Griechenland-Umschuldung
Wirtschaftsforscher warnt vor Banken-Kollaps

Griechenland entwickelt sich für seine Geldgeber zum Fass ohne Boden. Wie lange kann das gut gehen? Ökonomen sehen andere Wege aus dem Schuldendilemma, doch die könnten andere Krisen auslösen.
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DüsseldorfDer Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, hält den harten Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen jedwede Form der Griechenland-Umschuldung für völlig gerechtfertigt. "Denn eine Umschuldung Griechenlands würde das griechische Bankensystem kollabieren lassen", sagte Horn Handelsblatt Online. "Damit wäre die EZB entsprechend ihrer Aufgabe, den Zahlungsverkehr im Euroraum zu sichern zu sichern sofort im Obligo, Stützungsmaßnahmen zu leisten."

Darüber hinaus sei zu befürchten, dass die aus der Umschuldung resultierenden Abschreibungen im Finanzsektor "destabilisierende Schäden" verursachen. "Schlimmer noch sind die zu erwartenden Ansteckungseffekte in den übrigen Krisenländern, die der EZB weitreichende Stabilisierungsmaßnahmen für das europäische Bankensystem abverlangen dürften", warnte der IMK-Chef. "Diese richtigen Überlegungen sind der Grund für den Widerstand der EZB und nicht der Bestand an möglicherweise kritischen Staatspapieren in ihrem Bestand." Schließlich sei die EZB keine Privatbank, die jedes Jahr Gewinne ausweisen müsse.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) hatten am Mittwochabend in den Koalitionsfraktionen um Unterstützung für weitere Griechenland-Hilfen geworben. Schäuble ist für die Auszahlung weiterer Mittel und ein neues Hilfsprogramm, an dem sich private Gläubiger beteiligen sollten. Den zusätzlichen Bedarf der griechischen Regierung bezifferte er nach Handelsblatt-Online-Informationen auf 90 Milliarden Euro. Heute wollen die Fraktionen von Union und FDP einen Entschließungsantrag vorlegen, der am Freitag im Bundestag zur Abstimmung gestellt werden soll.

In einem am Mittwoch bekanntgewordenen Brief warnte Schäuble, ohne ein weiteres Hilfsprogramm drohe "der erste ungeordnete Bankrott in der Euro-Zone". Unklar blieb, ob die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Ablehnung auch gegen eine "weiche" Umschuldung aufgibt und eine Laufzeitverlängerung für griechische Anleihen mitträgt.

Die Grünen forderten die EZB daher zur aktiven Mitarbeit auf. „Wichtig ist jetzt, dass die EZB mitwirkt an dem nötigen Kurswechsel bei den Griechenlandhilfen und ihre Blockade gegen jede Form von Umschuldung aufgibt“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Gerhard Schick, Handelsblatt Online. „Ihre Strategie des ‚weiter so’ ist wenig überzeugend.“ Schließlich habe das bisherige Programm, das einen Marktzugang für Griechenland schon 2012 vorsah, offenbar nicht funktioniert.

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  • Teil II
    Die Bankster sind schon wieder/immer noch pleite - trotz Rettungspaketen im Monatsrhythmus.

    Finanzwissenschaftler und Jurist Markus Kerber am 07.07.2010 in der WiWo:
    „Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu nicht bereit ist oder Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dazu unfähig ist, ist die deutsche Zivilgesellschaft gefordert. Revolte wird in dieser Ausnahmesituation zur vornehmen Pflicht jedes deutschen Citoyens, wenn die politische Klasse so erbärmlich versagt“.
    http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/revolte-wird-pflicht-434511/

    Oder, noch besser, wie ein Forist in der Süddeutschen kommentierte: „Es ist wieder an der Zeit, dass die Bürger die Guillotine flott machen“. Er hat verstanden. Auf was warten wir eigentlich?

    „Der Mensch, die Bürger haben absolut nichts zu entscheiden“. Das kann man von einem Tag auf den anderen ändern! Des Volkes Zorn sollten die Stiefellecker unserer Bankster nicht unterschätzen!!

  • @Hans: „Der Mensch, die Bürger haben absolut nichts zu entscheiden“. So so.

    Als der Euro eingeführt wurde, hatte man mehrere Sicherungen eingebaut. Mehrere Finanzwissenschaftler hatten genau dies befürchtet, was jetzt großflächig eingetreten ist. Mit diesen Sicherungen im Maastricht-Vertrag wurden sie kaltgestellt.

    Doch diese Sicherungen und Verträge zum Schutze des deutschen Volkes wurden von unserer Regierung außer Kraft gesetzt!!
    Das ist Hochverrat! Und wie man mit Hochverrätern umgeht, kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen.

    Zum anderen wird das Volk jeden Tag auf´s neue belogen, weil die tatsächlichen Schulden in Schattenhaushalten versteckt werden. Die tatsächliche Verschuldung der BRD liegt bei ca. 6 Billionen Euro.
    http://www.siggi40.magix.net/public/Fotos/Staatsschulden_2.jpg

    Allein zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro. Was sind dagegen 100 Mrd. weitere Geschenke an die Bankster über das nächste Rettungspaket. Peanuts!!

    Die Wert-Zerstörer
    +++ Banken verursachen Schäden, für die wir alle bezahlen +++
    Banker, die in der Londoner City arbeiten und jährlich zwischen 500.000 und zehn Millionen Pfund einstreichen, zerstören für jedes Pfund Sterling, das sie an Wert schaffen, sieben Pfund Gemeinschaftsvermögen, heißt es in einer Studie des britischen Thinktanks nef.

    Haben wir keinen Arsch in der Hose, dass wir uns solche gigantische Betrügereien gefallen lassen?

    Die Politiker schauen dem Treiben nicht nur zu, sie fördern es sogar. Geradezu absurd, dass die Verursacher der Krise nun die dicken Gewinner sind. Sie profitieren von dem Notenbankgeld, das es für sie praktisch zum Nulltarif gibt und den unzähligen Rettungspaketen. Aber die ganzen Milliarden und Billionen sind schon wieder im Eigenhandel und an der Börse verzockt.

  • Zum einem sind Rentensparpläne, Fondsanteile etc. keine Spareinlagen. Unter Spareinlagen versteht man Giro- und Sparkontenguthaben. Diese sind für den ganz überwiegenden Teil der deutschen Bevölkerung ziemlich gut gesichert und dies auch ohne die zweifelhaften Versprechungen von Frau Merkel und Herrn Steinbrück.

    Anders sieht es eben mit den Rentenfonds, Lebensversicherungsverträgen etc. etc. aus. Und hier hat man zum einen kaum eine Möglichkeit zu prüfen wo genau das Bank- und/oder Versicherungsinstitute die Prämiengelder angelegt haben und zum anderen kann dies auch von heut auf morgen geändert sein.

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