Griechenland: Verhandlungen über Schuldenschnitt beendet

Griechenland
Verhandlungen über Schuldenschnitt beendet

Griechenlands Regierung und Bankenvertreter haben ihre Gespräche über einen Schuldenschnitt zunächst ohne Einigung beendet. Ein Ergebnis soll aber kurz bevor stehen. Zuvor hatte Deutschland den Druck auf Athen erhöht.
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Die Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und Privatgläubigern über einen Schuldenschnitt für Athen stehen offenbar kurz vor dem Durchbruch. Die an den Gesprächen beteiligten Parteien stünden kurz vor einer Einigung auf eine freiwillige Beteiligung des Privatsektors, hieß es am Samstag in einer Erklärung von Charles Dallara und Jean Lemierre, die bei den Verhandlungen die Gläubigerseite vertreten. Eine Einigung werde für nächste Woche erwartet. In der Erklärung wurde auch auf die „Rahmenbedingungen“ Bezug genommen, die Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker Anfang der Woche genannt hatte. Demnach sind die Privatgläubiger offenbar bereit, beim freiwilligen Schuldentausch einen Zinssatz von weniger als vier Prozent für neue Staatsanleihen zu akzeptieren. Am Abend wollte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos die Vertreter der sogenannten „Troika“ über den Werdegang der Verhandlungen mit den Bankenvertretern informieren, hieß es. Die Experten von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) nehmen als eine Art unsichtbare Teilnehmer an den zähen Verhandlungen der Griechen mit den Banken teil.

Zuvor hatte sich die Debatte über ein zweites Hilfspakets für Griechenland verschärft: Angesichts wachsender Zweifel an die Reformfähigkeit des Landes kommt aus Deutschland jetzt der Vorschlag, dass Griechenland im Gegenzug für weitere Finanzhilfen eine internationale Kontrolle über seine Haushaltspolitik zulassen soll. In Berliner Regierungskreisen wurde am Samstag ein Bericht bestätigt, wonach die Idee eines Sparkommissars oder eines Vetorechts gegen einen Etat in die Debatte auf EU-Ebene eingebracht wurde.

Während Griechenland auf seine nationale Souveränität pocht, findet die Forderung einer nationalen Aufsicht Zustimmung in der Koalition. „Angesichts der Tatsache, dass offenbar viele Vorgaben von Griechenland nicht umgesetzt wurden, ist der Vorschlag einer Kontrolle und Aufsicht des Etats Ziel führend“, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Norbert Barthle. Die Idee eines „Sparkommissars“ ist nicht neu und findet sich etwa bereits im CDU-Europa-Papier, das auf dem Bundesparteitag im November beschlossen worden war. Die Bundesregierung speiste sie nun aber auf EU-Ebene in die Beratungen über das zweite Griechenland-Hilfspaket ein, als die Regierungen um Stellungnahmen gebeten wurden. „Angesichts der enttäuschenden Umsetzung (der Reformen) muss Griechenland akzeptieren, dass die Budget-Hoheit für eine bestimmte Zeit
auf europäische Ebene übertragen wird“, zitierte auch die „Financial Times“ aus dem entsprechenden Papier.

In Berlin wird aber betont, dass es nicht um eine „Lex Griechenland“ geht, sondern um einen allgemeinen Vorschlag, wie mit Programmländern zu verfahren ist, die ihre im Gegenzug zu Finanzhilfen zugesagten Reformen nicht umsetzen. Zugleich wurde der Vorwurf eines Diktats zurückgewiesen. „Alle Optionen können selbstverständlich nur in Abstimmung etwa mit den Griechen zum Zuge kommen“, hieß es in den Regierungskreisen am Samstag.

Über die Zukunft Griechenlands wird derzeit auf verschiedenen Ebenen beraten. Ministerpräsident Lucas Papademos hatte am Freitag im Reuters-Interview gesagt, er erwarte eine Einigung innerhalb weniger Tage. „Deutschland besteht auf einem Forderungsverzicht der privaten Gläubiger im Umfang von 100 Milliarden Euro“, betonte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe).
Zum anderen prüft die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission in Athen die Umsetzung der Verpflichtungen aus dem ersten Hilfspaket sowie die wirtschaftliche Entwicklung im Land. Ein positives Urteil ist Voraussetzung dafür, dass das hoch verschuldete Land weitere Kredite im Rahmen eines zweiten Hilfspaketes erhält. Nach Informationen des „Spiegel“ reichen dabei die bisher kalkulierten 130 Milliarden Euro bis Ende 2014 nicht aus. Statt dessen würden 145 Milliarden Euro benötigt.

Auch die Unionspolitiker Barthle und Michael Meister halten eine höhere Stumme für möglich - und stellen zugleich Bedingungen dafür, dass der Bundestag einem zweiten Hilfsaspekt zustimmt. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass 145 Milliarden Euro benötigt werden“, sagte Barthle zu Reuters. Die Zahl sei aber nicht so entscheidend etwa für ein positives Votum des deutschen Parlaments. „Voraussetzung für die Zustimmung ist vielmehr, dass die Troika Griechenland bescheinigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Sonst wird es keine Hilfe geben.“ Auch der stellvertretende Unions-Fraktionschef Meister schloss angesichts der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung in dem südlichen Euro-Land einen höheren Kreditbedarf nicht aus.
Zugleich forderte er im „Tagesspiegel“ strenge Strukturreformen. „Wir mussten bei der Freigabe der ersten Griechenland-Hilfen schon ein Auge zudrücken. Das werden wir nicht noch einmal tun“, sagte er mit Blick auf die nötige Zustimmung des Bundestages zu einem neuen Hilfspaket. „Die griechische Führung und die politische Klasse muss endlich verstehen, dass die EU das Land nicht auf Dauer am Tropf lassen will“, warnte auch Barthle.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Dieses Zinsesszinssystem in Verbindung mit einer Währungsunion welche nur auf Fiatgeld (auch Fiat-Money) aufgebaut ist und absolut nichts mit einer dringend notwendigen Wirtschaftsunion zu tun hat, wird bereits in absehbarer Zeit zum BigBäng führen.

    Noch nichts von „Fiat Money“ gehört/gelesen? - Dann wird es aller höchste Zeit!!

    z.B. hier:

    http://www.wirtschaftsblatt.at/home/schwerpunkt/wochenend_dossier/fiat-money-es-werde-geld-1-470796/index.do

    Bitte nicht vergessen, wir leben in einer lobbyistisch verseuchten EU-Diktatur und Merkozie & Co sind die politischen Hauptmarionetten!

  • Och, hat die Markt-/Verwertungsmonade einen kleinen neurotisch-hysterischen Schub in seinem ach so tollen Individual-Hamsterrad?

  • Das deutsche Auslandsvermögen Ende 2010
    2011 noch nicht publiziert aber höher als 2010

    Die finanzielle Verflechtung Deutschlands mit dem Ausland hat 2010 kräftig
    zugenommen. So stiegen die Auslandsaktiva um 25,8 % auf 6 342 Mrd €, die
    Auslandspassiva um 28,1 % auf 5 391 Mrd €. Ausschlaggebend war zum
    einen die sich erholende Weltwirtschaft, die vor allem im Unternehmenssektor
    zu verstärkten grenzüberschreitenden Engagements führte. Zum anderen gab
    es einen Sondereffekt durch die erstmalige Erfassung von Finanzderivaten.
    Im Ergebnis erhöhte sich die Netto-Auslandsposition Deutschlands um
    117 Mrd € auf 951 Mrd €. Für den Anstieg zeichneten der Leistungsbilanz-
    überschuss sowie Wechselkurs- und Goldpreiseffekte verantwortlich.

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