Griechenland
Tsipras macht erklärte Spar-Gegner zu Ministern

Der neue griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat sein Kabinett ernannt. Mit den Ökonomen Giannis Dragasakis und Giannis Varoufakis bekommen zwei scharfe Kritiker der Sparpolitik die Zuständigkeit für Finanzen.
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AthenZwei scharfe Kritiker der EU-Rettungspakete werden in Griechenland zukünftig für die Finanzpolitik zuständig sein: Giannis Varoufakis wird als Finanzminister die Verhandlungen mit den Geldgebern führen, wie ein Regierungssprecher in Athen mitteilte. Giannis Dragasakis wird als stellvertretender Regierungschef die Aufsicht über den gesamten Bereich Finanzen und Wirtschaft haben und auch an den Verhandlungen mit den Geldgebern teilnehmen.

Beide setzen sich vehement für das sofortige Ende der Sparpolitik ein. Sie sehen einen Schuldenschnitt als einzige Lösung für den Abbau des 320 Milliarden Euro großen Schuldenbergs Griechenlands.

Nach dem Sieg der Linkspartei Syriza bei der Parlamentswahl am Sonntag war Tsipras schon am Montag als neuer Ministerpräsident vereidigt worden. Am selben Tag hatte er angekündigt, mit den Unabhängigen Griechen als Juniorpartner eine Koalitionsregierung bilden zu wollen. Syriza war an der absoluten Mehrheit knapp gescheitert.

Finanzminister Varoufakis hatte sich immer wieder mit Kritik an den Bedingungen der Rettungspakete für Griechenland zu Wort gemeldet. Er argumentiert, die Rückzahlung der Milliardenkredite solle sich am Wachstum der Wirtschaft orientieren. Bei dieser Meinung bleibe er auch als Minister, schrieb er in einem privaten Blog. Der Finanzexperte hat unter anderem Lehraufträge in Großbritannien, Australien, Schweden und den USA.

Der Juniorpartner in der Links-Rechts-Regierung, der Chef der Unabhängigen Griechen, Panos Kammenos, übernimmt das Ressort Verteidigung. Außenminister wird ein Technokrat, der Politik-Professor der Universität Piräus, Nikos Kotzias. Damit wolle Regierungschef Tsipras signalisieren, dass er eine „ruhige“ Linie in außenpolitischen Themen fahren wolle, erklärten Analysten in Athen.

Die Ratingagentur Moody's merkte am Dienstag an, der Wahlausgang werde die Risiken der Staatsfinanzierung, des Wirtschaftswachstums und der Liquidität der Banken verlängern. Der Leitindex der Börse in Athen gab am Nachmittag um 5,4 Prozent nach, auch andere europäische Börsen verzeichneten Verluste.

Drei weitere Ministerien sollen erweitert werden: Das Umweltressort soll mit Energie und Landwirtschaft zusammengelegt werden, Bildung soll sich auch um Kultur und Sport kümmern, das Innenministerium soll für öffentliche Sicherheit und die Beamtenreform zuständig sein.

Agentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Tsipras macht erklärte Spar-Gegner zu Ministern"

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  • Aber damit hat er leider Recht der neue Finanzminister:
    "das sei Schuld der Franzosen, die mit der Währungsunion die Hand auf deutsche Währungsreserven legen wollten".
    Da haben wir nun den Salat! Ansonsten gilt für mich, Griechenland muss geordnet raus aus dem € und zur Drachme zurück. Dann wird der Touristenstrom die Wirtschaft in 5 Jahren sanieren.

  • Wir werden den Schuldenschnitt verkraften. Aber raus mit Griechenland aus dem Euro und der EU. Keine einziger Euro an Hilfsgelder gibt's mehr. Und aus den EU-Fördermitteln ebenso wenig. Dann können sie mit ihren Einnahmen ihre Ausgaben bestreiten. Ich bin gespannt...

  • die könnten doch eine Währungsreform verabschieden. Ganz aus nationaler Souveränität.
    1 Reformeuro Guthaben = 1 Alteuro Guthaben

    1 Reformeuro Schulden = 4 Alteuro Schulden

    Da hätten wir eine institutionalisierte kreative Buchführung. Ganz nach dem Geschmack der Griechen UND der EZB und ihrer Goldmänner. Die werden sich natürlich vor dem Stichtag entsprechend positionieren....

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