Griechenland
Zahltag: Drei Tranchen auf einen Schlag

Da zwei Teilbeträge aufgelaufen sind, soll Griechenland nun drei Hilfszahlungen auf einmal erhalten. Vor einer Überweisung will Finanzminister Schäuble einen verschärften Kontrollmechanismus mit den Griechen vereinbaren.
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BrüsselDie Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds wollen drei Hilfstranchen an Griechenland auf einen Schlag auszahlen. Zwei Teilbeträge seien im Verlauf der vergangenen Monate aufgelaufen, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Dienstag nach den Beratungen der EU-Finanzminister. Sie sollten nun zusammen mit der für Dezember eingeplanten Summe ausgezahlt werden. Der Gesamtbetrag beläuft sich nach seinen Worten auf knapp 44 Milliarden Euro, davon entfallen etwa fünf Milliarden Euro auf den Internationalen Währungsfonds.

Vor einer Überweisung der Summe will Schäuble aber einen verschärften Kontrollmechanismus mit den Griechen vereinbaren. Die sei nötig, um das Vertrauen von Geldgebern, Investoren und Märkten in Griechenland zu stärken, sagte er. Die Einzelheiten würden in den kommenden Tagen ausgehandelt.

Bisher ging es bei den zähen Verhandlungen der Kassenhüter nur um die verzögerte Auszahlung vom Sommer von 31,5 Milliarden Euro. Dazu könnten nun auch die September-Rate von 5 Milliarden Euro und die Jahresend-Rate von 8,3 Milliarden Euro kommen. Die Euro-Ressortchefs wollen am Dienstag kommender Woche (20. November) das Griechenland-Paket endgültig unter Dach und Fach bringen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ein ziemlich durchsichtiges Vorhaben.
    Schäuble hofft, im wichtigen Wahljahr solange wie möglich Ruhe vor den Griechen zu haben.
    Dabei ist schon jetzt sonnenklar, dass dieses Geld nur für kurze Zeit reichen wird.
    Dann geht alles von vorn los.
    Zieht Eure Lehren daraus. Beim nächsten Mal Freie Wähler wählen. Egal, wie Sie sonst zu dieser kleinen Partei stehen mögen - sie sind die Einzigen, die ein Ende der Rettungspolitik wollen und eine echte Alternative anbieten!

  • WernerR, darum hat Deutschland ja auch die Rolle der Großverteiler übernommen!
    Das steht uns gut zu Gesicht!
    Wir verschlafen unseren eigenen Untergang und helfen den anderen noch, uns zu folgen! Hat doch was!

  • @WernerR
    Da alle etablierten Parteien und die Gewerkschaften FÜR den Rettungswahnsinn sind, gibt es niemanden, der solche Demos organisiert. Bei der nächsten Bundestagswahl werden vermutlich kleine Parteien (leider auch die Rechten) mehr Stimmen bekommen. Aber es wird nichts nützen. Das Ende wird erst kommen, wenn der Haushalt so den Bach runter geht, dass die Politiker es nicht mehr verschleiern können. Wenn dann die sog. "Schuldenbremse" nicht funktioniert, werden die Menschen vielleicht merken, auf was sie sich mit ESM usw. eingelassen haben. Da fast alle EU-Regeln ohnehin gebrochen wurden, hoffe ich, dass die deutschen Politiker dann auch die ESM-Verpflichtungen ignorieren werden und sagen: "es gibt kein Geld mehr von uns". Aber ich fürchte, es muss erst ganz schlimm kommen, bevor unsere Politiker aufwachen.

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