Griechenland
Syriza-Chef attackiert Merkel

Kanzlerin Merkel solle das Pokerspiel mit Menschenleben aufhören, so Alexis Tspiras, Vorsitzender der radikalen griechischen Linkspartei Syriza. Sein Bündnis lehnt das Sparprogramm des Landes mit Vehemenz ab.
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London/AthenDer Vorsitzende des linksradikalen griechischen Parteienbündnisses Syriza hat die Europäische Union und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf angegriffen. "Wenn die Krankheit des Sparens Griechenland zerstört, wird sie sich auf ganz Europa ausbreiten", sagte Alexis Tsipras am Mittwoch dem britischen Rundfunksender BBC. Die Banken verdienten Geld zulasten der Bürger. "Daher müssen die europäische Führung und besonders Frau Merkel aufhören, mit dem Leben der Menschen Poker zu spielen", sagte Tsipras.

Syriza war bei der Parlamentswahl am 6. Mai auf den zweiten Platz gekommen. Das Bündnis, das zwölf kleine linke Parteien versammelt, lehnt das von den internationalen Kreditgebern verordnete Sparprogramm strikt ab, will das Land aber im Euro halten. Da es keiner der Parteien gelang, eine Regierung zu bilden, wurden am Mittwoch für den 17. Juni Neuwahlen angesetzt. Staatspräsident Karolos Papoulias beauftragte den obersten Verwaltungsrichter des Landes, Panagiotis Pikrammenos, mit der Bildung einer Übergangsregierung.

Pikrammenos wurde am Abend vereidigt, wie das Staatsfernsehen zeigte. Berichten zufolge will der 67-Jährige sein Kabinett am Donnerstag vorstellen. Als Außenminister wird der Diplomat Petros Moliviatis gehandelt, der das Amt bereits von 2004 bis 2006 innehatte. Als möglicher Finanzminister gilt der bisherige Innenminister Tassos Jianitsis. Der frühere Generalstabschef Frangoulis Frangos könnte neuer Verteidigungsminister werden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Syriza-Chef attackiert Merkel"

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  • @stopt-die-g...

    Inwiweit widerlegen sie mit ihrem Gedanken-Sammelsurium meine Ansichten??! Für eine Aufklärung wäre ich dankbar!

  • Vollkommener Nonsense!
    Man muss nur mal die realen griechischen Einkommen von 1999 mit denen von heute vergleichen. ... und anschließend die Stagnation in Deutschland betrachten. Oder aber die exorbitant hohen griechischen Renten im Vergleich zu den Armutsrenten in Deutschland setzen und schon weiss man wohin die Gelder geflossen sind und weiter fliessen.
    Das griechische Problem ist einerseits, dass die Menschen nicht raffen, in welchem (unverdienten) Luxus sie leben (vergleiche auch die Nachbarländer) und die ungerechte Verteilung im eigenen Land.
    Banken sind lediglich Geldverteilstationen, aber es ist ja sooooooooooooooooo schön und einfach andere zu Schuldigen machen, dann muss man selber nichts ändern.

  • Beim Lesen vieler Beiträge hat man den Eindruck, daß es den Verfassern in erster Linie um die Befriedigung von Emotionen geht. Das darf aber niemals ein Motiv für verantwortungsvolles politisches Handeln sein. Was wäre zum Beispiel, wenn es in Griechenland zu einem Militärputsch kommen sollte. Eine existenzielle Bedrohung der gesamten EU wäre zweifellos die Folge, mit unabsehbaren Folgen für die BRD, nicht nur in den nächsten Jahren, sondern Jahrzehnten. Deutschland ohne EU wäre langfristig wirtschaftlich und politisch ein Fliegenschiß auf der Landkarte. Nix mehr dann mit Deutschland, Deutschland über Alles!

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