Griechenland vor der Wahl
Syriza in Umfragen weiter vorn

In Griechenland manifestiert sich die Linkspartei Syriza als klarer Wahlfavorit. In Umfragen kann die Partei, die für den Ausstieg aus Sparprogrammen steht, weiter zulegen. Derweil hamstern die Banken Kredite der EZB.
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AthenGriechische Banken haben die Europäische Zentralbank (EZB) kurz vor den Parlamentswahlen verstärkt angezapft. Im Dezember nahmen die Kreditinstitute des südeuropäischen Landes mit 56,04 Milliarden Dollar rund 25 Prozent mehr Geld von der EZB in Anspruch als im Vormonat, wie die griechische Notenbank am Montag mitteilte. Als Grund wurden Liquiditätsengpässe genannt, unter anderem wegen der Auflösung von Spareinlagen.

Die Griechen wählen am Sonntag ein neues Parlament. In Umfragen führt derzeit die linke Oppositionspartei Syriza. Sie will die Reformvereinbarungen des hoch verschuldeten Euro-Staates mit den internationalen Gläubigern kippen.

Nach Einschätzung der US-Ratingagentur Fitch erhöht zwar die Unsicherheit kurz vor und nach den Wahlen in Griechenland die Risiken für die Banken des Landes. Mögliche Liquiditätsengpässe sollten jedoch beherrschbar sein, da die Geldhäuser auf Kapitalabflüsse besser vorbereitet seien als bei den vergangenen Wahlen 2012, erklärten die Fitch-Experten. Voraussetzung sei allerdings, dass Griechenland weiter Zugang zum Eurosystem habe.

Derweil kann die linke Syriza einer Umfrage zufolge ihren Vorsprung deutlich ausbauen. Für die sozialistische Partei würden 33,1 Prozent der Wähler stimmen, während die regierenden Konservativen von Ministerpräsident Antonis Samaras auf 28,5 Prozent kommen würden, wie eine am Montag veröffentlichte Erhebung des Institutes Alco ergab. Syriza konnte damit ihren Vorsprung von 3,5 Punkte in der vergangenen Woche auf 4,6 Punkte ausbauen.

Syriza will die Sparpolitik stoppen. Zudem verlangt die Partei von Alexis Tsipras einen Schuldenerlass für das Land, das seit 2010 mit Finanzhilfen des Internationalen Währungsfonds und seiner Euro-Partner von 240 Milliarden Euro vor einer Staatspleite bewahrt wird. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte am Montag der Nachrichtenagentur Reuters, dass jede griechische Regierung frühere Zusagen einhalten müsse. Aus Kreisen der griechischen Regierung wurde dagegen Kritik laut, wonach Entscheidungsträger in der Euro-Zone über keinen Notfallplan verfügen, sollte das hoch verschuldete Land nach der Wahl am Sonntag in Turbulenzen geraten.

Die EU ist nach Darstellung von Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici jedoch auf alle Szenarien nach der Wahl in Griechenland vorbereitet. „Egal, wie das griechische Volk entscheidet: Wir haben Antworten darauf“, sagte der französische Politiker am Montag. Es bestehe nicht das Risiko, dass Griechenland aus der Euro-Zone austrete. Überhaupt gebe es keine Gefahren, sagte Moscovici. Zugleich bekräftigte er, dass Griechenland seine Zusagen einhalten müsse.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland vor der Wahl: Syriza in Umfragen weiter vorn"

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  • Als Grund wurden Liquiditätsengpässe genannt, unter anderem wegen der Auflösung von Spareinlagen.

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    Wenn sich diese Entwicklung in der ganze EU

    ausbreitet...

    dann fallen die Aktienkurse zu Gunsten des Goldpreises.

    Wohin steuert dann die EU ?????






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