Griechenland
Weidmann schmettert Schuldenrückkauf ab

Der Bundesbankchef schließt ein Scheitern Griechenlands nicht mehr aus und drängt die Politik zur Eile. Die Idee, Athen durch einen Schuldenrückkauf zu entlasten, sei aber zu teuer und auch zu gefährlich, warnt Weidmann.
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BerlinBundesbankchef Jens Weidmann drängt die Politik in der Euro-Schuldenkrise zum raschen Handeln. „Die Lage ist sicherlich angespannt. Um die Unsicherheit zu stoppen, müssen die Staaten des Euro-Raums jetzt dringend zeigen, dass sie handlungsfähig sind“, sagte das EZB-Ratsmitglied der Wochenzeitung „Die Zeit“. Es müsse rasch Klarheit über das neue Programm für Griechenland hergestellt werden. Das Mittelmeerland sei trotz erheblicher Anstrengungen hinter den Vorgaben des ursprünglichen Anpassungsprogramms zurückgeblieben.

Die jüngsten Reformbeschlüsse des Parlaments in Athen seien ein „wichtiges Signal“, sagt der Notenbankchef. „Diese Maßnahmen müssen nun aber auch zügig umgesetzt werden. Andernfalls sollten keine weiteren Zahlungen an Griechenland mehr geleistet werden“, betonte Weidmann. Die Politik müsse zudem einen Plan haben, wie bei einem Scheitern des griechischen Programms die drohenden Ansteckungseffekte einzudämmen seien.

Die Eurogruppe hatte sich zu Wochenbeginn noch nicht auf ein zweites Rettungspaket für das unter enormer Schuldenlast ächzende Griechenland einigen können. Allerdings wollen die Euro-Länder den Euro-Rettungsfonds EFSF künftig noch flexibler zur Stützung einsetzen. Nach Worten von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker schließt das theoretisch auch einen Schuldenrückkauf mit Hilfe des EFSF ein.

Davon hält Weidmann nichts: „Das Geld des Rettungsschirms sollte nicht für den Ankauf von Staatsanleihen am Sekundärmarkt genutzt werden“, sagte Weidmann. Das hätte hohe Kosten, einen geringen Nutzen und gefährliche Nebenwirkungen zur Folge“, warnte Weidmann. Auch die beabsichtigte weitere Verringerung der Zinskosten für die Programmländer sei „nicht zielführend“.

Für einen Schuldenschnitt in Form eines Rückkaufprogramms hatte sich unter anderem der internationale Bankenverband IIF, aber auch verschiedene Banker und Experten stark gemacht

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  • Wie wird es kommen?
    Fakt ist: Die Banken und Investoren "schlafen nicht auf den Bäumen!" (sie haben längst gehandelt)
    90 Prozent der faulen Griechenbonds liegen ohnehin schon beim Steuerzahler (EZB,HYRE,Landesbanken, Commerzbank).
    Daher: Gegenwärtiger sofortiger Schuldenschnitt trifft den Steuerzahler unmittelbar und löst Finanzkrise aus.
    Lösung: Zinsbelastung der PIGS Staaten wird durch Eurobonds gesenkt. Die müssen zu Marktkonditionen am Kapitalmarkt untergebracht werden.
    Nachteil: Der deutsche Steuerzahler "blutet" wieder, da die Bonität Deutschlands sinkt und die Staatsschulder höher verzinst werden müssen. Diese Belastung kommt aber nicht ad hoc, wird aber die öffentlichen Kassen sukzessive belasten.

  • Sie müssen auch noch viel lernen. Es heißt ... mit dessen eigenen Waffen. Mit seinen eigenen Waffen ist Unsinn. Wo sind Sie zur Schule gegangen?

  • Was erwarten Sie denn auch von einer strammen DDR-Staatsratsvorsitzenden?

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