Griechenland: Wahlsieger Syriza verfehlt absolute Mehrheit

Griechenland
Wahlsieger Syriza verfehlt absolute Mehrheit

Alexis Tsipras und sein Linksbündnis Syriza gewinnen die Parlamentswahl in Griechenland. Der Euro fällt und die EZB warnt. Experten halten einen echten Schuldenschnitt allerdings für unwahrscheinlich.
  • 26

AthenDie Linkspartei Syriza hat die Parlamentswahl in Griechenland am Sonntag gewonnen, zugleich aber die absolute Mehrheit verfehlt. Im Wahlkampf versprach die Linke vor allem ein Ende der Sparmaßnahmen in dem hoch verschuldeten Euro-Krisenland. Syriza-Chef Alexis Tsipras signalisierte den EU-Partnern noch in der Wahlnacht Gesprächsbereitschaft für eine „gerechte und praktikable Lösung“.

Wie das mit dem Innenministerium zusammenarbeitende Meinungsforschungsinstitut Singular Logic am frühen Montagmorgen mitteilte, erhielt das Linksbündnis nach Auszählung von knapp 95 Prozent der Stimmen 36,4 Prozent (Juni 2012: 26,9) und wird voraussichtlich 149 oder höchstens 150 Abgeordnete im neuen griechischen Parlament haben.

Damit verfehlte die Partei von Tsipras knapp die absolute Mehrheit von 151 der 300 Sitze im Parlament. Deshalb hat der Wahlsieger schon einen möglichen Koalitionspartner im Blick. Tsipras werde sich am heutigen Montag mit dem Vorsitzenden der Unabhängigen Griechen zusammensetzen, teilte ein Syriza-Vertreter mit.

Dabei soll es darum gehen, die Unterstützung oder mögliche Beteiligung der Partei an der neuen Regierung zu bestätigen. Die rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen holten bei der Wahl 13 Parlamentssitze. Ihnen schwebt zwar wie Syriza ein Ende des strikten Sparkurses vor, doch bei praktisch allen anderen Themen liegen die beiden Parteien überkreuz. Die bislang regierenden Konservativen der Nea Dimokratia (ND) erhalten demnach 27,9 Prozent und werden 76 Sitze im Parlament haben.

Der Euro ist nach dem Wahlsieg von Syriza zwischenzeitlich auf den niedrigsten Wert seit elf Jahren gefallen. Im fernöstlichen Devisenhandel notierte die Gemeinschaftswährung am frühen Montagmorgen zwischenzeitlich bei 1,1098 Dollar. Das war der niedrigste Stand seit September 2003. Aktuell zeigt sich der Euro stabiler und notiert bei 1,1191 Dollar, 0,1 Prozent schwächer als am Freitag.

Kommentare zu " Griechenland: Wahlsieger Syriza verfehlt absolute Mehrheit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der EURO ist eine rein "politische Währung" - egal welche Nebenwirkungen sie erzeugt.

    Die Staaten in Europa werden "zusammen-stranguliert" und mit "Dauerkrise" und "Dauer-Bedrohung IS-Islam" werden wir mürbe gemacht - bis wir alles erdulden was "die von oben" als sogenannte "Geld-Druck-Elite" mit uns vorhaben.

    Es gibt eine willige "Rocker - Promie- Sportler" - Schleimschicht in Deutschland, die sich willig politisch instrumentalisieren lassen. Fussball-Vorbilder, C-Promies, man wird endlos medial vollgesifft mit "Erziehung und Vorbild" im Staatsauftrag.

    ---

    +++ Übrigens GLÜCKWUNSCH HANDELSBLATT !

    Die einzige Zeitung die "gewachsen" ist, ist HB.

    "BILD, WELT usw. Lügenpresse" verlieren nochmal kräftig. Wer will sich diese "vollgepinkelten Windel-Eimer" auch durchlesen ??

    http://www.neopresse.com/medien/erneuter-einbruch-medien-verlieren-massiv-leser/

    Das fällt mir besonders bei "Dietmar Neuerer" als Politischer Korrespondent von HB immer auf. Der berichtet NIE allein die Fakten - sondern immer mit "tendenziösem Hintergrund". Als Richter wären solche "Urteiler der Geschehnisse" längst gefeuert vom Rechtswesen weil BEFANGEN !

    Es gibt eine willige "Rocker - Promie- Sportler" - Schleimschicht in Deutschland, die sich willig politisch instrumentalisieren lassen. Fussball-Vorbilder, NO-RASSISM-bei-Eurosport, man wird endlos medial vollgesifft mit "Erziehung und Vorbild" im Staatsauftrag.

    "Rund 600.000 Menschen haben bereits einen Bescheid bekommen, der besagt, dass ihr Asylantrag abgelehnt wurde und sie sich damit illegal im Bundesgebiet aufhalten. ihre Zukunft also kraft Gesetzes nicht in Deutschland liegt. Dies ging aus einer parlamentarischen Anfrage des Bundestagsvizepräsidenten Johannes Singhammer (CSU) hervor. Beantwortet wurde diese Anfrage vom Bundesministerium des Inneren, welches sich auf die Zahlen des Ausländerzentralregisters beruft. ..."

    http://www.unzensuriert.at/content/0017008-Fl-chtlinge-mit-abgelehntem-Asylantrag-leben-weiter-Deutschland

  • Hoffentlich können sich unsere Politiker jetzt einmal gegen die Finanzoligarchen durchsetzen. Eine Lösung für die Zukunft Griechenlands sollte auch ohne IWF möglich sein. Deren, nur eigenen Zwecken dienenden, Diktate werden keinem europäischen Land helfen.

  • Gerade in der "Zeit" gelesen.
    200.000 gutausgebildete Griechen im Ausland
    Seit Beginn der Krise wird davon ausgegangen, dass mehr als 200.000 Bürgerinnen und Bürger Hellas verlassen haben. Die große Mehrheit der neuen Migranten migrierte und migriert wegen der Folgen der Krise. Die soziale, politische und ökonomische Situation Griechenlands hat eine neue Migrationswelle ausgelöst.
    Die neue Migrantengeneration besteht hauptsächlich aus Personen mit Hochschulabschluss im berufsfähigen Alter (24-35), entsprechend der Daten des Hellenischen Statistikinstitutes.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%