Griechenland wieder mit der Drachme?: Athen muss vielleicht doch die Euro-Zone verlassen

Griechenland wieder mit der Drachme?
Athen muss vielleicht doch die Euro-Zone verlassen

Selbst in Griechenlands schwersten Zeiten trat Deutschland für dessen Verbleib in der Euro-Zone ein. Die Merkel-Regierung soll von dieser Haltung abgerückt sein. Steckt dahinter auch eine Mahnung an griechische Wähler?
  • 1

Athen/BerlinDrei Wochen vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Griechenland wächst international der Druck auf die in Umfragen führende Linkspartei Syriza. Die Bundesregierung hält laut Medienbericht nicht mehr um jeden Preis an einem Verbleib des hoch verschuldeten Landes in der Euro-Zone fest. Syriza-Parteichef Alexis Tsipras, 40, will Griechenlands Sparpolitik beenden und einen Schuldenerlass verlangen. Dies käme einer Aufkündigung der Vereinbarungen mit den Geberländern gleich und würde im Extremfall den griechischen Staat in den Ruin treiben.

Innenpolitisch könnte die am Samstag vollzogene Spaltung der traditionsreichen Regierungspartei Pasok die Linkspartei Syriza wertvolle Prozente kosten. Der frühere Regierungschef und ehemalige Pasok-Vorsitzende, Giorgos Papandreou (62), gründete am Samstag vor jubelnden Anhängern die Partei „Bewegung der Demokraten (und) Sozialisten“.

Die neue Papandreou-Partei könnte möglicherweise den Konservativen unter Regierungschef Antonis Samaras dazu verhelfen, bei der Wahl am 25. Januar stärkste Partei vor Syriza zu bleiben. Nach der dreifach im Parlament gescheiterten Präsidentenwahl muss das Land gemäß Verfassung Neuwahlen abhalten.

Nach einem „Spiegel“-Bericht hat die Bundesregierung ihre Haltung zu einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone geändert. Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) hielten ein Ausscheiden des Krisenlandes aus der Währungsgemeinschaft inzwischen für verkraftbar, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Regierungskreise.

Grund für diese Einschätzung seien Fortschritte, die die Euro-Zone seit dem Krisenhöhepunkt 2012 gemacht habe. Dazu zähle der Europäische Stabilitäts-Mechanismus (ESM), über den Staaten im Notfall mit bis zu 500 Milliarden Euro gerettet werden können. Auch sei die Ansteckungsgefahr für andere, ehemals gefährdete Länder wie Irland oder Portugal nicht mehr so groß.

Seite 1:

Athen muss vielleicht doch die Euro-Zone verlassen

Seite 2:

Warnung von Bofinger

Seite 3:

Linke befürchtet Bankrun

Kommentare zu " Griechenland wieder mit der Drachme?: Athen muss vielleicht doch die Euro-Zone verlassen "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn ich mit meinem Kumpel ein joint venture eingehe und der sich nicht an unsere Verträge hält und statt dessen jahrelang auf meine Kosten ein Schlumperleben führt, kann er sich doch nicht beschweren, wenn man ihm die Partnerschaft aufkündigt. Niemand hat es verdient, sich als Schmarotzer durchzubringen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%