Griechenland vor der Wahl Tsipras droht die große Pleite

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„Wir haben die Banken gerettet“, behauptet Tsipras

Als Tsipras im August mit seinem Rücktritt vom Amt des Premiers die Neuwahlen herbeiführte, sah es nach einem sicheren Sieg für Syriza aus. Sogar die absolute Mehrheit schien möglich. Tsipras surfte auf einer beispiellosen Popularitätswelle: 70 Prozent Zustimmung ergaben Umfragen im Frühjahr. Jetzt melden die Demoskopen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ihm und Meimarakis.

„Die Zukunft gehört jenen, die kämpfen können, und wir können kämpfen“, verkündet Tsipras bei einer Wahlkampfveranstaltung. Die zurückliegenden sieben Monate erwähnt er nicht gern. Und wenn, dann erzählt er von einem „Frühling“, der nicht verloren gehen dürfe. „Wir stehen zusammen, um das große Werk, das wir Ende Januar begonnen haben, fortzusetzen.“

Aber war da nicht was? Bankenschließungen? Kapitalkontrollen? Für Tsipras scheint das kein Thema zu sein. „Wir haben die Banken gerettet“, behauptet er während einer Pressekonferenz. Eine kühne Behauptung, wenn man bedenkt, dass er jene Notlage, die eine Rettung erforderlich machte, selbst herbeigeführt hat – mit seiner Volksabstimmung über das Sparprogramm, die einen Bank-Run auslöste.

Der griechische Industrieverband SEV schlägt bereits Alarm: Wenn ein neuer Reformstau die Auszahlung der Hilfskredite verzögert, droht dem Land schon im Dezember wieder ein Zahlungsausfall. Verbandschef Theodoros Fessas fordert einen „historischen Kompromiss“.

Fessas ist nicht der einzige griechische Wirtschaftsführer, der so denkt. Mit Kommentaren oder gar Wahlempfehlungen halten sich die Unternehmer in Athen und Thessaloniki zwar zurück. Aber im privaten Gespräch machen sie keinen Hehl daraus, dass sie es letztlich nur einer großen Koalition zutrauen, die Reformauflagen der Kreditgeber umzusetzen und die Strukturprobleme des Landes zu lösen.

Einig sind sich die meisten Wahlbeobachter aber in einem: Sollten die Griechen bei der Wahl Tsipras und die Syriza auf die Oppositionsbank schicken, könnte das ein politisches Fiasko bedeuten. Denn dann dürfte Tsipras sehr schnell in eine Totalopposition gegen das Reformprogramm zurückfallen – mit möglicherweise katastrophalen Folgen nicht nur für die Finanzierung, sondern auch für den sozialen Frieden des Krisenlandes.

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14 Kommentare zu "Griechenland vor der Wahl: Tsipras droht die große Pleite"

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  • Wer in diesem Land, das längst zum Dauerkostgänger Europas geworden ist und stolz darauf sein darf, die Transferunion eingeleitet zu haben, regiert, ist doch letztlich unerheblich.
    Wer griechischen Politikern traut, kann seine Ersparnisse auch gleich bei " Hütchenspielern " anlegen. Griechenland befindet sich seit langem sowohl im Dauerwahlmodus als auch im dauerhaften Alimentantionsmodus auf Kosten der europäischen Steuerzahler.
    Als kleines Dankeschön für das letzte Hilfspaket werden auch die Migranten weitestgehend ohne Registrierung in die anderen EU Staaten mit dem Endziel Deutschland durchgeleitet !

  • Was Sie da schreiben, ist Kennzeichen eines manisch-depressiven Krankheitsbildes.
    Jetzt ist die akute manische Phase voll ausgeprägt. Das kann sich gefährlich ausweiten, wenn es keine Hilfe für den Betroffenen gibt. Und meist ist diese Person in dieser Phase alles andere als krankheitseinsichtig.

  • Lange nichts mehr von der GR-Krise gehört. Ich gehe davon aus, daß die auferlegten Reformbemühungen mit Elan und großem Eifer eins zu eins umgesetzt werden. Sonst gibt es ja kein Geld mehr. (Spaß muss sein.)

  • Wurscht, wer die Wahl gewinnt. Jede Partei wird sagen "alte zusagen gelten nichts mehr....wir wollen neue Verhandlungen" Und da Europa und besonders Deutschland nun ein wenig abgelenkt ist, mit der Flüchtlingskrise, wird es vielleicht sogar leichter für GR neue Forderungen durchzuboxen.
    Und GR hat noch ein Druckmittel...wenn wir nicht noch mehr Geld zahlen, dann machen die halt doch die Grenze zur Türkei auf und fluten uns mit noch mehr Flüchtlingen.....

  • Tsipras kann sich doch auf die Fahne schreiben das er die Flüchtlingslage geleert hat und zwar in Richtung Deutschland. Die Griechen sind Dankbar dafür.
    Noch Dankbaren sind sie wenn eine neue Regierung sich nach Brüssel aufmacht zwecks Nachtverhandlungen.

  • Tsipras wird leicht gewinnen.
    Die Luegenmedien werden erneut voellig daneben liegen.
    Alles nur Zweckrhetorik.
    Sonntag abend werden sich alle Prognosen ueber ein Kopf an Kopf Rennen ach so falsch erweisen. . . . .

  • Deutschland wird abgewickelt, das Programm läuft und liegt im Zeitplan, damit muss man sich nicht mehr beschäftigen.

  • Tsipras hat doch eigentlich nur das gemacht, was heutzutage völlig üblich ist bei Politikern aller Art und Länder, auch - insbesondere auch - in Deutschland: Komplette 180 Grad Kehrtwendung gegenüber früheren Zusagen und Versprechen, sowie eine ständig unklare, unzuverlässige Linie.

  • Ich denke auch, dass die korrupten Säcke von der ND und/oder PASOK bewiesen haben, dass sie vollwertige Mitglieder der europäischen Wetegemeinschaft sind. Mit denen lief die Griechenland-Rettung wie geschmiert. Und wenn wir ehrlich sind ist Griechenland nicht reformierbar, qwie die letzten Verhandlungen gezeigt haben. Ausserdem hat man sich an diese verlässlichen Verhandlungspartner gewöhnt. Dieser Vorteil zeigt sich bei jedem weiteren Hilfspaket.

  • Alles ein korruptes ... wie sagte Gabriel gleich? ... Pack

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