quellen.

Dadurch würden die Zahlungen aufgeschoben. Die Regierung in Athen hatte die Anleihen 2009 begeben, um den kriselnden Bankensektor mit Liquidität versorgen zu können. Laut dem Bericht haben EU-Kommission wie auch die Europäische Zentralbank (EZB) bereits Bedenken gegen dieses Vorhaben angemeldet. Das griechische Finanzministerium wollte zu der Meldung keine Stellung nehmen.

Die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben Griechenland seit 2010 rund 240 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um den Staatsbankrott zu verhindern. Mit Hilfe des zweiten Rettungspaketes ist das Mittelmeerland bis in die zweite Jahreshälfte 2014 finanziert.

Es wird erwartet, dass die internationalen Kreditgeber noch im November über weitere Hilfszahlungen entscheiden. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass Griechenland 2014/2015 eine Finanzierungslücke von fast elf Milliarden Euro schließen muss. Die EU-Kommission geht davon aus, dass 2014 zusätzliche 3,8 Milliarden Euro benötigt werden. Der IWF rechnet mit 4,4 Milliarden Euro.

Das Mittelmeerland steckt das sechste Jahr in Folge in der Rezession. Die Arbeitslosenquote liegt nahe 28 Prozent, bei den jungen Griechen sogar bei 60 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Spekulation um Kreditverlängerungen"

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  • Warum sollen die Griechen etwas ändern, es wird doch alternativlos weitergezahlt.Grichenland ist mittlerweile vom Bettler zum Erpresser mutiert.Würden die Polit-Gangster
    es eingestehen dass die gesammte EURO-RETTUNGSWAHN ein Griff ins Klo war,müssten sie ihre Unfähigkeit und absolutes Versagen eingestehen.

  • "Die griechische Zentralbank wäre ebenso insolvent wie die griechischen Banken."
    Genau genommen sind sie das bereits seit Jahren, ebenso wie der griechische Staat - und jeder weiß es. Nur von den "offiziellen" nimmt das böse Wort "Insolvent" bzw. "Zahlungsunfähig/Pleite" keiner in den Mund was man nur mit Realtitätsverdrängung oder -verlust begründen kann.

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